Handelsabkommen TPP wird ohne die USA fortgesetzt

Justin Trudeau verkündet die Einigung: TPP geht auch ohne die USA.

(Foto: Fabrice Coffrini/AFP)
  • Der Ausstieg aus dem Transpazifischen Handelsabkommen war eine der ersten Amtshandlungen von US-Präsident Trump.
  • Genau ein Jahr später einigen sich die übrigen der teilnehmenden Staaten auf einen neuen Vertrag.

Die verbliebenen elf Staaten des Transpazifischen Handelsabkommens (TPP) wollen ihre Zusammenarbeit ohne die USA fortsetzen. Sie hätten sich auf einen neuen Vertrag geeinigt, sagte der kanadische Premierminister Justin Trudeau in Davos. Bei der CPTPP (Umfassende und Fortschrittliche Transpazifische Partnerschaft) genannten Vereinbarung seien viele Ziele enthalten, die für sein Land wichtig seien: nachhaltiges Wachstum, Wohlstand und gut bezahlte Arbeitsplätze für die Mittelschicht sowohl heute als auch in Zukunft.

Der TPP-Vertrag war 2015 unterzeichnet worden, ist aber noch nicht ratifiziert. Genau vor einem Jahr kündigte US-Präsident Donald Trump den Rückzug seines Landes aus dem Handelsabkommen an. Australien, Brunei, Kanada, Chile, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam erklärten jedoch, an dem Ziel eines solchen Abkommens festhalten zu wollen. Dafür musste der Vertrag aber geändert werden.

Darüber sei in hochrangigen Gesprächen zwei Tage lang in Tokio verhandelt worden, bestätigte der kanadische Minister für Internationalen Handel, François-Philippe Champagne. Es wird erwartet, dass der neue Vertrag Anfang März unterschrieben wird.

Trump hatte schon im Wahlkampf Handelsverträge der USA mit mehreren Partnern kritisiert, nicht nur TPP, sondern auch das nordamerikanische Abkommen Nafta mit Kanada und Mexiko. Er bevorzugt Verträge mit einzelnen Staaten und hat Nafta als Nachteil für die USA bezeichnet. Trudeau sagte, er versuche, die US-Regierung von den Vorteilen von Nafta zu überzeugen. Kanada sei auch offen für Handelsverträge mit weiteren Staaten.

Der US-Präsident wird am Donnerstag in Davos erwartet. Seine Rede ist zum Abschluss der viertägigen Tagung am Freitag geplant. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos nehmen mehr als 3000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teil.

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