Hamburg Gericht lehnt Elbvertiefung in Teilen ab

  • Die Elbvertiefung kann nicht wie geplant umgesetzt werden, entschied das Bundesverwaltungsgericht.
  • Die Stadt Hamburg und der Bund wollen den Fluss gerne verbreitern und vertiefen, um Schiffen den Zugang zum Hafen zu erleichtern.
  • Umweltschützer sehen seltene Tier- und Pflanzenarten bedroht und klagten immer wieder gegen die Pläne.

Die Pläne für die umstrittene Elbvertiefung müssen überarbeitet werden. Das hat das Bundesverwaltungsgericht am Donnerstag in Leipzig entschieden. Es gebe rechtliche Mängel, die von den Behörden nachträglich mit ergänzenden Planungen behoben werden könnten. In seiner jetzigen Form sei der Planfeststellungsbeschluss rechtswidrig und nicht vollziehbar. Die Bauarbeiten können damit vorerst nicht beginnen.

Als Reaktion auf das Urteil verloren die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers HHLA am Donnerstag deutlich an Wert. Der Kurs brach am späten Vormittag vorübergehend um 10,15 Prozent auf 17,27 Euro ein.

Die Vertiefung soll die Elbe und damit die Zufahrt zum Hamburger Hafen für größere Containerschiffe befahrbar machen. Der Streit darüber beschäftigt die Beteiligten schon seit gut zehn Jahren. Es geht darum, ob die Fahrrinne für den Schiffsverkehr zwischen der Nordsee und dem Hafen noch einmal verbreitert und vertieft werden soll. Die Stadt und der Bund sind überzeugt, dass diese Maßnahmen wichtig für die Zukunft des Hamburger Hafens sind. Umweltschützer fürchten Schäden für bedrohte Pflanzen und Tiere und klagten deshalb immer wieder gegen die geplante Vertiefung.

Fest steht: Die Reedereien setzen immer größere Schiffe ein, um die Kosten pro Container zu senken. Doch für diese Schiffe ist der Hamburger Hafen immer schwerer zu erreichen. Denn sie haben mehr Tiefgang und passen nur noch bei Hochwasser durch die Elbe - wenn überhaupt. Das führt oft zu stunden- oder sogar tagelangen Wartezeiten. Immer mehr Reedereien weichen deshalb auf andere, besser zu erreichende Häfen wie Rotterdam aus. Befürworter der Elbvertiefung fürchten, dass der Hamburger Hafen ohne die Baumaßnahmen in der Bedeutungslosigkeit versinkt. In der Region Hamburg hängen mehr als 150 000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Hafen ab.

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