Hartmut Mehdorn bevorzugt beim Börsengang institutionelle Investoren. Der Umsatz ist im ersten Halbjahr kräftig gestiegen. Und München brauche den Transrapid.
Hartmut Mehdorn gibt sich realistisch. "Am Ende bestimmt der Bund als Gesellschafter über Art und Stückelung der Aktie", sagt der Chef der Deutschen Bahn AG auf die Frage, ob er nach der geplanten Teilprivatisierung im Eigentümerkreis lieber professionelle Großinvestoren oder Kleinaktionäre hätte.
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Ein sichtlich gut gelaunter Hartmut Mehdorn bei der Halbjahres-Bilanz-Pressekonferenz am 23.08.2007. (© Foto: AP)
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Dann gibt der Manager doch noch seine Neigung zu erkennen.
Von internationalen Werbeveranstaltungen, so genannten Roadshows, wisse er, dass große Renten- und Versicherungsfonds "großes Interesse" an Transportfirmen wie der Deutschen Bahn hätten.
Mehdorn: "Unsere Präferenz läge bei solchen institutionellen Anlegern."
In der SPD wird man Mehdorns Meinung nicht gerne hören. Denn die Sozialdemokraten haben vor wenigen Tagen den Vorschlag lanciert, Aktien der Deutschen Bahn bei der geplanten Privatisierung breit im Volk zu streuen. Der Parteivorstand wird sich damit am 24. September befassen.
Die geplante Teilprivatisierung, bei der der Bund mit 51 Prozent Mehrheitseigentümer bleiben soll, ist vom Bundeskabinett bereits beschlossen worden. Die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat steht noch aus.
Dass die Bahn fit ist für die Börse, steht für Mehdorn fest. Bei der Vorlage der Zwischenbilanz des Unternehmens am Donnerstag in Frankfurt sagte er:
"Wir haben unseren Auftrag aus der Bahnreform von 1994 komplett erfüllt. Wir haben alle Geschäftsfelder saniert. 2007 erwirtschaftet auch das Netz erstmals ein nachhaltig positives Ergebnis. Wir haben mehr Verkehr auf der Schiene als je zuvor."
Es sei "jetzt der richtige Zeitpunkt", die Chancen einer Teilprivatisierung für das Unternehmen und für Deutschland zu nutzen.
Dabei gehe es nicht um Streckenstilllegungen, so Mehdorn. Er akzeptiere es nicht, wenn Kritiker einen "solchen Popanz aufbauen". Eine teilprivatisierte Bahn werde gerade im Regional- und Stadtverkehr künftig noch mehr um ihre Kunden kämpfen, als sie es heute schon tue.
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
ich frage mich, welche Sonderfahrpläne Mehdorn meint. In München sind am Donnerstag während dem Streik überhaupt keine Regionalzüge gefahren. Der Streik endete schon mittags, aber auch abends um 22 Uhr sind immer noch fast alle Regional- oder Anschlusszüge ausgefallen. Reisende mussten sehen, wie sie selber weiterkommen. Hilfe an den Bahnhöfen war nicht zu erwarten, da die Schalter in kleinen Bahnhöfen um 17 Uhr schließen. Ist das nur mir aufgefallen?
Diese sog. Volksaktien ohne Stimmrecht sind eine Mogelpackung: Das Volk soll sozusagen 49% der Bahn kaufen, aber anschließend kein Recht haben, über das Unternehmen mit zu entscheiden.
Sehr Geehrter Herr Hartmut Mehdorn
Die Bahn ist Volkseigentum; Sie wurde durch die Steuergelder aller Bürger in Diesem Lande Finanziert und Aufgebaut; daher ist eine Volksaktie auch unnötig denn was dem Volk gehört kann man nicht nochmal in form einer Aktie neu verteilen. Nach Experten kenntniss ist Die Bahn etwa 200 Mrd. Euro Wert; Sie Herr Mehdorn wollen Die Bahn aber für 18 Mrd an Die Börse bringen. Das ist Betrug für mich. Sie Her Mehdorn Verschenken also Volkseigentum.
Sie Her Mehdorn Sind der Verwalter Der Bahn und nicht der Eigentümer.
Als Miteigentümer (Steuerzahler ) sage ich "NEIN" zur Privatisierung sondern Ja zu Ihrer Sofortigen Entlassung ohne Abfindung denn solche Schmarotzer wie Sie brauch kein Mensch. Denn wenn es eine Volksabstimmung darüber geben würde, dann hätten Ihre Träume ein Jähes Ende und Ihre Gehaltserhöhung vom Letzten Jahr (+61%) müssten Sie auch noch zurückzahlen.
MFG Ein Steuerzahler
Es ist wirklich bedauerlich, dass die SPD-Linke auf der Zielgerade aus der Anti-Privatisierungskoalition ausschert und die Idee der "Volksaktie" propagiert (offenbar mit einigem Erfolg). Da kann man ja fast wieder dankbar sein, dass Hardliner wie Mehdorn mauern und auf einer "Heuschreckenlösung" beharren. Nach der Devise: Wenn schon verschärbeln, dann richtig. Denn dieser "Kompromiss" wäre faul. Profitansprüche, von wem auch immer, haben bei der Bahn nichts zu suchen. Die Mehrheit der Bundesbürger will dem entsprechend auch keine Privatisierung. Aus guten Gründen (siehe z. B. unter attac.de). Noch gibt es Hoffnung.
Die Bilanz ist gut ausgefallen. Zwei Punkte daran finde ich wichtig. Erstens: Die Bahn macht nun wirklich Gewinne, die Steuerzahler müssen nicht "nachzahlen". Zweitens: Die Bahn macht Gewinne auf den Regionalstrecken. Das ganze Gerede von Streckenstilllegungen ist damit obsolet. Wer macht denn schon den Bereich dicht, mit dem er Geld verdient... Augenscheinlich konnte trotz des Streiks weiter verdient werden. Auch dies ist ein zeichen für die Verhandlungen mit den Gewerkschaften, jetzt einen Kompromiss zu finden.
Paging