Güterverkehr Deutsche Bahn könnte Tausende Stellen streichen

  • Die Deutsche Bahn erwägt Konzernkreisen zufolge, im Güterverkehr 2100 Arbeitsplätze zu streichen.
  • Die Bahn muss darüber aber erst mit Arbeitnehmervertretern und Kunden verhandeln.
Von Markus Balser, Berlin

Nach hohen Verlusten in der Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn müssen Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz fürchten. Der Staatskonzern will im angeschlagenen Geschäftsfeld DB Cargo rund 2100 Arbeitsplätze streichen. Das war aus Kreisen des Unternehmens zu hören. Vor allem das Netz der Verladestationen soll kleiner werden.

Den Plänen zufolge könnten etwa 200 der etwa 1500 Verladestationen in Deutschland nicht mehr angefahren werden. Geschlossen werden sollen vor allem kleinere Stationen, die insgesamt für weniger als ein Prozent des bundesweiten Güterbahn-Umsatzes stehen.

Die Einschnitte hatten sich seit Wochen abgezeichnet. Abschreibungen der Güterverkehrstochter DB Cargo hatten maßgeblich zu der vergangene Woche veröffentlichten schwachen Bahn-Bilanz beigetragen. Das Ergebnis von DB Cargo war von 230 Millionen Euro Gewinn im Jahr 2014 auf 180 Millionen Euro Verlust 2015 eingebrochen. Weil das Unternehmen auch für die Folgejahre seine Erwartungen stutzte, schrieb der Konzern 1,3 Milliarden Euro ab. Die Bahn gab deshalb den ersten Verlust seit Jahren bekannt.

Die Deutsche Bahn wollte sich zu den Plänen am Dienstag nicht äußern. Sicher ist der Stellenabbau in dieser Größenordnung noch nicht. In den nächsten Wochen müsse der Konzern mit Arbeitnehmervertretern, aber auch mit Kunden über die Pläne verhandeln. Deshalb seien noch Änderungen an den Sanierungsplänen möglich. Die Bahn-Tochter DB Cargo beschäftigt etwa 30 800 Mitarbeiter in 15 europäischen Ländern. In Deutschland sind es mehr als 17 000.