Nach jahrelangem Rechtsstreit wird das beschädigte Gebäude der Deutschen Bank am Ground Zero abgerissen. Für die Kosten (und für den Schadenersatz der Bank) kommen die Versicherungen auf.

Der jahrelange Streit um das Hochhaus der Deutschen Bank am New Yorker Ground Zero ist Medienberichten zufolge beigelegt. Die Bank habe sich mit Versicherern, dem Bundesstaat New York und Behördenvertretern geeinigt. Demnach hätten sich die Versicherungskonzerne Allianz und Axa bereit erklärt, der Deutschen Bank 140 Millionen Dollar (113 Mio Euro) Schadenersatz zu zahlen, berichtete die New York Times. Eine entsprechende Vereinbarung sei am Vortag unterzeichnet worden.

Deutsche Bank Gebäude New York

(© Foto: dpa)

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Der 40 Stockwerke hohe Wolkenkratzer in unmittelbarer Nähe des World Trade Center war bei dem Terrorangriff vom 11. September 2001 schwer beschädigt worden und soll nun doch abgerissen werden. Der Vergleich sehe vor, dass die Lower Manhattan Development Corporation den Komplex der Deutschen Bank für 90 Millionen Dollar abkaufe und einen Vertrag zum Abriss des Gebäudes im Volumen von 45 Millionen Dollar übernehme. Die Versicherungen müssten für Abrisskosten, die über 45 Millionen Dollar hinaus gehen, einstehen.

Die Allianz schweigt

Auch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war von einem Vergleich die Rede. Ein Allianz-Sprecher wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. "Das kann ich nicht kommentieren." In Unternehmenskreisen wurde jedoch bestätigt, dass der ehemalige US-Senator George E. Mitchell für den Nachmittag (Ortszeit) eine Pressekonferenz angesetzt habe, bei der auch Vertreter der Allianz anwesend sein sollten. Der Senator hatte als Vermittler in dem Konflikt zwischen der Bank und den Versicherern agiert.

Nach Angaben der New York Times wollte die Deutsche Bank ursprünglich 1,86 Milliarden Dollar für den Abriss und den Wiederaufbau eines Bürogebäudes haben. Die Versicherungen hätten darauf bestanden, dass das Gebäude für 170 Millionen Dollar zu retten sei und repariert werden könne. Auf dem Gelände solle ein Park sowie möglicherweise ein Bürogebäude und eine Tiefgarage für Touristenbusse entstehen.

Das Erbe der Bankers Trust

Das 1970 gebaute Hochhaus gehörte der Großbank Bankers Trust, die vor einiger Zeit von der Deutschen Bank übernommen worden war. Das Gebäude war bei der Zerstörung des World Trade Center schwer beschädigt worden. Unter anderem hat es auf der Nordseite einen über 24 Stockwerke laufenden Riss. Aus Sicht der Bank ist der Wolkenkratzer daher unbrauchbar.

Die Deutsche Bank hatte sich im vergangenen Jahr in der Angelegenheit bereits mit den beiden Versicherern Zurich American und Chubb geeinigt. Das Geldhaus habe die Allianz und Axa wegen ihres Anteils von rund 857 Millionen Dollar an der Versicherungsdeckung verklagt, berichtete die Zeitung.

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(sueddeutsche.de/dpa)