Es gibt Alternativen zu Google im Netz - doch noch steht die Konkurrenz erst am Anfang.
Es wirkt auf den ersten Blick so einfach: Wer auf die Seite der Suchmaschine Google surft und eine Anfrage eintippt, erhält nach Bruchteilen einer Sekunde unzählige Verweise auf Internetseiten, meist Hunderte von Millionen. Doch mit der ausgeklügelten Technologie hinter jeder Suchanfrage sticht Google alle Rivalen aus. Nach wie vor findet keine Internetsuchmaschine im Netz so passgenau die verlangten Antworten. Das ist das Erfolgsrezept des jungen, nordamerikanischen Konzerns. Doch die Wettbewerber formieren sich: Microsoft und Yahoo wollen sich verbünden. Neue Internetseiten streben nach ihrem Anteil am milliardenschweren Markt.
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Es locken die Werbeeinnahmen. Neben den Ergebnissen auf den Suchmaschinen stehen Verweise auf andere Seiten, die von Anzeigenkunden bezahlt worden sind. Je genauer die Suchergebnisse sind, je besser die Werbung zum Gesuchten passt, um so höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Surfer auf einen Anzeigenlink klickt. Global ist so ein Milliardenmarkt entstanden, den Google erst kreiert hat. Für Deutschland legt der Internetbranchenverband BVDW Zahlen vor: Für 2007 rechnen die Experten mit deutschen Werbeumsätzen im Internet von 2,7 Milliarden Euro. Allein das Suchmaschinenmarketing schlägt mit 1,2 Milliarden Euro zu Buche.
Gemeinsam gegen Google
Nicht nur die etablierten Internetkonzerne wittern da ihre Chance. Auch junge Firmen machen sich Gedanken. Die interessanteste Alternative zu Google, Microsoft & Co. ist derzeit Wiki Search. Jimmy Wales, der Gründer des Onlinelexikons Wikipedia, hat dieses Projekt ins Leben gerufen. So wie bei Wikipedia die Gemeinschaft an einem Nachschlagewerk arbeitet, sollen bei Wiki Search alle mithelfen, um bessere Suchergebnisse als Google zu liefern. Noch steht das Projekt am Anfang. Während Google etwa zum Begriff "Urlaub" 125 Millionen Interneteinträge findet, sind es bei Wiki Search knapp 70000. Mit der Zeit, sagt Wales, würde das besser. Wikipedia sei auch nicht über Nacht entstanden.
Wer sich bei der Suche nicht in die Hände der Amerikaner geben will, findet mit Exalead eine ausgereifte, europäische Alternative. Wenn Google das Microsoft der Websuche sei, also den Markt dominiert, "dann sind wir Apple", hat François Bourdoncle, der Chef des französischen Unternehmens, einmal gesagt. Die Suche à la française will mit kleinen, aber feinen Unterschieden bestechen: So zeigt die hübsche Ergebnisliste von Exalead gleich auch Bilder oder Filme zu jeder Anfrage. Außerdem versuchen die Franzosen sich an dem im Moment brennendsten Problem aller ähnlich gelagerten Angebote: der semantischen Suche. Will der Surfer etwas über das Auto erfahren, wenn er "Golf" eintippt? Oder über die Sportart? Oder plant er gar eine Reise? Bei Exalead lässt sich nach den ersten Treffern das weitere Vorgehen anhand von Kategorien einengen.
Dutzende anderer Angebote gibt es neben den etablierten Suchmaschinen und keine Nische scheint zu klein in dem stark wachsenden Markt. So liefert Jgog.net lediglich züchtige Ergebnisse für gläubige Juden. Pornoseiten etwa sind tabu und finden sich auf der Webseite in hebräischer Schrift nicht wieder. Ohne die US-Vormacht im Netz kommt aber auch Jgog nicht aus: Dahinter stecken gefilterte Ergebnisse von Google.
(SZ vom 02.02.2008/mah)
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