Wenn die Google-Mitarbeiter rebellieren: Eltern sollen - wenn sie ihre Kinder im Konzern-Hort unterbringen - demnächst deutlich mehr bezahlen. Dabei galt der Suchmaschinenbetreiber bis dato immer als soziales Vorzeigeunternehmen.

Wegen Preisaufschlägen bei der Kinderbetreuung werfen zahlreiche Eltern dem Management des größten Suchmaschinenbetreibers vor, mit der Reform vor allem dem engsten Kreis um die Unternehmensgründer Larry Page und Sergey Brin Vorteile zu verschaffen. Google wies die im Internet (http://tinyurl.com/valleywag-memos) verbreiteten und von der New York Times am Samstag aufgegriffenen Vorwürfe zurück.

Der größte Suchmaschinenbetreiber hat Ärger mit seinen Mitarbeitern. (© Foto: AFP)

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Die Veränderungen seien nötig, um dem rapiden Wachstum des Konzerns Rechnung zu tragen und Kinderbetreuung auch an anderen Standorten anzubieten, sagte Sprecher Matt Furman. "Wr hatten das Problem, dass wir eine Betreuung für 200 Kinder anbieten konnten, aber 700 weitere keinen Platz bekamen" sagte Furman. "Das Ziel war, diese Warteliste zu beseitigen."

Platzangebot wird ausgebaut

Der weltweit 20.000 Mitarbeiter zählende Konzern erhöht die Preise für einen Kindergartenplatz in der kalifornischen Zentrale im Oktober auf monatlich 1116 Dollar (rund 711 Euro) und ein Jahr später auf 1710 Dollar (rund 1090 Euro).

Durch die Kürzung der Zuschüsse könne der Konzern das Platzangebot um 150 Prozent steigern, sagte Furman. Die Preise seien zudem nicht höher als bei anderen führenden Kindergärten in San Francisco.

Google wurde zuletzt das zweite Jahr in Folge vom Wirtschaftsmagazin Fortune als mitarbeiterfreundlichstes Unternehmen bewertet. Der Shootingstar der Branche kämpft derzeit aber mit einer wachsenden Bürokratie und der Abwanderung von Mitarbeitern zu Start-up-Unternehmen. "Es mag übertrieben sein, zwischen dem Fiasko bei der Kinderbetreuung und dem Absturz des Aktienkurses einen Zusammenhang zu sehen", schrieb Finanzkolumnist Joseph Nocera. "Aber vielleicht auch nicht."

Google-Papiere erreichten im November einen Spitzenwert von 747 Dollar, im März rutschten sie auf 412 Dollar ab und schlossen zuletzt am Donnerstag bei 537 Dollar.

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(sueddeutsche.de/Reuters/mel)