General Motors macht bei seiner Gesundschrumpfung Fortschritte: Der angeschlagene US-Automobilkonzern ist offenbar seinen Verlustbringer Saab losgeworden - zum Nulltarif

Der schwer angeschlagene Automobilkonzern General Motors (GM) hat offenbar eine seiner vielen Baustellen geschlossen. Denn der schwedische Sportwagenhersteller Koenigsegg hat sich einem Pressebericht zufolge mit GM über den Kauf von dessen verlustreicher Tochter Saab geeinigt.

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Nur weg damit: GM gibt die Tochter Saab gerne mit großer Mitgift ab. (© Foto: ddp)

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Der Kaufpreis für Saab sei "sehr gering", berichtete die schwedische Zeitung Dagens Nyheter auf ihrer Website. Das Wall Street Journal meldete, Koenigsegg bezahle "praktisch null" für den Automobilhersteller aus Trollhättan.

Es gebe aber eine Vereinbarung, dass GM an den Umsätzen beteiligt werde, wenn es Koenigsegg gelingt, Saab wieder fit zu machen, hieß es aus dem Umfeld von Saab.

Allerdings sind noch nicht alle Punkte vollständig geklärt. Koenigsegg erklärte am Dienstag, die Übernahme werde voraussichtlich innerhalb eines Monats besiegelt werden. GM Europe sprach im Gegensatz dazu von einem Abschluss bis Jahresende.

Positive Signale aus Stockholm

Allerdings räumte der Koenigsegg-Direktoriumsvorsitzende Augie Fabela in einem Interview der schwedischen Wirtschaftszeitung Dagens Industri ein, dass die Finanzierung noch ungeklärt sei.

Koenigsegg hofft auf ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) über rund 550 Millionen Euro. Darüber hinaus fehlen jedoch noch rund 400 Millionen Euro.

Fabela sagte, Koenigsegg habe zumindest positive Signale von der schwedischen Regierung erhalten, die möglicherweise für den EIB-Kredit bürgen wird. Die EIB wird voraussichtlich bis Ende September über den Kreditantrag entscheiden. Anfang des Monats hatte die schwedische Regierung von Hinweisen darauf gesprochen, dass wichtige Investoren bei der Finanzierung aussteigen wollten.

Fabela erwartet, dass GM bei Saab als Minderheitsaktionär engagiert bleibe, bis die Tochter wieder Gewinne schreibt. Dies solle in drei Jahren der Fall sein. Saab arbeitet derzeit unter Gläubigerschutz.

Bereits Mitte Juni hatten GM und Koenigsegg einen Vorvertrag ("Memorandum of understanding") geschlossen, der den Kauf Saabs durch die Schweden vorsieht.

Schuldenerlass

Kommt das Geschäft zustande, soll GM Saab 75 Prozent der Schulden von rund 920 Millionen Euro erlassen. Zudem versorgt GM die frühere Tochter für eine bestimmte Zeit unter anderem mit Antriebstechnologien. Maschinen und Produktionsanlagen sollen auf die neuen Eigentümer überschrieben werden.

Saab verkaufte im vergangenen Jahr weniger als 94.000 Fahrzeuge. Gegenüber 2007 (125.000 Fahrzeuge) brach der Absatz damit um knapp 25 Prozent ein. Das beste Jahr der Unternehmensgeschichte hatte Saab im Jahr 2006 als der schwedische Hersteller 133.000 Autos verkaufte.

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(sueddeutsche.de/dpa-AFX/pak/tob)