Glyphosat Die Grünen fordern einen Untersuchungsausschuss 

Das Verfahren zur Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungs­mittels soll unter die Lupe genommen werden.

Die Grünen im Europaparlament fordern einen Glyphosat-Untersuchungsausschuss. Dieser soll das Verfahren zur Verlängerung der Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters unter die Lupe nehmen. "Wir haben ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Entscheidungsprozesses, ob die geltenden Regeln eingehalten wurden", erklärte Fraktionschefin Ska Keller am Donnerstag. Die Europäische Kommission, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und die Europäische Chemikalienagentur müssten sich kritischen Fragen stellen und erklären, warum wissenschaftliche Studien, die nach Ansicht Kellers nachweisen, dass Glyphosat gefährlich ist, ignoriert worden seien. Der Ausschuss müsse klären, wie "Entscheidungs- und Beratungsprozesse verbessert werden könnten, damit sie transparent und objektiv ablaufen". Nur so lasse sich sicherstellen, "dass Entscheidungen in der EU von öffentlichem und nicht von privatem Interesse bestimmt werden".

Das Verfahren zur Verlängerung der Zulassung von Glyphosat läuft noch. Am Mittwoch fand sich in einem Expertenausschuss keine Mehrheit der EU-Länder für eine Entscheidung. Anfang November soll ein neuer Anlauf genommen werden. Gelingt kein Kompromiss, läuft die Lizenz am 15. Dezember aus. Die Grünen wollen nun zunächst Unterschriften für die Einsetzung des U-Ausschusses sammeln.