Dauernd Krise, dauernd Rettungsgipfel, dauernd Gerede über die große Katastrophe. Doch diesmal haben die Politiker recht, wenn sie von den "zehn entscheidenden Tagen" sprechen, die nun anstehen. Denn Europa steht bedrohlich vor dem Lehman-Moment - und es gilt, einen epochalen Absturz der Weltwirtschaft zu verhindern.
Es war eine richtige Entscheidung und sie hat gewirkt: Die amerikanische Federal Reserve, die Europäische Zentralbank und vier weitere Notenbanken fluteten am Mittwoch das Bankensystem mit billigen Dollar in schier unbegrenzter Menge. Die Angst vor dem Zusammenbruch der Euro-Zone und des Bankensystems ließ erst einmal nach, die Börsenkurse schossen in die Höhe.
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Man mag das Wort Krise nicht mehr hören und kommt doch nicht umhin, in Krisenkategorien zu denken. Finanzwelt und Politik zählen die Tage bis zum EU-Gipfel am 8./9. Dezember in Brüssel. Wirtschaftskommissar Olli Rehn spricht von den "zehn kritischen Tagen, in denen eine umfassende Krisenantwort" gefunden werden müsse. Die Notenbanken brachten Entspannung, aber keine Lösung. Es ist wie bei einem Schmerzmittel: Es kann bestenfalls die richtige Therapie erleichtern.
Wer die Mittwochsaktion von Fed, EZB & Co richtig einschätzen will, der muss in Rechnung stellen, warum sie notwendig war: weil sich internationale Banken untereinander kaum noch Dollar-Kredite gewähren. Das Vertrauen im Finanzsektor ist praktisch zusammengebrochen, der Handel und die Wirtschaft insgesamt haben schon jetzt Schaden genommen. Hier sind die Notenbanken mit extrem billigen Dollar-Krediten eingesprungen, sie übernehmen die Rolle des normalen Marktes.
Das alles gab es schon einmal - im September 2008, kurz ehe die Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrach. Der "Lehman-Moment", also die Wiederholung der damaligen Ereignisse, ist in diesen Tagen bedrohlich nahe gerückt.
Die Zeit vor der Lehman-Pleite und die jetzige Krise in Europa haben viele Dinge gemeinsam, vor allem die Gefahr, dass jederzeit ein mörderischer Run auf die Banken einsetzen kann. Es gibt aber einen großen Unterschied: Die Institutionen der Vereinigten Staaten standen auch in den schlimmsten Augenblicken des Jahres 2008 nicht in Frage. Niemand zweifelte am Fortbestand des Dollars, der Federal Reserve oder des amerikanischen Finanzministeriums. All dies ist diesmal anders.
Die Krise hat offenbart, dass der institutionelle Rahmen des Euro nicht stimmt. Seit knapp zwei Jahren versucht nun die europäische Politik zwei Dinge gleichzeitig: den Rahmen in Ordnung zu bringen und eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern. Bis heute ist dies nicht geglückt, und nun muss sich das Schicksal der Gemeinschaftswährung sehr schnell entscheiden.
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Einen Lehmanmoment kann man nicht voraus sagen. Aber wenn so viele Dominosteine auf der Kippe stehen wie momentan, ist das Risiko natürlich größer, dass einer von ihnen umkippt und alles mit sich reißt. Es bedarf nur eines Bankruns in Italien, einer Revolte der Griechen oder einer französischen Bankpleite. Weil die Finanzwelt heute durch undurchsichtige Derivate so eng untereinander verlinkt ist, geraten sofort alle in Gefahr.
"Die Steuern müssen rauf, von der Mehrwertsteuer bis zur Einkommensteuer. und die Staatsleistungen auf den Prüfstand. "
Das zusätzliche Geld würde auch irgendwo verschwinden, ohne Nutzen.
Dabei vergessen Sie, dass die Staatsquote in Deutschland schon eine beachtliche Höhe erreicht hat. Es werden nämlich schon um die 50% der erwirtschaftenen Einkommen über direkte und indirekte Steuern, Abgaben usw. eingezogen und neu verteilt (oder eben in dubiose Rettungspakete gesteckt). Natürlich kann man das noch drastisch erhöhen, damit erhöhen Sie aber den Anreiz für alle, sich nur noch in die Hägematte zu legen.
"Wollen wir denn z.B, dass Ärzte nur noch Mo/Di aufhaben, weil sie sich sagen, ich bin doch nicht blöd, anstelle für den Staat 100% zu arbeiten, "
Auch wenn der Vorschlag drastisch war, dann zeigen Sie mal den Arzt und die Praxis, der nach Abzug aller Kosten 30.000€ im Monat verdient. Da suchen Sie auch schon bei Ärzten sehr lange.
Wenn Sie es auch gleich verdrehen, so spricht der Punkt ein allgemeines Problem an: der größte Teil der Bevölkerung wird für's Arbeiten bestraft. Für einen großen Teil lohnt sich einfach zusätzlicher Einsatz nicht, weil das, was dann zusätzlich wegbesteuert wird, das verbleibende zusätzliche Einkommen in keinerlei Relation mehr zum Aufwand stehen lässt. Das trifft nur bei ein paar wenige Prozent am oberen Rand nicht zu.
gekürzt wird, ist der vom Ende Europäischen Union. Und zwar zurecht.
Das Volk, das die Auswirkungen der gegenwärtigen Krise in seiner Gänze momentan gar nicht versteht, wird dann begreifen, was es heißt, für die EU zu zahlen. Es wird dann Politiker geben, die man nicht mehr tot schweigen kann, die die Meinung der meisten Deutschen artikulieren werden und die damit Wahlen gewinnen werden.
Ich und viele andere Deutsche sind es leid, immer nur von der zumindest gefühlt völlig gleichgeschalteten Presse vorgebetet zu bekommen, es sei völlig alternativlos, dass die Deutschen unbegrenzt die Haftung für die Schulden ihrer Nachbarn übernehmen, ja dass es sogar unanständig sei, überhaupt die Frage aufzuwerfen, ob die Vorteile von EU und Euro die damit verbundenen Nachteile nicht überwiegen.
Kein anderes Volk in Europa betrachtet die EU mit dieser Gefühlsduselei, wie man sie hierzulande immer wieder antrifft, stattdessen wird kühl kalkuliert, was die EU einem bringt. Europäische Solidarität gibt es nicht und lässt sich auch nicht von oben verordnen, jedes Volk ist nur darauf bedacht, für sich selbst möglichst viele Vorteile zu sichern. Und deswegen wäre es auch das schlimmste, was nach Unterzeichnung der Euro-Bürgschaftserklärung noch kommen könnte, eine Ausweitung der Kompetenzen der Brüsseler Gremien. Mit Demokratie hat das alles überhaupt nichts mehr zu tun.
Der Grund, weshalb die US-Banken bei der Lehmannpleite nie in Gefahr waren, liegt darin, dass die US-Regierung binnen 24 Stunden(!!!) einen ungeheuren Rettungsschirm aufspannte, der das gesamte Bankensystem sofort rettete. Bei uns hingegen wurden die Rettungsaktionen von der Kanzlerin kleckerweise über zwei Jahre hingezögert. Die US-Banken haben die enormen Summen längst (mit Zinsen!) an den Staat zurück gezahlt, während die Retttungsgelder bei uns auf immer verloren sind.
".. dass zuallererst das Vertrauen der Bevölkerung wiederherzustellen ist?"
Fragt ein schlauer Mensch?
Weil die Bevölkerung in den letzten 40 Jahren genau die Volksvertreter gewählt haben, die ihnen suggerierten, man können Manna unter das Volk verteilen, ohne zu bezahlen. Wenn die Bevölkerung kollektiv bereit ist, eine große Steuererhöhung zu fordern, denn kann man die Bevölkerung befragen.
Solange jeder nur kostenlose Straßen, Kita-Plätze, Universtätsstudium, Hartz IV für alle etc fordern, aber nicht das nötige Geld in die Staatskasse einzahlen will, dann bleibt den Regierungen nichts anderen übrig als das Geld auf den "Märkten" einzusammeln.
Wir können natürlich in GER für die Einstellungen der Harz IV zahlungen stimmen, und der Bundeshaushalt wäre sofort saniert. Ich will das nicht!
"Wegversteuern aller monatlichen Einkommen über 30.000 € zu 100%.
Dann sind die Staatsschulden weg und damit auch die Staatsschuldenkrise."
meint ein Schlauberger. So ein Unfug. Das hatten wir in Deutschland schon einmal von 1945-61. Damit würden die Leistungsträger genau das selben wie damals machen: Abstimmen mit den Füßen und auswanderen. Die DDR hat den Exodus nur mit einer Mauer und Schiessbefehl stoppen können. Am Ende hätten wir eine kollabieren Volkswirtschaft, weil sich jeder nur noch in die Hängematte legt.
Wollen wir denn z.B, dass Ärzte nur noch Mo/Di aufhaben, weil sie sich sagen, ich bin doch nicht blöd, anstelle für den Staat 100% zu arbeiten, mache meine Praxis von Mi-So zu, lege mich lieber zuhause auf Sofa und mache dass, was viele andere Sozialtranferempfänger auch machen.
Wir müssen uns endlich klar machen, dass wir selbst das Problem sind, weil wir kollekiv Leistungen vom Staat verlangen, ohne bezahlen zu wollen. Bezahlen sollen immer die Anderen.
40 Jahre haben wir gemeinsam die falsche Politik unterstützt. Und die Politik wurde zum Geldjunky der Märkte, weil wir die Politik nicht mit den nötigen Geldmitteln ausstatten wollen, oder den Abgeordneten zum Teufel jagen, der uns freie Kita-Plätze, frei Straßen, freien öffentlichen Nahverkehr, freie UNi, etc und gleichzeitig Steuersenkungen verspricht.
Die Steuern müssen rauf, von der Mehrwertsteuer bis zur Einkommensteuer. und die Staatsleistungen auf den Prüfstand. Subvensionen für Bauern, der Solarenergie, Industrieansiedlung kann es nicht mehr geben.
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