Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi dagegen schätzt die regelmäßige Zusammenarbeit mit externen Werbe- und Kommunikationsprofis. 2007 hat Verdi mit großem Budgetaufwand unter anderem eine Plakatkampagne gegen die Sparpolitik im Öffentlichen Dienst gestartet. "In einer konfliktgeladenen Auseinandersetzung wie bei der Tarifverhandlung im öffentlichen Dienst kommt es auf eine deutliche Ansprache gegenüber der Öffentlichkeit an. Da helfen uns die Agenturen, zentrale Botschaften werbewirksam auf den Punkt zu bringen", sagt ein Verdi-Sprecher.
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Trotz der Beratung durch externe Profis - das wohl wichtigste in einer Ausnahmesituation, wie sie damals die AEG- und momentan die Nokia-Belegschaft erlebt, ist die Arbeit der Menschen vor Ort. Das weiß Harald Dix nur zu gut. Er war bereits im AEG-Streik als Streikführer im Einsatz und wurde von der IG Metall nun auch vor das Nokia-Werkstor in Bochum geholt.
Bis in die Nacht im Zelt
Er leistet eine besondere, aber sehr effiziente Form der Öffentlichkeitsarbeit: Seit über einer Woche fährt er jeden Morgen um 8 Uhr zur IG-Metall-Verwaltungsstelle in Bochum, schnappt sich Buttons, Aufkleber und Flugblätter und macht sich auf den Weg zum Nokia-Werk. Dort angekommen steht er bis in die Nacht im Solidaritäts-Zelt und empfängt beim Schichtwechsel die Nokia-Mitarbeiter zum gemeinsamen Austausch. Zudem begrüßt er Solidaritätsbesuch und koordiniert Frage-Antwort-Runden zwischen Belegschaft und Schulkindern, die auf das Werksgelände kommen. Versorgt werden Dix und seine Kollegen von der Bochumer Bevölkerung. Die Menschen bringen Essen, Trinken und Holz für die Feuertonnen.
Dabei betont Dix, dass seine Arbeit nichts Besonderes ist. Für ihn sind die Mitarbeiter der IG Metall Bochum sowie der Nokia-Betriebsrat und die IG-Metall-Vertrauensleute ausschlaggebend. "Die haben die Großkundgebung mit 20000 Menschen organisiert. Außerdem planen sie gerade eine Fackelkette rund um das Werk, Besuche bei VfL- und BVB-Heimspielen und ein Solidaritätskonzert - vielleicht mit Herbert Grönemeyer", erklärt Dix. Auch eine Homepage wurde eingerichtet, von der man No Nokia-Logos und Solidaritäts-Klingeltöne runterladen kann.
Geht es nach Dix, bedarf es keiner externen Unterstützung. "Wir machen momentan alles selber und das klappt sehr gut." Außerdem blickt er nicht ganz so positiv auf die "AEG ist Deutschland"-Kampagne vor zwei Jahren zurück. "Die Mitarbeiter haben den Slogan zwar auf den Bannern mitgetragen, aber im Grunde war er einigen zu nationalistisch." Die rote Mülltonne vor dem Werkstor war übrigens über Nacht plötzlich da. Das zumindest behauptet Dix. Er ist sich sicher, dass die Nokia-Mitarbeiter sie aufgestellt haben.
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(SZ vom 08.02.2008/sma)
Na, "verarsching people" ist wohl alles andere als professionell. Denglisch-Kindergarten.