Gewerkschaft kritisiert Arbeitsbedingungen Gestresste Apple-Verkäufer gründen ersten Betriebsrat

Kritik an den Arbeitsbedingungen bei Apple gab es bislang vor allem an Fabriken in China - Verdi nimmt sich nun die Läden in Deutschland vor: zu laut, zu voll, zu schlecht bezahlt. Die Beschäftigten im Müncher Apple-Store wehren sich - und gründen jetzt den ersten Betriebsrat Deutschlands.

Apple-Stores zieren die Innenstadt, sagen jedenfalls Apple-Fans, die in den Läden ihre neusten Fetischprodukte anfassen und kaufen können. Die Shops sind genauso durchgestylt wie iPhone, iPad und iMac - die Geräte werden in Fabriken in China hergestellt, deren Arbeitsbedingungen sehr in der Kritik stehen. Jetzt geraten auch die Läden in Deutschland in den Fokus der Gewerkschaft.

Passanten gehen in der Rosenstrasse in München am Apple-Store vorbei.

(Foto: dapd)

Verdi kritisiert die Arbeitsbedingungen im Apple-Store München scharf, berichtet das Manager Magazin. Das Unternehmen dringe systematisch auf Überstunden, der Lärmpegel in den Shops sei oft zu hoch, und Maßnahmen zum Gesundheitsschutz suche man vergeblich, sagte Viktoria Sklomeit von Verdi dem Magazin.

In München gründete sich deswegen nun erstmals in einem deutschen Apple-Store ein Betriebsrat. "Der Leidensdruck war einfach zu groß. Apple wollte weder zuhören noch handeln", sagte Sklomeit.

Auch die Bezahlung sei ein Problem und eine der Triebfedern für die Gründung des Betriebsrates gewesen. Das Entgelt sei nicht an den Tarifvertrag gebunden und bleibe hinter diesem zurück.

Apple habe bei der Gründung des Betriebsrates keine Schwierigkeiten gemacht, sagte der Gewerkschaftssprecher. Sollte es weitere Initiativen zur Gründung von Betriebsräten in anderen Apple-Stores geben, werde man diese natürlich ebenfalls unterstützen. Der Laden in München hat laut Verdi etwa 250 Beschäftigte. Ein Apple-Sprecher kommentierte die Kritik nicht.