Noch weiß keiner, wer den notwendigen Sozialausgleich überhaupt auszahlen soll.
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Die Finanzverwaltung jedenfalls wäre damit völlig überfordert. Eine einheitliche Software gibt es nicht, und schon jetzt schaffen es die Mitarbeiter der Ämter nicht, alle Steuererklärungen gründlich zu bearbeiten. Sie sind einfach zu wenige.
Derweil liegen andere Aufgabenfelder brach. Ein paar Beispiele: Es fehlt an einem einheitlichen Klinik-Konzept. Im internationalen Vergleich gibt es zu viele Krankenhäuser in Deutschland. Die dafür verantwortlichen Länder verweigern den Kliniken zudem seit Jahren die notwendigen Investitionen. Beides führt dazu, dass das Geld knapp ist, die Häuser verfallen und das Personal weiter zurückgefahren wird.
Auch bei den niedergelassenen Ärzten gibt es ein gravierendes Problem. Seit Jahren steigt die Zahl der Mediziner, und trotzdem stehen viele Praxen in den ländlichen Regionen im Osten oder in Niedersachsen vor dem Aus, weil sich kein Nachfolger findet. Hier müssen neue Versorgungsformen her, die das Zusammenspiel von Kliniken und niedergelassenen Ärzten verbessern.
Die Bewertung von Nutzen und Kosten von Arzneimitteln steht trotz langer Aufbauarbeit immer noch am Anfang. Weil es an Forschern fehlt, die unabhängig von der Pharmaindustrie sind, sucht das dafür zuständige Institut mitunter händeringend nach den geeigneten Experten. Der Aufbau einer unabhängigen Forschung täte not.
Obwohl sie nicht kränker sind als Dänen, Schweden oder Franzosen, sitzen die Deutschen weitaus häufiger beim Arzt, im Schnitt 18-mal pro Jahr. Hier fehlt es an Instrumenten, die diese Zahl deutlich verringert. Die wichtigste Aufgabe aber ist es, das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen zu stärken. Die Volksleiden Bluthochdruck, Diabetes und Rückenschmerzen könnten vermieden werden, wenn die Bürger mehr über die Gefahren wüssten, die falsche Ernährung und zu wenig Bewegung bergen. Hier mangelt es an Aufklärung und an Anreizen für ein vernünftigeres Leben.
Die Kopfpauschale ändert an all diesen und anderen Problemen nicht das Geringste. Im Gegenteil, sie verhindert, dass sie endlich angegangen werden.
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(SZ vom 18.03.2010/hgn)
Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
Lauter Gewäsch, Beispiel: Gerade erst wurde der unbestechliche Chef des Instituts für Arzneimittelbewertung Sawicki abberufen. Der Autor beklagt dagegen nicht genügend Forscher dort. Als ob es daran liegen würde...
Mehr erspare ich mir.
Richtig, wenn Sie aber regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, dann dürfen Sie auch regelmäßig zum Arzt rennen auch wenn Sie sonst keinerlei ärztliche Leistung in Anspruch nehmen. Darüber spricht man aber nicht. Da scheint in anderen Ländern anders zu sein.
Ich bin erstaunt darüber, dass der Durchschnittspatient 18 mal pro Jahr zum Arzt muss; interessant fände ich, die Gründe zu erfahren.
Weil ich ungern zum Arzt gehe (z.B. wegen der Wartezeit und weil der Termin meist mitten im Arbeitstag liegt) wäre mein Verbesserungsvorschlag ein Diagnoseprogramm (Expertensystem), mit dem ich meine Krankheit per Internet selbst diagnostizieren könnte (um z.B. zu entscheiden, ob es sich bei der Erkrankung um eine harmlose Erkältung oder um eine Grippe handelt, um Bauchschmerzen oder eine Blinddarmentzündung) und das bei einer harmlosen Erkrankung eine ungefährliche Medizin empfiehlt bzw. auch eine Empfehlung ausgibt, ob man noch zur Arbeit gehen kann oder lieber zuhause bleiben sollte.
Könnte nicht eine Chipkarte entwickelt werden, auf der Behandlungs- und Diagnosedaten nach dem Arztbesuch gespeichert werden könnten, die bei Arztwechsel der nächste behandelnde Arzt einsehen könnte, um z.B. Doppelbehandlungen zu vermeiden? Möglicherweise könnten diese Daten in der Apotheke verwendet werden, damit ein chronisch Kranker nicht jedes Vierteljahr zum Arzt gehen muss, um sich ein neues Rezept zu holen.
Ich gebe zu, bin glücklicherweise selten krank und medizinischer Laie, aber vielleicht könnten die Patienten im Brainstorming auch noch auf ein paar sinnvolle Verbesserungsvorschläge kommen; vielleicht könnten auch die Patienten etwas erreichen, wenn sie sich zusammentun würden - zahlenmäßig ist die Gruppe schließlich größer als die der Mitarbeiter im Gesundheitswesen.
In der Hoffnung, dass die Quelle hier veröffentlicht werden darf (bin kein Mitarbeiter des Verlags):
http://www.imedo.de/artikel/gesundheitswesen
Auf dieser Seite wird der Versuch unternommen, darzustellen, woher das Geld im Gesundheitswesen kommt und wofür es verwendet wird.
Außerdem interessant: Statistik-Daten, veröffentlicht vom Bundesministerium für Gesundheit:
http://www.bmg.bund.de/cln_169/nn_1168248/DE/Gesundheit/Statistiken/Daten-des-Gesundheitswesens.html
Die KV ist keine Gewerkschaft, sondern laut Gesetz für die Ärztl. Versorgung in ganz Deutschland verantwortlich. Die Abrechnung aller ärztlichen Leistungen erfolgt über die KVen, d.h. ein Teil der Krankenkassenbeiträge bleibt hier hängen. Informieren sie sich doch einmal, z.B.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kassenärztliche_Vereinigung
der Marburger Bund ist eine Art Gewerkschaft der Ärzte....
Paging