Noch vor wenigen Jahren lehnten ihn alle ab - jetzt wird der Mindestlohn von vielen gefeiert.
Er hat eine erstaunliche Karriere durchgemacht. Es ist ein Aufstieg mit allen Zutaten für einen Hollywoodfilm: Ein vernachlässigtes Kind wandelt sich zum umschwärmten Glamourboy.
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Es geht um den Mindestlohn. Noch vor einigen Jahren lehnten ihn alle ab. Die Oberen in der SPD, die Gewerkschaftsbosse, die führenden Wirtschaftsexperten, Unionspolitiker und Arbeitgeber sowieso. Wer das Wort Mindestlohn in den Mund nahm, galt schon als Kommunist.
Heute hat der Mindestlohn seine Freunde im Mainstream der Politik. Der Deutsche Gewerkschaftsbund will ihn durchsetzen, die SPD-Spitze hofft auf einen Knüller für den Wahlkampf. Unionspolitiker können sich Mindestlöhne für bestimmte Branchen vorstellen, und selbst die Arbeitgeber mildern ihre Kritik, wenn die Mikrofone abgeschaltet sind.
Inzwischen fordert auch Bert Rürup, der Chef des Sachverständigenrats, einen allgemeinen Mindestlohn - dabei hatte der Rat die Idee im Jahr 2005 als "untaugliches, kontraproduktives Mittel" abgelehnt. Ein bemerkenswerter Meinungwandel. Wie kam es dazu?
Selbst Tarifverträge schützen nicht vor Hungerlöhnen
Es liegt an der Realität. Sie hat die Köpfe der Oberen erreicht. Die Gewerkschaftsführer zum Beispiel haben Mindestlöhne lange abgelehnt, weil sich der Staat nicht in die Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern einmischen sollte.
Doch nach und nach stellten sie fest, dass sie immer seltener verhandeln konnten - weil das Gegenüber aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten war. Im Westen Deutschlands galten im Jahr 2006 für 65 Prozent der Beschäftigten Tarifverträge, im Osten nur für 54 Prozent.
Doch selbst Tarifverträge schützen nicht vor Hungerlöhnen. Im vergangenen Jahr erhielt ein Wachmann in Thüringen laut Vertrag 4,38 Euro pro Stunde, ein Friseur im ersten Berufsjahr in Sachsen 3,82 Euro. Das reicht nicht zum Leben, und so stocken 1,3 Millionen Menschen ihr Gehalt mit Arbeitslosengeld II auf.
Angesichts dieser Schicksale fand der Mindestlohn auch immer mehr Anhänger in der SPD. Das hing damit zusammen, dass die Genossen ein Thema suchten, mit dem sie sich von dem kaltherzigen Kurs der Agenda 2010 verabschieden konnten.
Gerhard Schröder war weg, in der rot-grünen Ära war er zusammen mit Wolfgang Clement einer der schärfsten Kritiker des Mindestlohns gewesen, weil damit eine "Überforderung der Politik" drohe, wie er sagte. Neben Politik und Gewerkschaft wandelte sich auch die Wissenschaft.
Ernstzunehmende Studien von US-Forschern zeigten, dass Mindestlöhne keineswegs stets Jobs killen, wie das viele Ökonomen behauptet hatten. Manchmal schaffen sie sogar Arbeitsplätze. Ähnliche Ergebnisse lieferten Studien über die Lage in Großbritannien und im deutschen Baugewerbe. Aber kann der Mindestlohn die in ihn gesetzten Hoffnungen erfüllen?
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Mubarak-Prozess in Ägypten
und ALLE lieb(t)en die SZ ;-)
Statt ein Stück weit zu hinterfragen, WARUM der ML inzwischen notwändig ist, nämlich weil die Gewerkschaften hoffnungslos ins Hintertreffen bei Tarifverhandlungen geraten sind, ergießt man/frau sich in Platitüden.
Also in der Mitte*
(*copyright CDU)