Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich zu Jahresbeginn aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Januar auf 103,4 Punkte. Doch Konsumforscher sehen bereits neue Probleme.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zum Start ins neue Jahr überraschend wieder etwas aufgehellt.
Der ifo-Index bescheinigt der deutschen Wirtschafte ein "robuste Verfassung". (© Foto: ddp)
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Im Januar sei der Geschäftsklimaindex von 103,0 Punkten im Vormonat auf 103,4 Punkte gestiegen, teilte das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung mit.
Experten hatten dagegen angesichts der internationale Finanzkrise, des starken Euros und der hohen Ölpreise mit einer weiteren Eintrübung gerechnet.
"Insgesamt präsentiert sich die gewerbliche Wirtschaft in einer robusten Verfassung", erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn laut Mitteilung.
Während die rund 7000 befragten Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage leicht schlechter beurteilen als im Vormonat, zeigten sie sich für die kommenden sechs Monate wieder etwas optimistischer als zum Jahresausklang.
Der Lage-Index gab entsprechend von 108,1 Punkten auf 107,9 Punkte nach, dagegen stieg der Index für die Geschäftserwartungen von 98,2 Punkten auf 99,0 Punkte. Der ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft.
Das Verarbeitende Gewerbe blickt zuversichtlich nach vorne und setzt auf ein fast ungebrochen gutes Exportgeschäft. Allerdings planen nicht mehr so viele Unternehmen neue Arbeitsplätze zu schaffen wie zuletzt. Im Bau hellte sich die Stimmung etwas auf, während sie sich wegen der eingetrübten Lage im Einzelhandel wieder verschlechterte.
Prall gefüllte Auftragsbücher
Der jüngste Börsencrash weltweit spiegelt sich im Geschäftsklima kaum wider, da die Umfrage nach Ifo-Angaben zu Wochenbeginn bereits weitgehend abgeschlossen war.
Die Firmen hätten bisher gelassen auf die Turbulenzen reagiert, sagte Ifo-Konjunkturexperte Hans Günter Russ. "Es ist keine große Verunsicherung zu spüren, auch weil die Auftragsbücher weiter prall gefüllt sind."
Bankenvolkswirte erwarten zwar, dass die Börsenentwicklung die Stimmung der Firmen künftig etwas eintrüben könnte, bewerteten das jüngste Geschäftsklima aber durchgehend positiv. "Die Daten sind insgesamt besser ausgefallen als erwartet", sagte Stefan Schilbe von HSBC Trinkhaus.
Das gelte für die laufende Entwicklung wie auch für die Erwartungskomponente. "Die Ifo-Daten spiegeln noch immer Wachstum wider und geben keine Nahrung für Rezessionsbefürchtungen", sagte Schilbe.
Sein Kollege Andreas Rees von Unicredit sieht sogar Hoffnung, dass sich Deutschland von der weltgrößten Volkswirtschaft abkoppeln könnte. "Es sieht so aus, als hätten wir uns gut freigeschwommen von der US-Wirtschaft." So könnte das Wachstum im Frühjahr bereits wieder anziehen.
Der Großteil der Belastungen aus dem US-Geschäft werde durch Drittländer wie Russland oder China wieder wettgemacht. "Wir brauchen absolut keine Angst haben vor einer Rezession in Deutschland."
Negative Auswirkungen auf den privaten Konsum
Wegen der Immobilien- und Finanzmarktkrise sieht die Bundesregierung steigende Risiken und erwartet in diesem Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent. Anders als die USA plant sie aber derzeit kein Konjunkturprogramm.
Die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) warnte dagegen vor negativen Auswirkungen der Börsenkrise auf den privaten Konsum. "Wenn die Unsicherheit an den Börsen anhält, könnte die Sparquote auch 2008 wieder leicht ansteigen", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl der Thüringer Allgemeinen.
Die Börse sei ein Stimmungsbarometer: "Es ist überhaupt nicht auszuschließen, dass sich das Konsumklima in den nächsten Monaten von dieser Entwicklung beeinflussen lässt". Die Verbraucher hätten eine "Vertrauenskrise gegenüber den Finanzmärkten", wird Bürkl zitiert.
Die Bundesregierung geht in ihrem neuen Jahreswirtschaftsbericht noch von einem starken Wachstum des privaten Konsums von 3,1 Prozent im laufenden Jahr aus. Die GfK-Forscher veröffentlichen am (morgigen) Freitag ihren neuen Konsumklimaindex. Die Befragungen wurde allerdings bereits am vergangenen Samstag - vor Beginn der turbulenten Börsenwoche - abgeschlossen, schreibt die Zeitung.
Der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin, Alfred Steinherr, erwartet auf absehbare Zeit keine Beruhigung der Lage an den Weltmärkten. "Was als Krise im Hypothekensegment begann, zieht immer weitere Kreise", sagte Steinherr der "Berliner Zeitung". Das Ende des Tunnels sei noch längst nicht in Sicht. Auch in der Vergangenheit habe die Bewältigung von Krisen Jahre gedauert.
Steinherr hält eine Rezession in den USA in diesem Jahr für möglich; die Konjunktur werde "auf jeden Fall" nach unten gehen.
Wegen der zu erwartenden Auswirkungen eines weiteren Dollar-Verfalls könne es auch in Deutschland zu einer Beeinträchtigung der Konjunktur kommen, wird der Experte zitiert.
(dpa/Reuters/woja/ckn)
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Könnten die - ach so oberschlauen Kommentatoren dem geneigten Leser mal erklären auf Grund welcher Faktoren der Konsum anspringen sollte:
Wegen der Kürzungen und Streichungen (die die selben Herrschaften oft mit verursacht haben) ??
Wegen der exorbitant gestiegenen Fixkosten ??
Wegen der höheren Kosten für die Grundbedürfnisse auch der Normalverdiener ??
Das dicke Ende kommt ja erst noch - es wird auch die Schlüsselindustrien hart treffen.
Wie sagte der GM-Boss gestern: Der deutsche Markt ist zu vernachlässigen - da läuft nichts.