Magna will mehr Geld in Opel investieren, doch General Motors hadert mit dem Konzept des Investors. Der Opel-Betriebsrat fürchtet unterdessen weitere Job-Kürzung.
Der US-Autokonzern General Motors (GM) hat auch an dem verbesserten Angebot des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna für Opel Vorbehalte geäußert.
Den Amerikanern missfällt an dem Konzept von Magna vor allem, dass die Sberbank ihren angestrebten 27,5-Prozent-Anteil an "NewOpel" schon bald wieder verkaufen will - und der Käufer damit Zugriff auf die Opel-Nutzungsrechte für GM-Patente erhalten könnte. (© Foto: dpa)
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Es gebe Teile in dem Angebot, die so nicht umsetzbar seien, schrieb GM- Verhandlungsführer John Smith in einem Blog des Konzerns im Internet. Grundsätzlich sehe man die Entscheidung über einen Investor für die bisherige deutsche Tochter weiter als offen an.
Zuvor hatte Magna im Übernahme-Poker nachgelegt und Berichten des Wall Street Journals zufolge sein Barangebot erhöht.
"Weiter völlig offen"
In der Summe wolle Magna im Konsortium mit der russischen Sberbank zwar unverändert 500 Millionen Euro Eigenkapital einbringen. Im Falle eines Zuschlags durch die einstige Opel-Mutter und die deutsche Politik sollen nun aber sofort 350 Millionen statt wie bisher geplant nur 100 Millionen Euro in bar in die neue Gesellschaft fließen, zitierte das Blatt Berliner Regierungskreise.
GM bevorzuge weder Magna noch den konkurrierenden Finanzinvestor RHJ International, so Smith im GM-Blog. "Wir sind weiter völlig offen für einen zufriedenstellenden Abschluss mit einem der beiden Bieter." Ein Abschluss des Geschäfts bis Ende September sei noch machbar.
Die Offerte von Magna beinhalte aber zu Patent-Nutzungsrechten und zu den russischen Aktivitäten nicht realisierbare Punkte. Diese wichen von vorausgehenden Verhandlungen ab.
Die Diskussion mit Magna darüber dauere an. GM wolle die Fragen "sobald wie möglich" lösen, so Smith weiter. Das Gegenangebot von dem Finanzinvestor RHJI sei fertig. "Es stellt eine weit einfachere Struktur dar und ist einfacher umzusetzen", so Smith.
Zuletzt hatten sich zwar die Regierungen von Bund und Ländern mit Opel-Standorten sowie der Opel-Betriebsrat für Magna ausgesprochen. Verkäufer ist jedoch GM. Und der US-Konzern bevorzugt bisher das Angebot des Finanzinvestors RHJ International.
Den Amerikanern missfällt an dem Konzept von Magna vor allem, dass die Sberbank ihren angestrebten 27,5-Prozent-Anteil an "New Opel" schon bald wieder verkaufen will - und der Käufer damit Zugriff auf die Opel-Nutzungsrechte für GM-Patente erhalten könnte. Sorge bereitet den Managern in den USA vor allem, dass die Rechte an einen russischen Autokonzern übergehen könnten. Im Gespräch ist der marode Hersteller GAZ, der als Kooperationspartner von Magna und Sberbank sein Werk in Nischnij Nowgorod und das Vertriebsnetz in Russland zur Verfügung stellen soll.
Das lehnt GM als inakzeptabel ab, wie die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Verhandlungskreisen erfuhr. Die Frage ist nach Angaben aus Kreisen vom Dienstag zwar noch nicht geklärt. Über das Thema werde aber weiter verhandelt. Man sei auf einem "guten Weg".
Mit dem höheren Baranteil in seiner überarbeiteten Offerte zeige Magna die Bereitschaft, früher einen größeren Teil des Risikos zu tragen, hieß es in Regierungskreisen. Bisher wollte das Konsortium zusätzlich zu den 100 Millionen Euro in bar 400 Millionen Euro als zinsloses Darlehen zur Verfügung stellen. Erst schrittweise und über Jahre sollte der Kredit in Eigenkapital umgewandelt werden. Dieser Teil wurde nun auf 150 Millionen Euro reduziert.
Das neue Angebot kann als Reaktion auf die Kritik aus der deutschen Politik verstanden werden. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte von allen Bewerbern gefordert, mehr Eigenkapital einzubringen und damit mehr eigenes Risiko zu übernehmen. Die Bieter haben ihre Offerten an staatliche Garantien in Milliardenhöhe geknüpft. Daher kann GM Opel auch nicht ohne die Zustimmung Berlins verkaufen.
Zuletzt hatte dem Vernehmen nach auch der zweite Bieter im Rennen, der Finanzinvestor RHJ, sein Angebot leicht nachgebessert. Statt die angebotenen 275 Millionen Euro Eigenkapital in zwei Tranchen bis 2012 einzubringen, soll das Geld nun komplett bei Vertragsabschluss fließen.
Der Opel-Betriebsrat rechnet nach einem Bericht der Bild-Zeitung im Falle einer Übernahme mit einem deutlich stärkeren Stellenabbau als bisher angenommen. Wie das Blatt unter Berufung auf einen Brief des deutschen Betriebsrats an die europäischen Kollegen berichtet, sind laut Arbeitnehmerseite längerfristig bis zu 22.000 Arbeitsplätze gefährdet.
Bei einem Einstieg von RHJI werde die Mitarbeiterzahl bei Opel/Vauxhall europaweit "voraussichtlich auf 32.000 sinken, was einer Reduzierung um 22.000 Mitarbeiter entspricht", heißt es in dem Brief. Damit eingerechnet ist auch der Jobabbau beim schwedischen Autohersteller Saab.
Sollte das Konsortium Magna/Sberbank den Zuschlag erhalten, rechnet der Betriebsrat laut Brief mit einem Rückgang der Arbeitsplätze auf 33.000. Offiziell haben RHJI und Magna bisher erklärt, sie wollten im Fall der Opel-Übernahme maximal 10.000 Stellen streichen.
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(sueddeutsche.de/dpa/hgn/tob)
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An Mythorus, was hoere ich da von Dir, Insolvenz,dass hatte doch schon zu Guttenberg angedacht und wurde heftig kritisiert. Das GM Opel dringent braucht merkt man langsam,auch ein GM Konzern nach der Pleite ist auf Opel angewiesen,auch umgekehrt ist das so.
Ich kann es nichtmehr hören... Es gibt ein probates Mittel, welches bei Opel unverzüglich angewandt werden sollte: Insolvenz!
könnte man beginnen neue t-shirts zu drucken - die mit der Aufschrift WIR SIND OPEL
könnten nach dem Hickhack nun doch durchgeschwitzt sein.
Zum Umkleiden folgt dann - WIR WAREN OPEL ...
wird bald GM die Firma Magna übernehmen und ein Ölscheich den Deal finanzieren.
nicht genügend Erfahrung mit den Heuschrecken? Diesen Finanzhasardeuren muss die Regierung endlich einen Riegel vorschieben. Opel hat praktisch alle Patente entwickelt, mit denen GM einigermaßen moderne Auto bauen konnte.
Die Sicherung dieser Patente mittels der Bürgschaftszusage der Regierung (der Steuerzahler) war eine der Vereinbarungen, die damit einherging. Die Übertragung der Firma auf die Finanzhaie einer von Grund auf maroden Volkswirtschaft sollte nicht zugelasen werden.
Die BRD wie auch die EU sollte handeln wie China, knochenhart auf den eigenen Vorteil bedacht und nicht in christlichem Altruismus die Mechanismen eines zutiefst bankrotten Systems noch stützen meint ...
Kuni
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