Deutschlands Politik ist empört, Magna dagegen zeigt "Verständnis". Es könnte sein, dass das Leben für den austro-kanadischen Autozulieferer nun wieder leichter wird.
Magna-Vizechef Sigfried Wolf meldete sich nach der GM-Ankündigung, Opel nun doch nicht verkaufen zu wollen, fast als Erster zu Wort. In einer ersten Verlautbarung Mittwochnacht zeigte er "Verständnis" für GM und fuhr fort: "Wir werden Opel und GM auch bei den künftigen Herausforderungen unterstützen." Man verstehe, dass der GM-Verwaltungsrat zu dem Schluss gekommen sei, "dass es im besten Interesse von GM ist, Opel zu behalten, da es eine wichtige Rolle in der globalen GM-Organisation spielt". Zugleich dankte Wolf allen an den Restrukturierungsplänen für Opel Beteiligten für die "unermüdlichen Bemühungen und ihren Einsatz während der letzten Monate".
Magna Vize-Chef Siegfried Wolf: "Wir haben Verständnis." (© Foto: Reuters)
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Nach dem mehr als sechsmonatigen Hin und Her, nach etlichen durchverhandelten Nächten sind das erstaunlich dürre Sätze, mit denen ein bewegtes Firmenkapitel abgeschlossen wird. Diesen Sätzen ist allerdings auch eines abzulesen: ein gewaltiges Stück Erleichterung. Ganz nüchtern betrachtet wäre Magna an der Herkules-Aufgabe, Opel zu restrukturieren und in eine profitable Zukunft zu führen, wahrscheinlich gescheitert.
Im Video: Nach dem Entscheidung von General Motors, Opel doch zu behalten, zeigen sich Beschäftigte in Bochum kaum überrascht.
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Die Drohgebärden der Autoindustrie gegen den herandräuenden neuen Konkurrenten wurden immer massiver - allen voran kamen sie von VW. Die Wolfsburger interessieren sich für den insolventen deutschen Zulieferer Karman unter anderem auch deswegen, um ein Stück weit von Magna unabhängiger zu werden - immerhin stammen 15 Prozent des gesamten Magna-Auftragsvolumens von Volkswagen. Dass der Gegenwind so scharf wehen würde - damit hatte der österreichisch-kanadische Konzern nicht wirklich gerechnet. Langsam wuchs auch die Erkenntnis, dass man doch eine zu große Last schultern wollte.
Magna hätte die Auftragsausfälle der Autobauer auf lange Sicht wahrscheinlich kaum verkraftet, die Sberbank als Partner war ohnehin nie wirklich interessiert, und der deutsche Steuerzahler hätte Milliarden in ein schwarzes Loch geworfen. Der Verstoß gegen EU-Wettbewerbsregeln hätte dem Protektionismus in Europa Auftrieb gegeben. Der Sündenbock für diese Dinge hätte aber vor allem einen Namen getragen: Magna. Firmengründer Frank Stronach kann das nicht gewollt haben.
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Das irgend jemand auch nur daran denken konnte, dass GM - die derzeit zu 60% dem amerikanischen Staat gehören - den Verkauf an ein Konsortium, in dem eine russische Bank sitzt zustimmen würde, ist wahrhaft erstaunlich. Und dass Opel Deutschland gegenüber anderen anderen Standorten (z.B. in England) bevorzugt würde ebenso.
Seit Jahrzehnten gilt für die USA folgende generelle Europa-Regel, die sich die deutsche Regierung mal endlich einprägen sollte:
Keep the Russians out, the Germans down, and the Americans (in Europe).
Magna ist ein Problem los, aber Opel hat ein neues. Denn mit GM ist die Rettung von Opel in weite Ferne gerückt und idie Insolvenz nahe. Dies kostet natürlich dem Staat und auch Firmen ein Vermögen. Dann der interessante russische Markt ist verloren. Denn Amerikatner werden in Russland nicht so geliebt
Für GM - bei Opel weiss man, wie man technisch anspruchsvolle Autos baut, für Magna - weil sie die Aufträge der Mitbewerber behält, die sich bei einem Kauf zurückziehen wollten (BMW, Mercedes), für uns - weil wir die 4,5 Milliarde besser ausgeben können - Weiterbildung, Umschulung der ehemaligen Opelmitarbeiter. Denn eines steht fest: Opel ist im derzeitigen Zustand unter keinem Eigentümer überlebensfähig.
Magna wäre plus Opel daran zugrunde gegangen. Das ganze war sicheres Harakiri. New Opel wäre von Anfang an eine Totgeburt gewesen.
Was hätte Magna ein sterbenskranker Automobilhersteller-Klotz am Bein genutzt? Nichts.
Die anderen Konkurrenten hätten auf Dauer dort kein Teil mehr entwickeln oder fertigen lassen. Die Magna-Mitarbeiter haben ab heute wieder einen sicheren Arbeitsplatz.
Opel wird auch mit GM weiter bestehen, wenn auch in angemessen abgespeckter Größe da gerade Opel durch den weiter sinkenden Absatz extremste Überkapazitäten. Mehr muß man dazu nicht sagen.
Die Welt dreht sich auch für Opel weiter. Die Mitarbeiter haben jedoch einen Anspruch zeitnah zu wissen, wie es an der Seite von GM weitergeht.
diesen Klotz nicht ans Bein gebunden bekommen zu haben.
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