Erst sah es nach Trennung aus, jetzt will der wiedererstarkte US-Autohersteller General Motors Opel vielleicht behalten - und müsste dann wohl deutlich mehr Milliarden investieren als gedacht.
Die Verhandlungen ziehen sich seit Monaten, doch entschieden hat General Motors (GM) über die Opel-Zukunft immer noch nicht. Auch bei dem auf zwei Tage angesetzten Treffen des GM-Verwaltungsrats gab es bislang kein Votum. Jedenfalls keines, das öffentlich bekannt geworden wäre. Fest stehen dürfte nur: Hält der durch das Insolvenzverfahren zu neuer Kraft gelangte GM-Konzern an der einstigen Tochter fest, wird's für die Amerikaner wohl richtig teuer.
In Detroit tagt der GM-Verwaltungsrat, doch eine Entscheidung über die Opel-Zukunft wurde noch nicht getroffen. (© Foto: AP)
Anzeige
GM würde mit bis zu 6,1 Milliarden Dollar in bar deutlich mehr Mittel benötigen als bisher angenommen. Das geht aus einem Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervor. Die Mittel würden zusätzlich zu den 50 Milliarden Dollar gebraucht, die GM bereits von der US-Regierung erhalten habe, hieß es weiter. Die bisher von GM kalkulierten Zusatzkosten von 4,65 Milliarden Dollar seien "übertrieben optimistisch" gewesen.
Der KPMG-Bericht soll dem GM-Verwaltungsrat in Detroit vorgelegt werden, der bei seinem Treffen am Dienstag und Mittwoch über die Zukunft des Rüsselsheimer Autohersteller entscheiden könnte. Zuletzt hatte es bei GM immer mehr Stimmen für einen Verbleib von Opel im US-Konzern gegeben.
Zahlen? Nicht für jeden!
Deutschland, das für einen Verkauf von Opel an den kanadischen Autozulieferer Magna eintritt, machte klar, dass es einen Verbleib von Opel bei GM nicht unterstützen wird. "Die Bundesregierung hat immer wieder klargestellt, dass Staatshilfen an eine Investorenlösung gebunden sind", sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.
Neben Magna hat auch der Finanzinvestor RHJI für Opel geboten. Mit einer Entscheidung des GM-Verwaltungsrats wird frühestens am Mittwochabend gerechnet. Wahrscheinlicher ist aber wohl, dass eine Entscheidung erst im Oktober getroffen wird - und damit nach der Bundestagswahl.
Regierungsmitglieder wie Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) betonten immer wieder, dass die Bundesregierung ihre Zusagen über Staatshilfen nur für den Fall gemacht habe, dass Magna den Zuschlag bekomme. RHJI oder GM bekämen die Garantien nicht. Sie müssten stattdessen den Überbrückungskredit über 1,5 Milliarden Euro zurückzahlen.
Dieser Kredit hält Opel seit Monaten über Wasser. GM hat deshalb allerdings auch keinen Zeitdruck, weil die Hilfe noch bis Januar für Opel ausreichen dürfte.
Betriebsrat und Gewerkschaften warfen GM vor, Zeit und Geld zu verschwenden. Branchenexperten warnten, eine weitere Verzögerung schade massiv dem Image der Marke Opel.
Bei einer weiteren Vertagung einer Entscheidung über die Zukunft von Opel planen die Arbeitnehmervertreter kurzfristige Protestmaßnahmen. "Wenn es eine Hängepartie oder eine Entscheidung für RHJ gibt, dann werden wir eine Großkundgebung in Eisenach machen", sagte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz am Mittwoch. Diese sei bereits für Freitag geplant. Dazu würden auch Vertreter der anderen deutschen Opel-Standorte in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern erwartet.
Gemeinsam wollen die Beschäftigten dann eine Menschenkette um das Corsa-Werk in Thüringen bilden, "um das Werk zu beschützen, weil es eines der gefährdetsten ist", sagte Franz. Die Arbeitnehmervertreter bei Opel bevorzugen einen Einstieg des Zulieferers Magna und dessen russischem Partner Sberbank. Sollte RHJ zum Zug kommen, plant der Finanzinvestor eine vorübergehende zweijährige Stilllegung des Eisenacher Werks.
- Neuer Slogan für Automarke Opel - potz Blitz! 08.09.2009
- Studie zu Opel Mit GM ins Desaster 05.09.2009
- Zukunft von GM "Magna muss den Zuschlag bekommen" 07.09.2009
- Opel: Betriebsratschef Franz "Bei GM hat sich nichts geändert" 05.09.2009
- General Motors Ach, ein Gewinn! 17.05.2010
- Wirtschaft kompakt Rückrufaktion - jetzt auch bei Porsche 27.04.2010
- Opel Ampera Hier fährt die Zukunft 23.04.2010
(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/mel/tob)
Was sich hier unsere Regierung erlaubt ist ......................
Und die stellen sich ersthaft wieder zur Wahl.
LOL
und werden wieder gewählt.!!!
Man fasst es nicht!
Opel ist doch hauptsächlich deshalb in einem so desolaten Zustand, weil GM ständig nur rausgeholt hat, was rauszuholen war; weil US-Manager mit null Durchblick für den europäischen, den deutschen Markt zumal, beinahe im Stundentakt abgeklöst wurden und so jegliche Kontinuität in Modellpolitik, Entwicklung und Qualitätssicherung verhinderten; weil GM mit Igancio Lopez den schlimmsten aller Qualitätsvampire auch Opel bis ins Mark schädigte; weil ...
Und Sie kommen daher und behaupten forsch, GM könne alles am allerbesten. Ist "Svensk" vielleicht ein Pseudonym für Dudenhöffer?
... dass es in der Automobilproduktion weltweit schon jetzt Überkapazitäten gibt und dass es kaum möglich sein wird, die wachsenden Märkte in Indien und China mit Autos zu beglücken, die hier gebaut werden, wenn diese Länder selbst anfangen, Autos für die Heimatmärkte zu bauen.
Da fallen bestimmt ein paar Autos ab, die für die Oberschicht in diesen Ländern gebraucht werden, aber der Massenmarkt wird mit weitaus günstigeren, im Land hergestellten Autos abgedeckt werden.
Wollen wir uns mit der Automobilindustrie wirklich eine 2. Kohleindustrie ans Bein binden?
Irgendwo wird es eine Marktbereinigung geben müssen. Und da trifft's halt die schwächsten zuerst. Warum sollte die Politik in diesen Prozess eingreifen?
... ist in diesem Beitrag eigentlich von Opel als "einstiger" GM-Tochter die Rede?
dass GM, angesichts der bisherigen Probleme, besondere Befähigung zur Führung eines multinationalen Großkonzerns gezeigt hat?!?
Die konnten's bislang nicht, wie sollen sie's denn auf einmal gelernt haben?
Da hätte ich eher zu kleineren Partnern vertrauen, die mit entsprechendem Engagement aus höchsteigenem Interesse ans Werk gehen, als zu den Kraken, die im Zweifelsfall auch mal Firmen aufkaufen, nur um einen Konkurrenten weniger zu haben, und dann alles zerlegt verkaufen, um noch ein bisschen vom Tafelsilber zu profitieren!
Ein weitgehend ähnliches Vorgehen (ohne Zerlegung) gab's doch bisher auch schon. Da hat der Mutterkonzern angeordnet, dass alle Patente für einen Betrag zu GM gingen, denen aber der Erstattungsbetrag gestundet wurde, während zugleich Opel kräftig Lizenzgebühren für die Nutzung der Patente entrichten musste. Wenn das nicht (legalisierte) Kriminalität ist ...
Wahrscheinlich will man dieses "Geschäftsmodell" gleich wieder in die Tat umsetzen, zumal man mit den Spritfressern der Stammmarke bei halbwegs denkenden Bürgern hierzulande kaum einen Blumentopf gewinnen kann.
Paging