Aus "Old GM" wurde "New GM" - doch die Verluste sind geblieben. 1,2 Milliarden Dollar gingen im dritten Quartal verloren. Gerät die Opel-Sanierung schon vor dem Start zum Himmelfahrtskommando?
Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) sieht wieder Licht am Ende des Tunnels. Nach seinem Insolvenzverfahren verringerte der größte US-Autohersteller seine Milliardenverluste und startet schneller als erwartet den Schuldenabbau.
GM hat mehr als 50 Milliarden Dollar vom Staat bekommen, 6,7 Milliarden Dollar davon als Kredit. (© Foto: dpa)
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Im dritten Quartal verzeichnete GM zwar noch immer ein Minus von 1,2 Milliarden Dollar (802 Millionen Euro). Der Verlust war aber kleiner als von vielen Experten geschätzt. Ein Jahr zuvor sei das Minus mehr als doppelt so hoch gewesen.
Der Umsatz lag im dritten Quartal bei 28 Milliarden Dollar. Das waren fünf Milliarden Dollar mehr als im zweiten Quartal. Die ersten Zahlen nach dem im Juli beendeten Insolvenzverfahren sind nur schwer mit früheren Ergebnissen vergleichbar und basieren nicht komplett auf gängigen Bilanzregeln. Der von GM genannte "betriebswirtschaftliche" Verlust könnte zudem noch bestimmte Sondereffekte ausklammern.
"Viel Arbeit vor uns"
Bis GM wieder festen Boden unter den Füßen hat, wird noch eine Menge Zeit vegrehen. "Wir haben noch viel mehr Arbeit vor uns", räumte Konzernchef Fritz Henderson ein. "Aber die Ergebnisse beweisen das solide Fundament, das wir für den neuen GM-Konzern legen." Hendersons Stuhl wackelt laut Experten wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Verwaltungsrat.
Doch trotz der tiefroten Zahlen möchte GM Gesundung signalisieren. Der Konzern will daher nun den Schuldenabbau mit Raten in Milliardenhöhe beginnen. Noch zum Jahresende will GM eine erste Rate von 1,2 Milliarden Dollar Schulden an die USA und Kanada zurückzahlen und die Hilfen dann jeweils quartalsweise abstottern. Die Rückzahlungen starten damit weit früher als erwartet, denn eigentlich hatte der US-Konzern dafür bis 2015 Zeit. Allerdings nutzt GM andere Darlehen zum Abbau dieser Schulden.
GM könnte den Kredit möglicherweise auch mit Geld von der Regierung selbst zurückzahlen, schrieb das Wall Street Journal. Auf einem Treuhandkonto lägen noch 13,4 Milliarden Dollar für das Unternehmen.
Bis Ende November wird zudem der Überbrückungskredit für Opel an Bund und Länder zurückgezahlt. Offen sind noch etwa 400 Millionen von ursprünglich 900 Millionen Euro.
Staatshilfen gefordert
Für die Sanierung will Henderson aber neues Geld. Zwar sei General Motors grundsätzlich in der Lage, das Europa-Geschäft rund um Opel allein zu finanzieren. "Wir würden aber bevorzugen, um Unterstützung für das Europa-Geschäft zu bitten", sagte der GM-Chef dem US-Sender Bloomberg. Zuletzt hatte es aus dem US-Konzern widersprüchliche Aussagen zum Antrag auf Staatshilfen gegeben. So hatte der neue starke Mann bei GM, Verwaltungsratschef Edward Whitacre, Finanzspritzen des deutschen Steuerzahlers als nicht nötig bezeichnet.
Das Wall Street Journal berichtet unterdessen, dass GM für die Opel-Sanierung 1,5 Milliarden Dollar selbst aufwenden muss. Weitere drei Milliarden Dollar sollen bei europäischen Regierungen eingesammelt werden.
Seit Anfang 2005 hatte GM konzernweit Verluste von mindestens 90 Milliarden Dollar angehäuft. Der Konzern war mit Staatshilfen von mehr als 50 Milliarden Dollar vor dem Untergang gerettet worden.
Allerdings werden davon nur 6,7 Milliarden Dollar als direkter Kredit geführt. Für den Großteil der Hilfen bekam die US-Regierung den Mehrheitsanteil von 60 Prozent an GM. Sie will die Beteiligung schrittweise nach einem erneuten Börsengang abstoßen. Es war zuletzt unklar, ob GM bereits 2010 an den Aktienmarkt zurückkehren kann.
Das Geschäft außerhalb Nordamerikas schrieb im dritten Quartal vor Zinslasten, Steuern und Sonderfaktoren schwarze Zahlen - auf dem Heimatmarkt war GM erneut rot. Anders als früher weist der aus der Konzern sein Europageschäft nicht mehr gesondert aus.
Globaler Marktanteil gestiegen
Dem Autohersteller gelang es, im operativen Geschäft seine Kassen wieder um mehr als drei Milliarden Dollar aufzufüllen. Allerdings befürchtet GM, im vierten Quartal erneut Bargeld zu "verbrennen". Zuletzt hatte GM 42,6 Milliarden Dollar in der Kasse.
Der globale Marktanteil des einst weltgrößten Autobauers stieg seit Jahresmitte leicht auf 11,9 Prozent. Dazu habe unter anderem der Astra von Opel beigetragen. Weltweit setzte GM im dritten Quartal 1,97 Millionen Autos ab nach mehr als 2,11 ein Jahr zuvor. Opel und die britische Schwester Vauxhall verkauften 306.000 Wagen - das waren rund zehn Prozent weniger.
Für seine Sanierung baute GM weltweit bereits Zehntausende Jobs ab. Zum 30. September beschäftigte der Konzern noch 209.000 Mitarbeiter, Ende 2008 waren es noch 243.000.
Im Video: Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle fühlt sich nicht an frühere Vereinbarungen mit General Motors über Staatshilfen für Opel gebunden.
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(sueddeutsche.de/dpa/hgn/pak/tob)
Schlosshotels in Polen
Der Machtkampf ist voll entbrannt,ob Opel gut aus der Kries kommt oder nicht,dass entscheidet sich in Detroid. Die Uneinigkeit im GM Konzern ist nicht zu uebersehen. Es werden immer noch die alten Benzinfresser gebaut,wie gehabt,da koennte Opel eine Alternative sein,wenn GM es denn wollte,hier liegt der Hund begraben. Siehe den neuen Camaro,der hat zu der bekannten 6 und 8 Zylindern noch einen grossen Bruder dazu bekommen einen 6.2 Liter Motor im Land des Tempolimits. Frage wofuer braucht man einen LKW Motor fuer einen PKW,hier scheint noch der alte Geist von GM in Raume zu stehen. Wo sind die modernen Diesel Motore und effiziente Benziner, oder wie auch immer,kein Licht am Horizont,man macht auf Hybrit,aber das funktioniert nicht im Ueberlandverkehr. Ab 2010 steht das neue VW Werk in den USA,dawerden dann die Europaeischen VW Modelle als Innlandsmarken gebaut werden,da muss GM sich dann, aber warm anziehen,Mercedes macht das mit seinen in den USA gebauten Sprinter Modellen vor,die sind da auf dem Vormarsch,gerade wegen ihrer Rentabellitaet.
Nun sind wir wiedersprüchliche Berichte von GM sattsam gewohnt. Zudem scheint der Machtkampf zwischne Hendersen und dem Aufsichtsrat in die nächste Runde zu gehen.
Wenn andererseits unser neuer Wirtschaftsminister so ein Trara um Hilfen macht, kann es sehr leicht passieren, dass Opel in Deutschland das zu spüren bekommt. Merke, Brüderle ist mit Sicherheit GM in gar keiner Weise gewachsen. Noch weit weniger als von Guttenberg.
Das ist - nach allem was passiert ist - ganz schön dreist von GM. Die haben den Opel-Karren selbst jahrzehntelang in den Dreck gefahren sollen und wollen ihn auch weiter behalten.
GM soll gefälligst selbst sehen, ob und wie sie Opel wieder flott kriegen.
...berichtet 1.5 Milliarden Verlust" ("G.M., Citing Progress, Reports Loss of $1.15 Billion")
Hehe, das berechtigt wirklich zu den höchsten Erwartungen! Der Verlust kann locker durch die langfristigen Kredite der Regierung abgedeckt werden, und man kann dabei sogar noch Geld von dem einen, zinslosen, Kredit benutzen um den anderen, teuren, abzuzahlen. Also echt, eine solide Basis! Und auf die will Detroit Opel auch stellen. Ja, ein wahres Erfolgskonzept!
Wo doch wohl ein großer Teil der Gelder "angelegt" ist (versichert wäre sicher das bessere Wort). Da darf man sich schon fragen, warum der deutsche Steuerzahler den Laden über Wasser halten soll. Wenn diese Spielbank pleite geht, hat das ebi uns geringere Konsequenzen als im Ausland. Sollte man dann nicht liber den deutschen Firmen direkt helfen, die unverschuldet in Schieflage geraten würden? Das wäre deutlich effizienter.
Hmm, bei GM sind sie doch auch dagegen, daß deutsche Euros im Ausland versickern. Warum nicht bei HRE?
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