Von Harald Schwarz

Auf 41 Seiten fasst GM die Zukunft von Opel zusammen. Demnach will der US-Konzern 8313 Jobs in Europa streichen. Bis Ende Januar soll der Sanierungsvertrag unterschrieben sein.

Nach dem Chefwechsel beim US-Mutterkonzern General Motors (GM) erhält der deutsche Autobauer Opel für die Zeit nach der Sanierung offenbar mehr Eigenständigkeit.

Opel, Foto: dpa

Opel bekommt von General Motors mehr Eigenständigkeit. (© Foto: dpa)

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Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall "werden mehr Freiheiten, aber damit auch mehr Eigenverantwortung innerhalb von General Motors haben", teilte Nick Reilly, Interimschef des Europageschäfts von GM, in einem Internetblog mit. Diese Aussage wird er wohl auf der Betriebsversammlung an diesem Freitag in Rüsselsheim wiederholen. Zu Details der Sanierung schwieg Reilly weiter.

Diese sind ersichtlich aus dem "Opel/Vauxhall Europe Viability Plan VP VI", der der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Das 41 Seiten umfassende Dokument datiert vom 30. November 2009 und enthält einen Fahrplan für die Zeit bis Ende Januar 2010. Dann soll der Restrukturierungsvertrag unterschrieben werden. Bis Mitte Januar soll den Regierungen der Länder mit Opel-Standorten in Europa Zeit gegeben werden, über den Sanierungsplan zu entscheiden und über Staatshilfen zu befinden.

Dem Überlebensplan VI zufolge will GM nun etwas weniger Jobs streichen als erwartet. Das Konzept sieht den Abbau von europaweit 8313 Stellen vor. Das wären 400 Arbeitsplätze weniger als vom Betriebsrat zuletzt befürchtet. In Deutschland könnten maximal 4700 (statt bisher 5400) Jobs wegfallen. Bliebe es bei diesem Plan, wären vor allem die Einschnitte in der Forschung und Entwicklung geringer bislang erwartet.

Keine "endgültige Entscheidung"

Hart träfe es hingegen die Produktion. In der Fertigung will GM bei Opel 6851 Arbeitsplätze abbauen. 1799 Stellen betreffen das Werk in Bochum, 862 das in Rüsselsheim und je 300 die Werke in Eisenach und Kaiserslautern. 900 Jobs sollen im spanischen Saragossa wegfallen; 369 sind es im britischen Luton. Im belgischen Antwerpen sieht der Plan das Aus für 2321 Stellen vor. Dies bedeutet die Schließung der dortigen Fabrik im ersten Halbjahr 2010. In dem Konzept heißt es, eine "endgültige Entscheidung" gebe es noch nicht.

In Bochum will GM den Getriebebau schließen und nach Aspern in Österreich verlagern. Die Rüsselsheimer Getriebeproduktion soll auch verlagert werden - "in eine andere Fabrik", wie es in dem Dokument heißt. Der Standort Kaiserslautern hat eine Zukunft als Komponenten- und Presswerk. Solange der Lebenszyklus der Aggregate läuft, sollen dort noch Dieselmotoren gebaut werden. Die Fertigung von Benzinmotoren soll 2011 auslaufen. In Bochum will GM den neuen Zafira im Drei-Schicht-Betrieb fertigen.

Eng am Konzept des abgewiesenen Investors Magna orientiert sich GM bei den geforderten Sanierungsbeiträgen des Personals von 265 Millionen Euro. Die deutschen Mitarbeiter sollen laut Plan auf 176,8 Millionen Euro verzichten. 26,5 Millionen entfallen auf England, 25,8 Millionen sind es in Spanien. Die gewünschten Staatshilfen von 2,7 Milliarden Euro will GM bis Ende 2014 zurückzahlen. Die Sanierungskosten liegen bei 3,3 Milliarden Euro. GM selbst will nur 600 Millionen Euro stemmen.

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(SZ vom 04.12.2009/tob)