Von Nikolaus Piper

Bei GM ist der Absatz um 49 Prozent eingebrochen, der Konzern braucht weitere Milliarden von der US-Regierung - und muss seinen Sanierungsplan vorstellen.

Das Schicksal des einstmals größten Autobauers der Welt hängt von Präsident Barack Obama ab. General Motors braucht dringend weitere Subventionen, um die nächsten Monate überbrücken zu können. Diese gibt es aber nur, wenn Konzernchef Rick Wagoner bis zum 31. März einen schlüssigen Überlebensplan für den Konzern präsentieren kann.

Schwer angeschlagen: General Motors. (© Foto: AP)

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Einen ersten Zwischenbericht musste Wagoner schon an diesem Dienstag vorlegen. Er wollte ihn unmittelbar nach Börsenschluss (22 Uhr MEZ) per Email nach Washington schicken. Der Finanzchef des Konzerns, Ray Young, wird die Unterlagen dann an diesem Mittwoch mit Abgeordneten des Kongresses diskutieren. Nach allem, was aus dem Bericht vorab bekannt wurde, ist die Zukunft von General Motors auch jetzt noch völlig offen.

General Motors hatte im Dezember nach einer Anhörung im Kongress einen Überbrückungskredit von 9,4 Milliarden Dollar erhalten. Der kleinere Konkurrent Chrysler kündigte in seinem Zwischenbericht den Abbau weiterer 3000 Arbeitsplätze an. Wegen der dramatisch verschlechterten Lage bat das Management um zwei Milliarden Dollar an zusätzlichen Überbrückungskrediten. Die Gesamtforderung Chryslers an die Steuerzahler liegt nun bei neun Milliarden Dollar, von denen der Kongress bisher vier Milliarden ausbezahlt hat.

Es war schon damals klar, dass die Detroiter Unternehmen noch wesentlich mehr Subventionen benötigen würden. GM hatte ursprünglich um 18 Milliarden Dollar Staatshilfe gebeten. Klar war" dass die Detroiter Unternehmen noch wesentlich mehr Subventionen benötigen würden. GM hatte ursprünglich um 18 Milliarden Dollar Staatshilfe gebeten.

Dramatische Verschärfung

Seitdem hat sich die Lage der Autoindustrie auf der ganzen Welt noch einmal drastisch verschärft. Im Januar wurden in den Vereinigten Staaten so wenig Autos verkauft wie in noch keinem Januar seit 1963. Dabei schnitten die Detroiter Hersteller noch schlechter ab als die Import-Marken aus Japan, Korea und Deutschland. Bei General Motors brach der Absatz um 49 Prozent ein, bei Ford um 40 Prozent, bei Chrysler sogar um 55 Prozent. Wenn der Trend im ganzen Quartal anhalten sollte, ist die Lage noch ernster, als GM bei der 18-Milliarden-Forderung unterstellt hatte.

Um neue Zuschüsse der Regierung zu rechtfertigen, muss das Management daher noch schärfer die Kosten senken als geplant. Weitere Zugeständnisse sind dabei vor allem von zwei Seiten notwendig: den Gläubigern GMs und den Gewerkschaften. Der Kongress wird kaum neue Hilfen für die Industrie billigen, wenn die Besitzer von GM-Anleihen völlig ungeschoren davonkommen. Sie sollen einwilligen, dass ihre festverzinslichen Papiere in Aktien umgewandelt werden und damit dem Verlustrisiko unterliegen. Die Arbeiter der Detroiter Autoindustrie mussten zwar schon in den vergangenen Jahren weitreichende Zugeständnisse machen, sie werden aber auch jetzt immer noch besser bezahlt als ihre Kollegen in anderen Branchen.

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