GM verlässt nach nur 40 Tagen das Insolvenzverfahren. Was Deutschland davon lernen kann? Dass es neben Zusammenbruch und endloser Subvention einen dritten Weg gibt.
Die größte Industriepleite in der amerikanischen Geschichte ist zu Ende. Nach nur 40 Tagen und damit viel schneller als erwartet, hat General Motors am Freitag den Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Konkursrechts verlassen.
General Motors hat das Insolvenzverfahren bereits abgeschlossen - nach nur 40 Tagen. (© Foto: AP)
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Aus den Trümmern des gescheiterten Autoriesen aus Detroit entsteht ein neuer Konzern: dramatisch geschrumpft und überwiegend im Besitz der amerikanischen und der kanadischen Regierung sowie der Auto-Gewerkschaft.
Ob "New GM" wirklich ein blühendes Unternehmen wird, ist völlig offen. Die Autokrise ist noch lange nicht vorbei, und eine neue Firmenstruktur beschert dem Konzern noch keinen einzigen neuen Käufer. Unter diesem notwendigen Vorbehalt jedoch war die Ausrufung des neuen GM-Konzerns vom Freitag ein großer, innenpolitisch möglicherweise entscheidender Erfolg für Barack Obama. Der Präsident ging im Frühjahr ein extrem hohes Risiko ein, als er beschloss, die Rettung der US-Autoindustrie zu seiner Sache zu machen. Das scheint sich jetzt auszuzahlen: Die "chirurgische", "geordnete" Pleite von GM ist vorbei.
Das Verfahren lässt sich nicht ohne weiteres auf deutsche Verhältnisse übertragen. Aber man kann daraus lernen: Wenn ein Unternehmen in die Krise gerät, kann es einen dritten Weg geben zwischen Zusammenbruch und endloser Subvention. Die Regierung kann auf befristete Zeit die Rolle des Eigentümers übernehmen und die Sanierung selbst verantworten. Das Verfahren ist brutal - bei GM fallen mehr als 20.000 Arbeitsplätze weg - und es kostet zunächst einmal Milliarden an Steuergeld. Aber es kann trotzdem für alle Beteiligten die billigste Lösung sein. Obama jedenfalls hat einen wichtigen Test bestanden.
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(SZ vom 11./12.07.2009/mel)
Festzuhalten ist, dass GM zunächst verstaatlicht wurde! Ich würde mal gerne dass Zeter und Mordio der Interessengruppen und deren Erfüllungsgehilfen in der Politik hören. Hinzu kommt, dass die USA völlig andere Sozial-System haben als wir in Deutschland. Daraus entstehen auch völlig andere Folgekosten, nicht war Herr Piper. Es wäre sicherlich sinnvoll, den kompletten Sachverhalt gegenüber zu stellen. Natürlich ist es richtig, dass USA und Deutschland nicht vergleichbar sind. Aber im Detail sollte man schon etwas genauer recherchieren. Und wenn man es zynisch will, gibt es noch einen Weg: Man kann auch den größten Teil der Mitarbeiter entlassen, aus dem Tarifvertrag aussteigen und Leiharbeiter anheuern. Dann kann man wesentlich billiger produzieren, auch wenn dann zurecht der inländische Wettbewerb über - Verzerrungen jaulen würde.
"....und überwiegend im Besitz der amerikanischen und der kanadischen Regierung sowie der Auto-Gewerkschaft. "
Hätte da gerne Stellungnahmen von Friedrich Merz (Mehr Marktwirtschaft wagen) und FDP-Brüderle.
Kanzelbunzlerin Angela Merkel wird verkünden: "Die Sozialisierung von Tschänneräl Motors war alternativlos, wa."
Und Startgeld für das neue Unternehmen gibts auch schon, vom Opelkäufer und für die Opelpatente.
Nicht dass ich irgendwas dagegen hätte wenn Grosskonzerne
verstaatlicht werden - ganz im Gegenteil, und ganz besonders
nicht wenn die Aktionäre dabei entschädigungslos enteignet werden....
Aber wenn hier ein unbelehrbarer Neoliberaler und Marktreligöser
wie Piper auf einmal eine Verstaatlichung gutheisst, weil diese zufällig
in den USA stattgefunden hat, dann ist das doch etwas arg lächerlich.
Meiner Meinung nach verbirgt sich hinter solchen peinlichen Bauchrutschereien
Richtung USA schlicht die Sehnsucht des deutschen Kleinbürgers nach
dem starken Führer. Und da ein Führer aus Deutschland auf absehbare
Zeit `verbrannt' ist, sucht der Kleinbürger eben einen Ersatz - und findet ihn
in den USA. Repäsentieren diese doch `Stärke' bzw das, was der Kleinbürger
dafür hält: Todesstrafe, `Militärschläge' und natürlich Sozialdarwinismus.
findet auf sonderbare Weise mittlerweile den Beifall von Herrn Piper.... Jetzt tritt der gute Mann schon pro Verstaatlichung mit Gewerkschaftsbeteiligung auf und feiert das als Sieg Obamas. Wenn er dann wieder auf dem Heimatplaneten gelandet ist, ist wieder alles vergessen und es werden vermutlich wieder denkwürdige 24.12. Artikel verfasst....