Der größte Autokonzern der Welt ist etwas Besonderes: Es gibt kein Auto, auf dem der Name des Unternehmens prangt.
Stattdessen fahren die Karossen des Detroiter Herstellers unter Namen wie Cadillac, Buick oder Hummer. In Australien tragen die GM-Autos das Markenzeichen Holden. In Europa heißen sie Opel, Vauxhall und Saab.
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Wenn irgendetwas die besondere Kultur dieses Branchenriesen beschreibt, dann ist es die Melange von einem Dutzend Marken - und seine weltweite Präsenz. Im vergangenen Jahr kamen 8,6 Millionen Autos aus den über 40 Werken von GM in der Welt. Das sind 15 Prozent des Weltmarktes.
Über 323.000 Mitarbeiter arbeiten für GM. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz 186 Milliarden Dollar. Kein Unternehmen der Welt ist - gemessen am Geschäftsumfang - größer.
Allerdings ist in wohl keinem Unternehmen derzeit die Panik größer. Auf fast allen Märkten macht GM mit der Fertigung von Autos hohe Verluste. Nur in Asien laufen die Geschäfte gut.
Der schmale Konzerngewinn von drei Milliarden Dollar von 2003 stammt nur aus dem Finanz- und Bankengeschäft. So kam es, dass Richard Wagoner, der seit dem Jahr 2000 an der Konzernspitze steht, in Europa das Ruder herumwirft, weil die Verluste zu explodieren scheinen: Dort haben die Amerikaner in den vergangenen vier Jahren insgesamt rund drei Milliarden Dollar verloren. "Die Ergebnisse sind weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben." Jetzt sei es Zeit zum Durchgreifen. "Wir können nicht mehr auf ein Wunder warten." 12.000 von 60.000 GM-Beschäftigten müssen gehen.
Hauptsache billig
GM ist eine Melange. 1908 gegründet, bestand die GM-Strategie offenbar vornehmlich darin, andere Autobauer aufzukaufen. Gleich nach der Gründung war der Hersteller Oldsmobile an der Reihe. Es folgten Cadillac, Buick, Pontiac und Chevrolet.
Ähnlich gingen die Amerikaner in Europa vor. 1925 kauften sie den britischen Anbieter Vauxhall. Opel wurde 1929 zum Opfer der kaufwütigen Amerikaner, die ihre Dominanz über die Weltautoindustrie bis zu ihrem Umzug in einen Neubau 1996 in einem wuchtigen Sandstein-Koloss in der Innenstadt von Detroit protzig zur Schau stellten. Wichtigstes Unternehmensziel: Geld verdienen und der Größte sein.
Im Jahr 1931 hatten sie es geschafft und den damaligen Marktführer Ford abgelöst. Böse Zungen lästern, dass dieser Zwang zur Größe auch im Jahr 2000 am Werk war, als Konzernchef Richard Wagoner an einem seiner ersten Tage im Amt erwog, den maroden italienischen Autohersteller Fiat zu kaufen.
Der Konkurrent Ford war gerade dabei gewesen, GM wieder zu überholen. Zu den erfolgreichsten Konzernen gehört der Koloss allerdings nicht. GM ist an der Börse mit nur 23,5 Milliarden Dollar bewertet.
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