Geldinstitut Deutsche Bank verliert eine Milliarde Euro im Investmentbanking

Trübe Zeiten: Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

(Foto: Bloomberg)
  • Das Investmentbanking ist eigentlich der wichtigste Ertragsbringer der Deutschen Bank.
  • Doch neue Zahlen zeigen: Der Bereich machte zuletzt einen Milliardenverlust.

Es war ein Schock: Die Deutsche Bank verkündete vor wenigen Tagen den größten Verlust, den das Geldhaus in seiner 145-jährigen Geschichte in einem Jahr je gemacht hat. Minus 6,8 Milliarden Euro, meldet das Institut. Das sind rund drei Milliarden Euro mehr als im Krisenjahr 2008 nach der Lehman-Pleite. Und mehr, als selbst die kritischsten Analysten befürchtet hatten.

Nun hat die Bank die Quartalszahlen für Ende 2015 veröffentlicht - und die zeigen, wie der eigentlich wichtigste Ertragsbringer der Bank leidet. Das Investmentbanking machte einen Verlust von fast 1,2 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte die Abteilung im gleichen Zeitraum noch mehr als 300 Millionen Euro zum Gewinn beigesteuert (PDF).

Die Deutsche Bank macht also weniger Geschäft mit Börsengängen, Anleiheemissionen oder Übernahmen. Das betrifft das Kerngeschäft, das ist kein Sondereffekt, der nur einmal belastet. Im gesamten Jahr 2015 machte die Investmentsparte einen Verlust von mehr als zwei Milliarden Euro. 2014 hatte die Abteilung noch fast drei Milliarden Euro Gewinn gemacht.

John Cryan ist seit Juli Co-Vorstandschef der Bank. Er hat versprochen, die Kapitalquoten und die Profitabilität zu verbessern. Doch seit Jahresanfang beben die Börsen, das macht es schwieriger, dieses Ziel zu erreichen. Hinzu kommen Sorgen über das Wirtschaftswachstum in China und den Einbruch des Ölpreises.