Sind die meisten Finanzprodukte für den normalen Sparer nicht viel zu kompliziert? Doch! Aber die Industrie duldet es.
Nächtliche Träume sind ein guter Indikator für das, was Menschen wirklich bewegt. Viele Menschen träumen von der Liebe, und manche Männer auch vom nächsten Auto.
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Mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers haben auch viele deutsche Sparer viel Geld verloren. (© Foto: dpa)
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Bei Finanzprodukten schwingt dagegen deutlich weniger Emotion mit. Wer wacht schon in der Nacht aus seinen Träumen auf, weil er unbedingt ein Zertifikat kaufen will? Für die meisten Deutschen ist Geldanlage eine lästige Pflicht, obwohl Wertpapiere aller Couleur Grundlage der Rente sind.
Finanzprodukte werden in erster Linie verkauft und nicht gekauft. Finanzberater rufen ihre Kunden an, um sie von einer Investition zu überzeugen - und um ein Produkt zu verkaufen.
Sofort einen Sündenbock
Im besten Fall sind die Empfehlungen der Berater angemessen, doch das erlebt man leider viel zu selten. Deshalb ist das Aufschwatzen der schon beim Hinhören schwer verständlichen Produkte "DivDax-Zertifikat" und "Geldmarktfonds Enhanced" problematisch. Wenn die Kurse fallen, hat der Kunde sofort einen Sündenbock. Motto: Er wollte ja eigentlich nichts kaufen, es war allein die Überredungskunst des Beraters.
Mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers haben Tausende deutsche Sparer viel Geld verloren. Ihre Lehman-Zertifikate wurden über Nacht wertlos. Seither sind diese sogenannten Inhaberschuldverschreibungen geächtet. Kaum ein Berater wagt noch, sie am Schalter anzubieten. Die Zertifikatebranche macht folgerichtig derzeit nur geringe Umsätze.
Doch auch Investmentfonds sind Ladenhüter. Im Oktober zogen Anleger so viel Kapital ab wie noch nie in der bundesdeutschen Geschichte. Dabei sind Publikumsfonds als sogenanntes Sondervermögen verfasst - und damit vor jeglicher Bankenpleite geschützt. Dennoch steigen die Leute aus. Sie haben genug von den Kursverlusten.
Deutsche Sparer sind enttäuscht und verunsichert. Die Finanzmärkte sind gefährlicher als gedacht. Anleger schauen erst jetzt genau hin, was in ihren Wertpapierdepots liegt. Und sie entdecken Produkte, die sie nicht verstehen.
Lesen Sie auf der zweiten Seite, ob Zertifikate für den normalen Anleger zu kompliziert sind.
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- Nach der Lehman-Pleite Beraten und verkauft 24.11.2008
- Zertifikate Zocken statt Sparen 24.11.2008
- Nach der Lehman-Pleite Hoffnung für Tausende deutsche Sparer 28.10.2008
- Auswirkungen der Finanzkrise Das Geld der Anderen 22.10.2008
Vor der EM in Polen und der Ukraine
@Polemiker: mal abgesehen davon, daß Sie sich offensichtlich nicht entscheiden können, gibt es für "senile Omas" und nicht so versierte Bankkunden nur zwei Möglichkeiten: 1.) Finger weg, wenn ich was nicht verstehe 2.) ich lasse mich beraten, auch wenn das was kostet und kaufe erst dann, wenn ich verstanden habe. Das hat weder mit Arroganz noch mit Bildung etwas zu tun. Dazu reicht bereits gesunder Menschenverstand.
Der Rest Ihrer ziemlich überflüssigen Dampfplauderei zeigt nur, daß Sie diese Grundregeln nicht verstanden haben.
Auch wenn ich mein Geld als Tagesgeld zu 3% bei einer Bank anlege, muss diese das Geld irgendwo investieren, um Gewinn zu erwirtschaften. Dass auch sowas schiefgehen kann, haben die vielen Kunden der Kauphting Bank erlebt. Da hilft dann auch kein Einlagensicherungsfonds mehr. Das sollten sich auch mal diejenigen überlegen, die immer noch herumkrähen: lasst die Banken doch pleite gehen!
Immer wieder höre ich den Kommentar "das hätte man wissen sollen", "das hääte man ahnen sollen", "wer dem vertraut hat, ist selbst schuld" etc.
Mein unterstellt viel spezielles Wissen im Finanzbereich und entlastet unseriöse Bank- und Fiananzhaie, die ja garnicht so richtig schuld sind, unter Berücksichtigung eigenen Zutuns.
Geld ist wichtig, aber so wichtig nun auch wieder nicht.
Ich unterstelle mal, dass ein Arzt der eine Leber verpflanzt, ein Pilot der ein Flugzeug steuert, ein Physiker, Chemiker, Archäologe und 50 Tausend weitere Berufe mehr drauf haben als die Bankhansel mit meist nur mittlerer Reife und Lehre, wenns hoch kommt noch einen Sparkassenlehrgang.
Warum sollen die sich alle noch im Finanzbereich spezialisierte Kenntnisse aneignen und nicht dem Bankberater, der ja immer so seriös daherkommt, vertrauen?
Wenn ich am Bahnhof auf der Toilette eine Rolex für 20 Euro angeboten bekomme, dann ist queerbeet zu unterstellen, dass diese gefälcht ist. Wenn ich aber in eine Bank gehe und mir einer mit Anzug und Krawatte gegenübersitzt, ist das doch etwas anderes, obwohl der Ruf der Banker mittlerweile unter den des Rolex-Händlers auf der Bahnhofstoilette gefallen ist. Für die Zukunft wissen wir jatzt auch bei den Bankern bescheid.
Vielleicht studieren wir jetzt alle Flugzeugbau, um den Flieger zu checken zu können bevor wir Billig-Flüge buchen.
Beim Autokauf zahle ich einen hohen Preis für den Wagen und kann daher erwarten, dass ich gut beraten werden. Bei der Bank erwarte ich einen Kaffee und möglichst keine Kontoführungsgebühren - sehr wohl aber höchste Zinsen bei höchster Sicherheit. Dass dies nicht ganz realistisch sein kann, sollte doch sehr vielen zumindest gefühlsmäßig einleuchten.
Leider sind die meisten Bankkunden und Privatinvestoren Analphabeten, was Finanzprodukte und Investment-Banking betrifft. Sie sehen einen Berater im teuren Anzug und vertrauen in typisch deutscher Experten-Hörigkeit auf das, was ihnen da präsentiert wird. Die wenigsten haben über internationale Geldmärkte und Refinanzierung auch nur ein bescheidenes Basiswissen. Ich habe auch so eine persönliche Theorie, dass viele exotische Produkte kaufen, weil das irgendwie interessanter ist, als bei der Sparkasse Geld aufs Sparkonto zu schaffen. Wenn so ein Bankberater anfängt zu erzählen, wie in den grossen Glitzertürmen in London und New York die Banker jeden Tag "Millionen machen", fühlt sich der eine oder andere Kunde als Teil davon. Ist er ja auch, aber eben nicht so wie gedacht.
Man muss letztendlich wissen: Je höher das Risiko, desto höher die Rendite. Und (frei übersetzt) wenn es wie eine Ratte ausieht und wie eine Ratte riecht, dann ist es auch eine Ratte, selbst wenn sie in einem teuer eingerichteten Beraterbüro verkauft wird.
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