Die Solar-Vergütung sinkt, bleibt aber flexibel: Bauen die Deutschen weniger Solaranlagen, sinkt die Förderung langsamer. Boomt Solar weiter, gibt es weniger Geld. Das ist gut so.
Von den vielen Technologien für Ökostrom ist keine mit so großen Hoffnungen verbunden wie die Photovoltaik. Einmal, weil der Sonnenstrom selbst arme Regionen versorgen kann, in denen elektrisches Licht Luxus ist. Zum anderen, weil steigende Wirkungsgrade und sinkende Kosten der Module ihn auch dort rentabel machen könnte, wo die Sonne selten scheint - selbst in Deutschland. Und schließlich, weil ein Großteil der Patente und Produktionsstätten hierzulande liegt. Solar verspricht Wachstum.
Solaranlagen könnten dafür sorgen, dass sich manche Frage zur Stromerzeugung der Zukunft ganz neu stellen könnte. (© Foto: ddp)
Anzeige
Insofern sind die Einschnitte, die der Bund nun bei der Förderung plant, zwar hart, aber sie sind auch clever.
Schon lange ist klar, dass die Förderung mehr als großzügig ist, gemessen an den fallenden Preisen für Module. Doch statt die Solar-Vergütung pauschal zu rasieren, soll sie flexibler werden.
Bauen die Deutschen weniger Solaranlagen auf Dächer und Brachen, sinkt die Förderung langsamer. Boomt Solar weiter, gibt es weniger Geld. Das ist angemessen und verhindert ein Fiasko wie beim Biosprit: Da wollte der Bund Steuervorteile korrigieren - und reihenweise machten Firmen pleite.
Lohnend bleibt die Förderung allemal, sie macht sich nämlich selbst überflüssig - sobald der Strom aus der Sonne konkurrenzfähig wird zu jenem aus Kraftwerken. Schon 2013 könnte es soweit sein, und es wäre ein Durchbruch. Wer die Sonne nutzen kann, es aber nicht tut, verschwendet von da an Geld. Und manche Frage zur Stromerzeugung der Zukunft stellt sich dann ganz neu.
- Thema
- Wirtschaftspolitik RSS
- Förderung von Solarstrom Bund bremst die Solarbranche aus 20.01.2010
- Solarförderung vor Einschnitten Frösteln auf dem Sonnendeck 15.01.2010
- Solarinitiative Desertec Saubere Arbeitsplätze 03.07.2009
- Solarindustrie Im Osten geht die Sonne auf 16.12.2008
- Gastronomie und Rauchverbot Das Märchen von der Pleitewelle 28.04.2010
- Griechenland "Das kann ein Fass ohne Boden werden" 21.04.2010
- Griechenland: Rettungsfonds Finanzfeuerwehr für Europa 16.04.2010
(SZ vom 21.01.2010/pak)
Neue Nutzungsbedingungen
Mal abgesehen vom den ideologisch gepraegten Beitraegen einiger Kommentatoren, die immer noch zu belegen versuchen, die Sonnenenergie koenne keinen grossen Beitrag zur Energieversorgung leisten (und das womoeglich noch glauben) - die jetzige Kuerzung der Foerderung ist kurzsichtig.
Die Entwicklung der Kosten pro erzeugter Kilowattstunde laesst sich mittel- und langfristig aufgrund technischer Weiterentwicklung und Kapazitaetsaufbau recht gut extrapolieren. Man kann somit recht gut vorhersagen, wie hoch eine Foerderung in x Jahren sein muss, um die Umstellung auf erneuerbare Energien nicht schlagartig sondern sanft erfolgen zu lassen. Daraus wurde die Foerderung abgeleitet, die gegenlaeufig zur Wirtschaftlichkeit Bauherren von Anlagen dazu brachte, Investitionen vorzuziehen statt abzuwarten. Die Alternative ohne Foerderung ist klar - man wuerde solange ueberhaupt keine Installationen umsetzen, wie fossile Energietraeger guenstiger sind, und dann bei geaenderten Vorzeichen einen Boom erleben, der aber nur ueber Import gedeckt wuerde. Das wollte man mit einer langfristigen, kalkulierbaren Foerderung daempfen.
Nun sind die Modulpreise schneller gefallen als gedacht. Jedenfalls wenn man auf die tagesaktuellen Preise sieht. Nur - der Hintergrund ist nicht, dass der technische Fortschritt ploetzlich vom Himmel faellt, sondern ein gnadenloser Konkurrenzkampf verbunden mit politischen Fehlentscheidungen (Spanien...), der Hersteller zwingt, unter ihren Produktionskosten zu verkaufen. Man sieht es an den Bilanzen der Unternehmen. Dieser Preiskampf, im letzten Jahr in einer anderen, der Autoindustrie, mit Staatsmilliarden verhindert, bedroht die deutsche Solarindustrie. Und die Politik verschaerft diese Bedrohung nun noch, indem sie Nachfrage drosselt statt zu unterstuetzen.
Das Problem: Die tatsaechlichen (Herstellungs-)Preise fuer Module sind nicht so stark gefallen, und sie werden auch wieder anziehen. Die Politik wird dann das jetzt gesparte Geld aber schon lange ausgegeben haben, und wohl kaum einer glaubt, dass mit den gleichen Argumenten der Anpassung an Marktpreise die Foerderung in einem Jahr wieder erhoeht wird. Ergebnis kann sein, dass dann die lokalen Hersteller entweder uebernommen wurden (sie halten immerhin noch Patente) oder aber dann so geschwaecht sind, dass sie von der wieder steigenden Nachfrage und Rentabilitaet nicht profitieren. In anderen Laendern schlaeft man nicht, weder in China noch in den USA schroepft man seine Schluesselindustri
soeben habe ich zwei mal den gleichen Beitrag Ihnen zugemailt. Beide male ist er verloren gegangen! Wie kann das sein??
Zitat von oben: "sobald der Strom aus der Sonne konkurrenzfähig wird zu jenem aus Kraftwerken. Schon 2013 könnte es soweit sein, und es wäre ein Durchbruch".
Ob man nun herkömmliche Kraftwerke mag oder nicht sei hier einmal dahingestellt.
Die Frage lautet: Wie kann Strom aus Sonne konkurrenzfähig zu jenem aus Kraftwerke werden, wenn die Sonne doch nur wenige Stunden am Tag und nachts überhaupt nicht scheint? Wird sich die SZ ab 2013 auf reinen Solarstrom umstellen? Das wäre wahrlich ein Durchbruch - über den alle Zeitungen der Welt berichten würden.
Subventionen sind dafür da um einen neuen Industriezweig anzuschieben und nicht um den Industriezweig damit am Leben zu erhalten. Dies geht früher oder später in die Hose !!!
Alternative Energien sind sehr sehr wichtig für unser Zukunft, aber einige sehen hier nur schwarz und weis. Wir können derzeit noch nicht ohne den Atomstrom auskommen, denn dann würden sich die Stromkosten mindestens verdreifachen, eher vervierfachen oder noch mehr und wir hätten dazu keine Liefersicherheit. Dies ist auch ein Faktum !!
Mit diesen Rahmenbedingungen müssen wir umgehen und daraus die richtigen Entscheidungen treffen. Natürlich gibt es auf jeder Seite Lobbyisten die mit Ihren Argumenten überzeugen, je nachdem was man will.
Aus meiner Sicht ist ein kontrollierter Abbau der Subventionen nötig und zwar in jedem Bereich und nicht nur wie hier bei der Solarförderung.
muß aber so gestaltet werden, daß eine Investition planbar bleibt, wenn Privatpersonen weiter auf ihrem Hausdach investieren sollen. So eine Anlage kommt ja nicht in einer Woche aufs Dach, das dauert - von Finanzierungsplanung bis Anschluß.
Paging