Banker-Gehälter EU-Bankaufseher wollen höhere Boni

Was ist der Deckel für Banker-Boni wert, auf sich die EU im Frühjahr geeinigt hat? Kaum beschlossen, will die EU-Bankenaufsicht die Einigung durchlöchern. Banker sollen ihrer Meinung nach nun doch deutlich mehr an Boni erhalten dürfen als an Grundgehalt.

Eine radikale Deckelung der Bankerboni, darauf hatte sich das EU-Parlament noch im April mit den Mitgliedsstaaten geeinigt. Anders sieht es die EU-Bankenaufsicht EBA. Sie denkt über eine Anhebung der Obergrenzen für Bankerboni nach. Die Behörde veröffentlichte am Mittwoch ein entsprechendes Diskussionspapier.

Demnach sollen Bonuszahlungen für Bankmitarbeiter vom kommenden Jahr an bis zu 250 Prozent des Festgehaltes betragen dürfen. Die Banker müssten dabei allerdings mindestens fünf Jahre auf einen Teil ihrer Vergütung warten.

Das EU-Parlaments hingegen sprach sich im April dafür aus, dass Boni im Normalfall nicht mehr höher sein dürfen als das Grundgehalt. Nur ein Beschluss der Aktionärsversammlung kann die Grenze für die variable Vergütung auf das doppelte des Grundgehalts anheben. Vor allem Großbritannien leistet massiven Widerstand und klagt gegen die EU-Regeln. London ist ein Zentrum des weltweiten Finanzsystems.

Die EU will Bankern mit der Deckelung einen Anreiz nehmen, bei ihren Geschäften zu viel riskieren, um persönlich mehr Geld zu verdienen. Das Lohn- und Bonussystem der Banker wird als einer der Gründe angesehen, warum während der Finanzkrise einige Banken pleitegingen oder vom Steuerzahler gerettet werden mussten.