Die Microsoft-Monokultur ist ihr beliebtestes Ziel, und immer wieder tun sich Sicherheitslücken bei Windows und Co. auf, in die Hacker nur zu gerne stoßen. Nun aber geht der weltgrößte Software-Konzern in die Offensive. Wer die Autoren von Schädlingen wie LovSan ausfindig macht, erhält eine Viertelmillion Dollar.

Der US-Softwarekonzern Microsoft macht mit Hilfe von Interpol und US-Geheimdiensten Jagd auf Computerhacker: Das Unternehmen gründete einen fünf Millionen Dollar schweren Fonds gegen Cyberkriminalität. Aus diesem sollen hohe Belohnungen für Hinweise gezahlt werden sollen, die zur Festnahme und Anklage von Hackern führen.

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Interpol-Generalsektretär Ronald K. Noble erklärte in Lyon, der Polizeibehörde falle eine zentrale Rolle beim Informationsaustausch zum Aufspüren von Hackern zu.

Der Kampf gegen "diese Kriminalität ohne Grenzen" erfordere eine "wahrhaft globale Antwort und eine vollständige Zusammenarbeit der Polizeikräfte und Privatunternehmen". Mitinitiator der Aktion ist neben Microsoft, Interpol und den US-Geheimdiensten auch die US-Bundespolizei FBI.

Im Zusammenhang mit der Kampagne schrieb Microsoft unter anderem 250.000 Dollar Belohnung für Hinweise auf den oder die Autoren des Computerwurms MSBlast.A aus, der unter dem Namen Blaster oder LovSan bekannt ist.

Dieser hatte im August weltweit hundertausende Computer infiziert und dabei eine Sicherheitslücke des Betriebssystems Windows ausgenutzt.

Weitere 250.000 Dollar gibt es für Informationen zu den Urhebern des Sobig-Virus, der Rechner mit Microsoft-Betriebssystemen direkt angreift.

"Bösartige Würmer und Viren sind kriminelle Angriffe auf jeden, der das Internet nutzt", sagte Microsoft-Chefjustiziar Brad Smith. "Das sind nicht einfach nur Internet-Verbrechen, Cyber- oder virtuelle Verbrechen. Das sind echte Verbrechen, die einer Menge Leute schaden."

Diejenigen, die Viren über das Internet verbreiteten, seien "die Saboteure des Cyberspace" und Microsoft werde alles tun, um die Strafverfolger bei ihrer Ergreifung zu unterstützen.

Der Interpol-Abteilungsleiter für Informationssysteme, Peter Nevitt, räumte allerdings ein, dass es sehr schwer sei, Hacker in Ländern nachzustellen, die nicht über Gesetze gegen Computerkriminalität verfügten.

Interpol ermutige aber diese Länder, bestehende Gesetze gegen Eigentumsverletzungen analog für Cyberkriminalität anzuwenden.

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(sueddeutsche.de/AFP)