Bereits zum August wollen etliche Gaskonzerne an der Preisschraube drehen. Das Kartellamt ist alarmiert - und will die Erhöhung genau prüfen.

Viele Gasanbieter planen massive Preiserhöhungen - und das Bundeskartellamt ist alarmiert. "Solche Erhöhungen - wenn sie tatsächlich umgesetzt werden - werden in unsere Prüfungen einfließen", sagte eine Sprecherin der Behörde. Zuvor hatten zahlreiche Regionalversorger des Energiekonzerns Eon angekündigt, zum August an der Preisschraube drehen zu wollen.

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Gas wird teurer: Viele Anbieter wollen die Preise erhöhen. (© Foto: AP)

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Konkurrent RWE wollte dagegen noch keine Preis-Prognose wagen. "Wie sich die Preise entwickeln, können wir noch nicht verlässlich abschätzen", sagte ein Sprecher der RWE-Vertriebs- und Netzgesellschaft Energy. Das Unternehmen könne aber Erhöhungen zum 1. Juli "definitiv ausschließen".

EnBW-Preise vorerst konstant

Auch beim Wettbewerber EnBW bleiben die Gaspreise zunächst konstant: "Wir werden die Gaspreise zum 1. Juli nicht anheben", sagte ein Sprecher. EnBW sei allerdings im Gasgeschäft nur Weiterverteiler und von den Preisschwankungen auf dem Markt abhängig. "Wir beobachten die Bezugspreise auf dem Markt sehr genau."

Der in Norddeutschland tätige Regionalversorger Eon Hanse will die Gaspreise Anfang August um knapp 15 Prozent anheben. Zur Begründung verwies der Versorger auf "drastisch gestiegene Beschaffungskosten". Für eine Familie mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden betrage die monatliche Mehrbelastung rund 16,50 Euro.

Kritik an Ölpreisbindung

Die Regionalgesellschaft Eon Mitte kündigte Erhöhungen von rund 14 Prozent an und Eon Avacon will in ähnlicher Höhe an der Preisschraube drehen. Auch die Ferngasgesellschaft Eon Ruhrgas, die keine Haushaltskunden, aber Weiterverteiler wie Stadtwerke beliefert, will zum Juli ihre Preise anheben. Die Erhöhungen sollen sich "am untersten Ende" im zweistelligen Prozentbereich bewegen.

Bereits im April hatte der Versorger EWE den Gaspreis für Haushaltskunden um rund zwölf Prozent in die Höhe getrieben. Der Gaspreis ist an den Ölpreis gekoppelt, der seit Monaten in die Höhe schießt.

Zahlreiche Politiker hatten diese Bindung kritisiert. Wirtschaftsminister Michael Glos hatte angekündigt, dass die Versorger gegenüber dem Bundeskartellamt ihre Preiserhöhungen rechtfertigen müssten. Die Kartellwächter wollen sie nun überprüfen. Gegen die Koppelung an den Ölpreis können sie indes nichts unternehmen. Die Preisbindung sei kartellrechtlich nicht angreifbar, hatte die Behörde mehrfach erklärt.

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(sueddeutsche.de/Reuters/tob/mel)