Gammelfleischskandal bei Lieferant Chinesische McDonald's-Filialen streichen Fleisch von der Karte

Kein Big Mac mehr für viele chinesische McDonald's-Kunden: Die Fast-Food-Kette reagiert auf den lokalen Gammelfleischskandal.

(Foto: Bloomberg)

Ein Gammelfleischskandal bei der chinesischen Firma Husi hat die Fast-Food-Anbieter in dem Land aufgeschreckt. Mehrere große Ketten beziehen von dem Hersteller kein Fleisch mehr - einigen McDonald's-Filialen gehen nun die Burger aus.

  • Nach einem Gammelfleisch-Skandal bei der chinesischen Tochterfirma Husi stoppt der US-Konzern OSI dort die Produktion und krempelt die Strukturen um.
  • Nach Berichten über gefälschte Etiketten und abgelaufenes Fleisch hatten mehrere große Fast-Food-Ketten entschieden, kein Fleisch mehr von Husi zu kaufen.
  • In einigen McDonald's-Filialen ist seitdem das Angebot eingeschränkt.

US-Mutterkonzern OSI zieht Konsequenzen

Im Skandal um Gammelfleisch in China zieht der US-Hersteller OSI die Reißleine. Um nicht noch weitere Kunden zu verlieren, kündigte er ein Großreinemachen an. So soll die chinesische Tochter Shanghai Husi Food, die für den Skandal verantwortlich ist, vorerst geschlossen werden. Zudem kommen sämtliche Werke in China auf den Prüfstand. "Das ist mein Betrieb - und Vorfälle wie diese haben auch personelle Konsequenzen", sagte Gründer und Chef der OSI Group, Sheldon Lavin, in Shanghai.

Die Vorgänge bei Husi entsprächen in keinster Weise den Standards des Unternehmens. Daher will OSI im China-Geschäft hochrangige Führungskräfte austauschen. Mitarbeiter sollen besser geschult und von Experten überwacht werden, wie Manager David McDonald sagte. Zudem soll der chinesische Ableger künftig direkt an den Mutterkonzern angegliedert werden. Um besser auf die örtlichen Wünsche eingehen zu können, war ihm bislang eine gewisse Eigenständigkeit zugestanden worden.

Der Skandal beim chinesischen Tochterunternehmen Husi

Dem Tochterunternehmen wird vorgeworfen, Produktionsdaten gefälscht und Fleischerzeugnisse mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum verkauft zu haben.

Aufgedeckt wurde der Fall durch einen Fernsehbericht vor gut einer Woche. Die chinesische Polizei nahm bislang fünf Personen fest. Krankheitsfälle bei Verbrauchern sind nicht bekannt.

Yum Brands, der Mutterkonzern von Kentucky Fried Chicken (KFC) und Pizza Hut, sowie McDonald's kündigten daraufhin an, kein Fleisch mehr von Husi zu beziehen.

Auswirkungen auf der McDonald's-Speisekarte

Chinesische Fastfood-Fans müssen in manchen McDonald's-Filialen auf Klassiker der Imbisskette verzichten. In Peking waren am Montag in einem Schnellrestaurant im Stadtzentrum keine Hühnchen-, Rind- oder Schweinefleischburger mehr zu haben, sondern nur noch Fischgerichte. Schilder an den Kassen wiesen die Kunden auf das reduzierte Angebot hin. Ab Anfang August sei in einigen Restaurants wieder mit einer vollständigen Speisekarte zu rechnen, gab die Burger-Kette bekannt. Andernorts könnte es aber auch länger dauern.

Auch in Shanghai gebe es derzeit weder Rind- noch Hühnerfleischprodukte, sagte ein Mitarbeiter des Lieferservices von McDonald's. Inwieweit McDonald's-Filialen an anderen Orten in China von den Einschränkungen betroffen sind, war zunächst unklar. Insgesamt gibt es in China mehr als 2000 McDonald's-Filialen.

Als Reaktion auf die Ereignisse stoppte der japanische Zweig von McDonald's in der vergangenen Woche alle Hähnchenfleischimporte aus China. Auch in Hongkong setzte die Schnellimbisskette den Verkauf von Hähnchenfleischprodukten vorerst aus.