G-20-Treffen in Moskau Konsequenzen nach dem Zweiten Weltkrieg

Ein Land, das besonders unter der Währungskrise litt, war das Deutsche Reich. Wegen ihrer Verträge mit den Siegermächten des Ersten Weltkriegs durften die Deutschen den Goldstandard nicht verlassen. Die Reichsbank war verpflichtet, den Kurs der Mark zu schützen. Reichkanzler Heinrich Brüning tat ein Übriges: Er verfolgte eine Sparpolitik ganz nach dem Vorkrisenlehrbuch, und zwar in der erklärten Absicht, den Alliierten zu beweisen, dass Deutschland seine Reparationen nicht zahlen kann, selbst wenn es sich sklavisch an die Regeln hält. Keynes selbst war im Januar 1932 nach Berlin gereist und hatte versucht, Brüning zu einer Kursänderung zu bewegen - vergeblich. Am Ende der Weimarer Republik verfielen die Preise mit einer Jahresrate von über 15 Prozent. Es war eine der schlimmsten Deflationsphasen der jüngeren Wirtschaftsgeschichte.

Aus all dem zogen die Alliierten des Zweiten Weltkrieges ihre Schlüsse: Auf der Währungskonferenz von Bretton Woods im Juli 1944 verabredeten sie ein System fester Wechselkurse, die an den Dollar gebunden waren. Das System hatte Erfolg, es schuf Begünstigte, aber auch Währungsscharmützel. So hätten die Westeuropäer eigentlich nach dem Wiederaufbau ihrer Wirtschaft Franc, Lira, Gulden und D-Mark gegenüber dem Dollar aufwerten müssen. Dagegen sträubten sie sich aber, weil sie ihre Wettbewerbsvorteile nicht aufgeben wollten. Dadurch stiegen die Defizite in der amerikanischen Handelsbilanz. Am vernünftigsten waren noch die Deutschen. Die Bundestagswahl 1969 gewann der SPD-Kandidat Willy Brandt mit dem Versprechen, die D-Mark aufzuwerten. Aber das war zu wenig. Am 15. August 1971 kündigte Präsident Richard Nixon das alte System, seither werden die Wechselkurse weltweit frei ausgehandelt.

"Viel Lärm um nichts"

Trotzdem sorgen Währungen immer wieder für Streit. Die chinesische Zentralbank hielt seit 1998 die Landeswährung Yuan künstlich niedrig. Das klare Ziel war dabei, Exporte zu fördern. China wurde deshalb oft der "Währungsmanipulation" bezichtigt. Durch die jüngste Aufwertung des Yuan hat sich das Thema aber weitgehend erledigt. Zuvor hatten Europäer immer wieder die USA beschuldigt, den Dollar in böser Absicht schlechtzureden.

Das Verdienst, den "Währungskrieg" wieder in den internationalen Sprachgebrauch zurückgebracht haben, kommt dem brasilianischen Finanzminister Guido Mantego zu. Er warnte die Industrieländer 2010 vor so einem Krieg. Hintergrund: Weil die Industrieländer unter den Folgen der Finanzkrise litten und die Zinsen dort nahe null lagen, strömte viel Kapital nach Brasilien und trieb den Kurs der Landeswährung Real in die Höhe. Das belastete den Außenhandel.

Und nun ist Japan dran. Fast alle Ökonomen sind allerdings einer Meinung: Die Lage mag schwierig sein, aber einen Währungskrieg gibt es sicher nicht. Harm Bandholz, Chefvolkswirt von Unicredit in New York, sagt: "Es gibt eben das Problem, dass es den USA und mit Abstrichen Europa besser geht, anderen, also Japan und Großbritannien, dagegen nicht. Dass in diesem Fall die Geldpolitik auseinanderdriftet, ist doch normal". Das Ganze sei "viel Lärm um nichts".