In Essen treffen am Freitag die G7-Finanzminister zusammen. Ihre Kollegen aus Russland und China sorgten schon vor dem Auftakt für gehöriges Aufsehen.
China ist sich seiner neuen Rolle als eine führende Wirtschaftsmacht bewusst und stellte dies auch beim G7- Treffen in Essen einmal mehr demonstrativ unter Beweis.
Alles bereit: Der Sitzungssaal für das G7-Finanzministertreffen in der Essener Villa Hügel. (© Foto: ddp)
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Die Delegation aus Peking war mit dem angemieteten Hotel unzufrieden und checkte kurzerhand in einem anderen Quartier ein. So selbstbewusst tritt die inzwischen viertgrößte Volkswirtschaft der Welt auch als Gast bei den Beratungen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrienationen (G7) auf. Es bestehe eine gute Partnerschaft, sagte Finanzminister Jin Renqing freundlich. China habe aber "höchste Interessen des eigenen Landes zu verteidigen".
Die G7-Länder USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Italien haben ihrerseits ein Interesse, China stärker einzubinden. Gespräche über die Weltwirtschaft und Wechselkurse ohne das Schwergewicht China seien sinnlos, sagte kürzlich Finanzstaatssekretär Thomas Mirow.
Stärkere Rolle für die Schwellenländer
Aber auch die anderen so genannten Schwellenländer Brasilien, Indien, Mexiko und Südafrika sollen nach dem Willen Deutschlands stärker integriert werden und künftig regelmäßig an den Beratungen teilnehmen. Dabei geht es keineswegs um eine Erweiterung der mächtigen G8-Runde, der neben den sieben führenden Industrieländern noch Russland angehört.
Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz in der Gruppe der Acht und richtet Anfang Juni im Ostseebad Heiligendamm den Weltwirtschaftsgipfel aus. Das Treffen der G7-Finanzminister einige Monate zuvor markiert traditionell den offiziellen Beginn der Vorbereitungsgespräche für den G8-Gipfel. Die stärkere Integration der Schwellenländer ist Kernziel der deutschen Präsidentschaft. Mit den fünf Ländern solle ein problemorientierter Dialog organisiert werden, was ein neuer Ansatz wäre, wie Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach meinte, der für die Bundesregierung als "Sherpa" den G8-Gipfel vorbereitet.
Deutschland will den neuen Dialog als "Heiligendamm-Prozess" in Gang setzen und beginnt damit bereits in Essen. Vor den eigentlichen Beratungen der G7-Finanzminister standen Gespräche mit den fünf Schwellenländern an. Offizieller Tagesordnungspunkt war der Aufbau von Anleihemärkten in heimischer Währung, um diese Länder robuster gegenüber Finanzkrisen zu machen. China nimmt auch an den G7- Gesprächen über Wechselkurse, die Weltwirtschaft und den immer wieder angestrebten Abbau der globalen Ungleichgewichte teil.
Währungsreserven von einer Billion Dollar
Schließlich hortet das Land mit mehr als einer Billion US-Dollar die größten Devisenreserven der Welt. Zudem ist der niedrige Kurs der chinesischen Währung Yuan den USA seit Jahren ein Dorn im Auge. Sie werfen China vor, den Kurs künstlich niedrig zu halten und sich so unfaire Exportvorteile zu verschaffen.
Für neuen Ärger sorgen auch die zunehmenden chinesischen Kredite an afrikanische Länder, die gerade erst von den Industrienationen um Milliarden entschuldet wurden und sich nun in neue Abhängigkeiten begeben. "Es ist nicht so, dass wir sie nur einladen, um etwas zu fordern. Sie sollen beteiligt werden an der Gestaltung der politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft", hatte Pfaffenbach gesagt.
Viele Tagesordnungspunkte
Die deutsche G8-Themenpalette ist lang: neben stabilen Finanzmärkten und dem Abbau der globalen Ungleichgewichte geht es um Investitionshemmnisse und wachsende protektionistische Tendenzen sowie Klimaschutz und Produktpiraterie. Faire Regeln zur Globalisierung sind ohne die Schwellenländer nicht machbar.
Klar ist allerdings auch, dass es in der G8 derzeit keine Bereitschaft gibt, neue Länder wie China aufzunehmen und den Kreis auf eine G9 oder gar G13 zu erweitern. Versteht sich der G8-Klub doch auch als Wertegemeinschaft, die Menschenrechte und Pressefreiheit hoch hält. Allerdings drängt China auch nicht, dem Klub anzugehören, Russland dafür um so mehr, endlich ein vollwertiges G8-Mitglied zu werden.
Bei den wichtigen Beratungen der Finanzminister sitzt Moskau weiter am Katzentisch. Der russische Ressortchef Alexej Kudrin, der in Essen "nur" als Gast vertreten sein wird, kritisierte: "Unter dem deutschen Vorsitz bleibt Russland von der Erörterung von Devisenproblemen ausgeschlossen."
(dpa)
Streit um Parteispitze bei der Linken
Als die G7 in den Siebzigern mal gegründet wurden, waren sie ein informatives Treffen der 7 grössten Industrienationen, auf dem die Regierungschefs sich in Ruhe über ihre Wirtschaftsbeziehugen unterhalten hatten. Dass die 7 Länder alle aus dem "Westen" kamen war auch wirtschaftlich verständlich, denn - wie sich nach der Wende in Osteuropa gezeigt hat - war die tatsächliche Volkswirtschaftliche Stärke Russlands (also das BIP, ohne den vorher künstlich aufgewerteten Rubel) nur so gross wie die der Schweiz ....
In den 80ern und in den 90ern wurden diese Treffen immer pompöser und das meiste was von ihnen in Erinnerung blieb, waren die Demos dagegen ....
In den 90ern nahm man Russland mit auf, weil es Atomwaffen besass. Allerdings nicht als "Vollmitglied" (sofern man bei einer nur halb-offiziellen Vereinigung davon reden kann), sondern nur am "Katzentisch".
China dagegen, das wirtschaftlich längst auf Platz 4 steht, also aus Wirtschaftlichen Gründen längst dabei sein müsste (wobei man für China entweder Italien rausschmeissen, oder die Runde vergrössern müsste), wird wieder nur am "Katzentisch" zugelassen.
Da sich das Ungleichgewicht in den nächsten Jahren noch weiter verstärken wird, da China, Indien und die vielen anderen Schwellenländer wesentlich stärker wirtschaftlich wachsen als die alten G7-Länder, werden diese einen immer geringeren Teil der Weltwirtschaft repräsentieren....
Dies kann nun dazu führen, dass die neuen Wirtschaftsmächte ihr Interesse an diesem Club verlieren (China scheint eh kein allzugrosses Interesse daran zu haben), der somit nur noch zu einem wirtschaftlichen Verteidigungsbündnis des "Westens" wird, dass sich zuenehmend wirtschaftlich und militärisch bedroht sieht, von den wirtschaftlich aufstrebenden Mächten Asiens.
Spätestens, wenn China an der Wirtschaftskraft an der Japans vorbeigezogen ist - was angesichts der riesigen Bevölkerung Chinas ja wohl nur eine Frage der Zeit ist, hätte der alte G7-Club keine echte Berechtigung mehr .... jedenfalls nicht mehr als "Weltwirtschaftsgipfel"
grundsaetzlich ja - wir sollten die denkweise der chinesen besser verstehen (lernen)
allerdings habe ich, lebe seit fuenf jahren in china, noch nicht viele chinesen "a la Sunzi" kennengelernt. das "neue" china ist in bezug auf kultur voellig unterentwickelt bzw. findet auf dem weg zum, fuer viele vermeintlichen, reichtum gar keine zeit sich weiterzubilden.
schade, sie haetten gute voraussetzungen. aber die chinesische diktatur gibt dem volk alle wirtschaftliche freiheiten, das geht zu lasten der bildung. der reichtum der chinesischen oberstschicht wird unermesslich werden - geld des volkes in einigen wenigen hosentaschen. die politik wird einschreiten, um ihre existenz zu legitimieren. frage nur, ob es dann nicht zu spaet sein wird ... der tag wird kommen, an dem china die revolution (nochmals) erlebt
China hat Grund Stolz zu sein.
Hat sich schon jemand gefragt : Warum China Erfolg ha
So heißt es zum Vorwort eines chinesichen Kriegsführungs Buch:
"Vorwort
Sunzi schrieb dieses außergewöhnliche Buch vor zweieinhalbtausend Jahren in China. Es
beginnt mit den Worten:
Die Kunst des Krieges ist für den Staat von entscheidender Bedeutung. Sie ist
eine Angelegenheit von Leben und Tod, eine Straße, die zur Sicherheit oder in
den Untergang führt. Deshalb darf sie unter keinen Umständen vernachlässigt
werden.
Es schließt mit den Worten:
So wird der erleuchtete Herrscher und der weise General die Intelligentesten
seiner Armee als Spione einsetzen und auf diese Weise hervorragende Erfolge
erzielen. Spione sind ein äußerst wichtiges Element des Krieges, denn von ihnen
hängt die Fähigkeit der Armee ab, sich zu bewegen.
Ich bin der Überzeugung, daß unsere militärischen und politischen Führer der jüngsten
Vergangenheit dieses geniale Werk hätten studieren sollen, denn dann wäre in Vietnam nicht
das passiert, was passiert ist; wir hätten den Koreakrieg nicht verloren (wir haben ihn
verloren, weil wir nicht den Sieg errangen); das Desaster in der Schweinebucht wäre nicht
geschehen; es wäre nicht zum Geiseldrama im Iran gekommen; das britische Empire wäre
nicht verstümmelt worden; und aller Wahrscheinlichkeit nach wären die beiden Weltkriege
vermieden worden - mit Sicherheit aber wären sie nicht geführt worden, wie sie geführt
wurden, und die Millionen junger Menschen, die von Ungeheuern, die sich Generäle nannten,
so unnötig und unüberlegt in den Tod geschickt wurden, hätten ihr Leben leben können.
Die größte Leistung besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne einen
Kampf zu brechen.
Ich finde es erstaunlich, daß Sunzi vor fünfundzwanzig Jahrhunderten so viele Wahrheiten
schrieb, die heute noch gültig sind - besonders in dem meiner Meinung nach
außergewöhnlichen Kapitel über den Einsatz von Spionen. Ich glaube, dieses kleine Buch
zeigt deutlich, was heute noch falsch gemacht wird und warum unsere heutigen Gegner in
manchen Gebieten so erfolgreich sind. (Sunzi ist in der politisch-militärischen Hierarchie der
Sowjetunion Pflichtlektüre; das Buch ist seit Jahrhunderten in Rußland erhältlich, und es ist
auch, beinahe Wort für Wort, die Quelle von Mao Tse-tungs Schrift über die militärischen
Prinzipien der chinesischen Roten Armee.)
Für noch wichtiger halte ich die Tatsache, daß Die Kunst des Krieges recht deutlich zeigt, wie
man die Initiative ergreift und den Feind bekämpft - jeden Feind. "
So heißt es :
Eingeborene Spione zu haben bedeutet, sich der Dienste der Einwohner eines Gebietes zu versichern. Im Land des Feindes mußt du Leute durch freundliche Behandlung für dich
gewinnen und als Spione benutzen. Innere Spione zu haben bedeutet, die Beamten des Feindes zu benutzen. Wertvolle Männer, die degradiert wurden; Kriminelle, die eine Bestrafung hinter sich haben; auch Lieblingskonkubinen, die gierig auf Gold sind; Männer, die verbittert sind, weil sie in untergeordneten Positionen sind oder bei der Verteilung von Posten übergangen wurden;
andere, die wollen, daß ihre Seite geschlagen wird, damit sie eine Chance haben, ihre
Fähigkeiten und Talente zu zeigen; Fähnlein im Winde, die in beiden Türen einen Fuß haben
wollen. Beamte dieser Art sollten heimlich aufgesucht und mit reichen Geschenken auf die
eigene Seite gebracht werden. Auf diese Weise wirst du fähig sein, die Verfassung des
feindlichen Landes zu erkennen und die Pläne zu erfahren, die gegen dich geschmiedet
werden; und außerdem kannst du die Harmonie stören und einen Keil zwischen den Herrscher
und seine Minister treiben. Doch es ist äußerste Vorsicht geboten, wenn man sich mit inneren
Spionen einläßt.
SOLANGE WIR DIE CHINESISCHE DENKWEISE AUßERACHT LASSEN WERDEN WIR VERLIEREN: