Manager wie Porsche-Chef Wiedeking lieben Fusionen - doch aus der Tatsache, dass jede zweite Transaktion scheitert, werden sie einfach nicht klug.
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking liebt es, die Dinge kurz und trocken auf den Punkt zu bringen. "Wenn die Menschen nicht miteinander können", sagte er einmal, "dann kann man alles vergessen." Das hatte er zwar damals auf den wackeligen transatlantischen Zusammenschluss von Daimler und Chrysler gemünzt.
Erst wurde die "Hochzeit im Himmel" gefeiert, dann gab's die Scheidung. (© Foto: dpa)
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Inzwischen aber weiß er wahrscheinlich noch besser, wovon er redete; kurz vor der Mehrheitsübernahme von Volkswagen durch Porsche wird der Ton zwischen Wolfsburg und Zuffenhausen immer rauer und der Verdacht verdichtet sich, dass auch da Menschen irgendwie nicht miteinander können.
Aber diese Übernahmegeschichte ist noch mitten im Gange; wie sie dereinst ausgehen wird, ist derzeit noch genausowenig absehbar wie das Parallelmodell - der Kleine schluckt den Großen - Schaeffler und Continental.
Längst Geschichte indessen ist die Fusion von Daimler und Chrysler anno 1998 und inzwischen auch die Scheidung neun Jahre später. DaimlerChrysler ist wohl eines der bekanntesten Beispiele für eine missglückte Fusion. Es gehört wohl zu einer jener Paradoxien des modernen Lebens, dass trotz der hohen Floprate von Unternehmenstransaktionen die Fusionslust der Manager nach wie vor ungebrochen hoch ist.
Mittlerweile stehen Forschungsergebnisse und Studien wie Sand am Meer zur Verfügung, die vom Scheitern kleiner und vor allem großer Fusionen handeln. Firmenehen enden häufig enttäuschend, viele verfehlen die ursprünglichen Ziele bei weitem, statt höherer Marktanteile und höherer Gewinne durch Synergie- und Sparpotenzial im neuen, größeren Konstrukt steht am Ende nur Wertvernichtung in der Fusionsbilanz.
Selbstüberschätzung
Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young haben zum Beipiel in ihrer letzten Studie 2006 aus den davorliegenden 14 Jahren 189 Transaktionen börsennotierter Unternehmen anhand von Kennziffern wie Börsenwert, Rendite aufs eingesetzte Kapital sowie Gewinn vor Steuern und Abschreibungen analysiert. "Jede zweite Transaktion ist wertvernichtend", fasst Mitautor Joachim Spill das ernüchternde Ergebnis zusammen.
Nur etwa jede dritte Übernahme bringe die gewünschte Wertsteigerung. 69 Prozent der Unternehmen führen die Fehlschläge auf eine schlechte Vorbereitung der Transaktion zurück. Die Kauf- und Verkaufspreise seien zum Teil unrealistisch. Das läge auch daran, dass die genaue Prüfung der Bücher des zu übernehmenden Unternehmens im Rahmen der sogenannten Due Diligence unzureichend sei, räumen die Befragten freimütig ein.
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Streit um Parteispitze bei der Linken
Da kann ich supersmith nur zustimmen! Ein weiteres Argument für diese Fusion ist die drohende Begrenzung für den CO² Ausstoß der Fahrzeugflotte. Wenn dieser Grenzwert eingeführt wird, wäre Porsche als alleinstehendes Unternehmen der große Verlierer der ganzen Diskussion gewesen. Durch die Erweiterung der Flotte läßt sich dieses Ziel wohl eher realisieren.
(Diese Aussage habe ich rein aus unternehmerischer Sicht getroffen und sie sagt nichts über meine Einstellung zum Thema Sinn und Unsinn von Sportwagen und/oder CO²-Ausstoß aus! Also spart Euch die Diskussion, bis diese Themen wieder aktuell sind.)
Schon mal daran gedacht, wer der größte Lieferant von Porsche ist? Man ahnt es bereits, richtig, Vlkswagen! Daß Herr Wiedeking sicherstellen möchte, auch noch morgen ordentlich beliefert zu werden, finde ich legitim.
"Jede Fusion schafft Nachfrage nach mehr Managementleistung und damit auch nach Managern. Darum lieben Manager Fusionen."
Jede Fusion schafft zwar Nachfrage nach mehr Mitarbeiterleistung, reduziert aber trotzdem die Nachfrage nach Mitarbeitern. Darum hassen Mitarbeiter Fusionen.
wirft schon ein eindeutiges Licht auf die Wahrnehmungswelt der betreffenden Manager - und führt zu der Frage, ob das was sie als Leistung sehen und erbringen wollen, ebenfalls nur auf dieser Wahrnehmungsebene geschieht ...