Die deutschen Stromkonzerne Eon und RWE bekommen einen neuen Konkurrenten: Nach 18 Monaten Verhandlungsmarathon ist die Fusion von Gaz de France und Suez perfekt. Warum Frankreichs Präsident Sarkozy seinen Segen gibt.
Frankreich schafft einen zweiten europäischen Energiechampion neben dem Stromkonzern EDF. Der Staatskonzern Gaz de France (GDF) und die private französisch-belgische Suez SA schließen sich zum drittgrößten Energieversorger der Welt zusammen.
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Der Staat bleibe mit 35 Prozent Hauptaktionär des neuen Konzerns mit 72 Milliarden Euro Umsatz, teilten beide Unternehmen am Montag in Paris mit. Einschließlich indirekter Anteile hält der Staat sogar 40 Prozent. An der Börse legten die Aktien von GDF und Suez nach der Ankündigung leicht zu.
Die Fusion war bereits vor eineinhalb Jahren vom französischen Staat angeregt worden. Sie stieß aber auf Widerstand, weil sie wegen des höheren Börsenwerts von Suez zur Privatisierung von GDF geführt hätte. Auch die Frage der Firmenwerte blieb strittig.
Suez- Chef Gérard Mestrallet handelte am Ende einen Kompromiss mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy aus, der dem Staat das Sagen im neuen Konzern gibt, ohne dass er sich die Mehrheit erkaufen muss:
Suez gliedert zur Fusion sein Geschäft mit Wasser, Abwasser und Abfall aus und behält nur 35 Prozent. Damit sinkt der Suez-Wert von 54 Milliarden auf 36 Milliarden Euro, also den Börsenwert von GDF.
Der neue Konzern ist größter Gasanbieter in Europa
Wirtschaftsministerin Christine Lagarde erklärte, mit dem Zusammenschluss entstehe ein "großer Weltchampion im Bereich der Energieversorgung". GDF Suez ist der größte Gasanbieter Europas, einer der weltgrößten Flüssiggasanbieter und die Nummer fünf im europäischen Strommarkt.
Über einen Pakt mit staatlichen Aktionären wie Areva, die weitere zwölf Prozent halten, wird der Konzern die ausgegliederte Suez Environnement weiter mit 48 Prozent beherrschen.
GDF Suez bleibt damit Systemanbieter für Kommunaldienste. Der Konzern könne "weiter Partnerschaften im Umwelt- und Energiegeschäft insbesondere in China und im Mittleren Osten entwickeln", hieß es.
Die Fusion solle so schnell wie möglich 2008 abgeschlossen werden. Juristisch werde Suez in GDF aufgehen. Die Fusion erfolge über den Tausch von 21 GDF-Aktien gegen 22 Suez-Aktien.
Suez und GDF erwarten bei einmaligen Fusionskosten von 300 Millionen Euro operative Synergien von einer Milliarde Euro ab 2013. Eine weitere Milliarde bringe die Optimierung der Finanzen. Dazu kämen längerfristig Vorteile bei den Investitionen und der Exploration.
Obwohl Suez in GDF aufgeht, wird Suez-Chef Gérard Mestrallet Chef des neuen Gesamtkonzerns. GDF-Chef Jean-François Cirelli wird sein Stellvertreter. Suez und GDF haben zusammen 90 Milliarden Euro Marktwert.
Davon würden pro forma 11,4 Milliarden Euro Umsatz und ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von zwei Milliarden Euro auf Suez Environnement entfallen.
(sueddeutsche.de/dpa)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Europäische Champions? Wenn dann nur unter französischer Führung!
Etwas anderres anzunehmen, wäre naiv. Ein Airbus-Flugzeug ist ein französisches Produkt, nach französischer Auffassung. Firmensitz ist Toulouse.
Aventis ist ein anderes Beispiel, wie die Deutschen rausgedrückt wurden. Ursprünglich war mal Höchst mit dabei, davon ist lange schon nicht mehr die Rede davon. Dafür gibt es Sanofi-Aventis, Europas drittgrößten Pharmahersteller. Peugot, Citroen und Renault sind demnächst dran sich zusammenzuschließen.
Man kann sagen was man will, diesbezüglich sind die Franzosen uns voraus. Was haben wir zu bieten? Nichts, wir lassen uns aufkaufen. Ein französischer Staat hätte den Aufkauf von Mannesmann durch Voedafone bestimmt verhindert.
Die ursprüngliche Idee war keine nationalen sondern europ. Champions (heisst deutsch-franz.) zu schaffen.
Oder ist das schon wieder ein Missverständnis ?