Drei Monate wehrte sich Aventis, nun hat sich der deutsch-französische Pharmakonzern doch geschlagen geben müssen: Weil der kleinere Konkurrent Sanofi-Synthélabo sein Angebot noch einmal nachbesserte, stimmte der Aventis-Verwaltungsrat am Abend der Übernahme zu.

Der deutsch-französische Pharmakonzern Aventis gibt nach dreimonatigen Abwehrschlacht gegen den kleineren Konkurrenten Sanofi-Synthélabo nach. Wie die französische Regierung am Abend bestätite, hat der Verwaltungsrat des Konzerns nach sechsstündiger Sitzung ein verbessertes Übernahmeangebot des Konkurrenten akzeptierte.

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Unter dem Eindruck einer möglichen Fusion von Aventis mit dem Schweizer Konzern Novartis hatte Sanofi sein Übernahmeangebot von 58,11 Euro pro Aktie auf etwa 70 Euro erhöht.

Michael Klippel, Betriebsratsvorsitzender der Aventis Pharma Deutschland, sagte, die Arbeitnehmervertreter müssten bei der Gestaltung des neuen Konzerns mitreden können.

In der Vergangenheit hatten die Arbeitnehmervertreter bereits vor dem Verlust von Arbeitsplätzen in Deutschland gewarnt, falls Sanofi Aventis übernehmen sollte.

Aventis hatte am Freitag im Abwehrkampf gegen Sanofi-Synthélabos einen herben Rückschlag erlitten. Die französische Börsenaufsichtsbehörde AMF beurteilte den Aventis-Plan, zur Abwehr von Sanofi Optionsscheine an seine Aktionäre auszugeben, als Verstoß gegen die Marktregeln.

Das Vorhaben des Straßburger Unternehmens stimme nicht mit Prinzipien für öffentliche Angebote überein, hieß es in einer Erklärung der AMF. Aventis hatte sich in der Vergangenheit massiv gegen eine Übernahme durch Sanofi gewehrt und den Schweizer Pharmakonzern Novartis als weißen Ritter ins Spiel gebracht.

Vergangene Woche hatte Novartis dann Fusionsverhandlungen mit Aventis angekündigt. Die französische Regierung hatte sich allerdings bemüht, Aventis und Sanofi zu einem Zusammenschluss zu drängen. Premierminister Jean-Pierre Raffarin hatte seine Präferenz für die Bildung eines "nationalen Champions" in der Pharmabranche erkennen lassen.

Sanofi hatte im Januar ein feindliches Übernahmeangebot für Aventis vorgelegt, das den nach dem Umsatz doppelt so großen Konkurrenten damals mit rund 45 Milliarden Euro bewertete.

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(AP)