Erste Führungsaufgaben bekam er 1998 in der Sparte Medizintechnik, zuerst als Geschäftsgebietsleiter, schließlich als Vorstand. Im Jahr 2001 übernahm er als Leiter das kriselnde US-Geschäft von Siemens. Er griff hart durch und strich fast 10.000 Stellen.
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Kleinfeld schaffte, was seinen Vorgängern jahrzehntelang nicht gelingen wollte: Er machte das Sorgenkind profitabel. "Wenn Sie gut zuhören und ein paar clevere Fragen stellen, können Sie sich überall schnell einarbeiten", sagt er. Zudem bewies er sich als geschickter Lobbyist.
Von Microsoft-Chef Bill Gates über politische Kontakte in Washington bis zum Aufsichtsrat der Metropolitan Opera und Beratergremien von New Yorks Bürgermeister Michael R. Bloomberg - Kleinfeld war überall präsent. Die drei Jahre in den USA haben ihn geprägt. Er gilt privat als sehr verlässlich und hilfsbereit, aber auch als knallhart im Geschäft.
Spur der Pannen
"Höchstleistung verträgt kein Mittelmaß", sagt Klaus Kleinfeld, der im vergangenen Jahr 3,3 Millionen Euro verdiente und künftig noch mehr bekommt. Bei Siemens aber hapert es derzeit in mehreren Bereichen.
MP3-Player und Farbbildschirme für Handys hatte die Firma entwickelt - das Geschäft machten andere. Pannen haben immer wieder zig Millionen Euro gekostet, ob bei Straßenbahnen vom Typ Combino oder zuletzt in der Kommunikationssparte.
Er habe sich für die Startphase vier Themen vorgenommen, heißt es in Kleinfelds Umgebung: die Probleme der Kommunikationssparte, mehr Innovationen, eine Verbesserung der Qualität und Akquisitionen im großen Stil. Bislang zählt nur ein Drittel der Siemens-Geschäfte zur Weltspitze.
Die Rendite ist in vielen Bereichen nur noch durchschnittlich. Kleinfeld wird Druck machen. Jedes Geschäft solle den Trend in der jeweiligen Branche bestimmen, heißt es intern. Das Ziel: Position eins oder zwei auf dem Weltmarkt.
Für Übernahmen in fast jeder Größenordnung ist Siemens immerhin gerüstet. In der Kasse hat der Konzern mehr als 13,5 Milliarden Euro.
Am Donnerstag fällt die vorerst wichtigste Entscheidung: über das Schicksal der kriselnden Handy-Sparte. Verkaufen, schließen oder sanieren, heißen die Optionen.
Auf Rücksicht werden die Siemens-Beschäftigten unter Klaus Kleinfeld nicht hoffen können. Investoren rechnen damit, dass er in der Kommunikationssparte, dem größten Geschäftsbereich des Konzerns, hart durchgreift. Die Rede ist von tausend und mehr gefährdeten Stellen.
Da klang es fast schon wie eine Entschuldigung für die ersten Aktionen seines Nachfolgers, als Heinrich von Pierer kürzlich in einer Rundmail an alle Mitarbeiter vorsichtig schrieb: "Mir ist bewusst, dass wir nicht immer ohne schmerzhafte Einschnitte auskommen werden. Ich bitte Sie dafür um Verständnis."
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(SZ vom 21.1.2005)