Leichte Entwarnung: Der starke Euro, die hohen Ölpreise und die weltweite Krise an den Finanzmärkten werden die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der führenden Forschungsinstitute spürbar schwächen. In die Knie gehen wird sie aber nicht.
"Alles in allem ist als Folge der kräftigen Schocks zwar eine spürbare Verlangsamung der konjunkturellen Expansion zu erwarten", schreiben die Wissenschaftler in ihrem Frühjahrsgutachten, das der Süddeutschen Zeitung am Mittwoch vorlag und am Donnerstag in Berlin vorgestellt werden soll.
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Der Hamburger Hafen: (© Foto: dpa)
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"Ein Abgleiten in eine Rezession halten die Institute jedoch für wenig wahrscheinlich", heißt es weiter.
Die deutsche Wirtschaft sei mit viel Schwung ins Jahr gestartet. "Im weiteren Verlauf dieses Jahres werden sich jedoch die negativen außenwirtschaftlichen Einflüsse zunehmend bemerkbar machen", heißt es weiter. Das Bruttoinlandsprodukt werde daher 2008 um rund 1,8 Prozent steigen, im kommenden Jahr aber nur noch um 1,4 Prozent, urteilen die Ökonomen.
Das Wirtschaftswachstum werde sich weiterhin positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken: Die Zahl der Arbeitslosen werde 2008 auf rund 3,2 und im Jahr 2009 auf 2,97 Millionen nachgeben, prophezeien die Wissenschaftler. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 7,1 und 6,6 Prozent. 2007 waren im Schnitt noch 3,77 Millionen Menschen ohne Beschäftigung.
Preise legen deutlich zu
Die Preise in Deutschland werden auch in den restlichen Monaten des Jahres nach Einschätzung der Forscher kräftig steigen. Sie rechnen mit einer Inflation von 2,6 Prozent. Im kommenden Jahr werde die Preisentwicklung mit 1,8 Prozent verhaltener ausfallen.
Die weltweite Finanzmarktkrise, die mit einem Einbruch der Preise auf dem US-Immobilienmarkt begann, hat nach Einschätzung der Forscher bislang nur geringe Auswirkungen auf die Lage in Deutschland. "Alles in allem gibt es bislang nur wenig Hinweise darauf, dass sich die Finanzmarktkrise bereits spürbar auf die Unternehmensfinanzierungsmöglichkeiten ausgewirkt hat."
Acht Institute, eine Prognose
Dennoch sei aufgrund der jüngsten Umfragergebnisse bei Banken als auch bei Unternehmen davon auszugehen, dass es in den kommenden Quartalen zu einer Verlangsamung im Kreditneugeschäft kommen werde. Für den Prognosezeitraum rechnen die Institute damit, dass die EZB den Hauptrefinanzierungssatz unverändert lässt und auch weiterhin den Banken vermehrt Tender mit längerer Laufzeit anbieten wird, um der immer noch gestörten Risikotransformation am Geldmarkt entgegenzuwirken.
Die Gemeinschaftsdiagnose wurde erstmals von acht Instituten erstellt. Beteiligt sind das Kieler IfW-Institut, das Münchner Ifo-Institut, das IWH aus Halle (Saale), das RWI Essen, das IMK aus Düsseldorf und das Züricher KOF sowie die beiden Wiener Institute Wifo und IHS.
(sueddeutsche.de/mel)
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Beides! Gerade für Deutschland hat die EZB Lohnerhöhungen über der Inflationsrate beführwortet.
Klappe: Volksverdummnung...die 1253. Und Action.
Die gleichen Institute hielten noch vor wenigen Monaten jegliche Auswirkung für unwahrscheinlich. Mittlerweile wurde das Vokabular auf "spürbare Verlangsamung" umgestellt.
Wird nun eigentlich "der private Konsum zum Konjunkturmotor" oder ist es besser, wenn die "Arbeitnehmer" "Mässigung bei den Lohnforderungen" üben, weil die EZB die Inflation nicht in den Griff bekommt?
"Aufschwung", "Vollbeschäftigung" und Sozial ist ja alles indirekt ("Sozial ist was Arbeit schafft").
Eine Weltwirtschaftskrise gibt es Gottseidank auch nicht, denn wir wissen ja nun was mit unserer Wirtschaft passieren wird: "In die Knie gehen wird sie aber nicht."
Kinder, was will man mehr?
Stopp - Da fällt mir ein:
Was wäre, wenn wir doch noch Weltwirtschaftskrise machen und unsere Unternehmen - um "nicht in die Knie zu gehen" nicht mehr fürs "Soziale" sorgen indem sie "Arbeit" abschaffen?
Dann haben wir vielleicht nicht mehr (wie zur Zeit) 10 Millionen Menschen, die Alimentiert werden müssen, sondern 20 Millionen.
Dann gehen vielleicht nicht unsere "Unternehmen" in die Knie, dafür aber die Demokratie.
Aber das liegt natürlich ausserhalb des Betrachtungsgegenstandes von "Wirtschaftsweisen".
führenden Forschungsinstitute, wenn ich das in der SZ lese, weiß ich schon was kommt: die führenden Volksverdummer, klaro, der UnSinn ist immer dabei, und Agitatoren des Neoliberalismus. Beschwichtigen und ablenken heißt die Devise.
Paging