Zum zweiten Mal in vier Wochen legt ein massiver Bahnstreik Frankreich lahm. Auch mehrere Universitäten und Gas- und Elektrizitätsversorger wollen in den Ausstand gehen.
Zum zweiten Mal in vier Wochen legt ein massiver Bahnstreik Frankreich lahm. In der Hauptstadt bildeten sich schon am frühen Mittwochmorgen Staus, da nur sehr wenige U-Bahnen fuhren. Der Ausstand wird wahrscheinlich mindestens bis zum Wochenende dauern.
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Nach Angaben der Deutschen Bahn ist auch im Zugverkehr zwischen Deutschland und Frankreich mit Störungen zu rechnen. Die Hochgeschwindigkeitszüge Thalys zwischen Paris und Köln und Eurostar zwischen Paris und London sollen jedoch zunächst nicht von Ausfällen betroffen sein.
Die Bahnbeschäftigten protestieren gegen die geplante Abschaffung der Frührente. Mehrere Universitäten wollten sich dem Streik anschließen, um gegen eine bereits vor Monaten verabschiedete Uni-Reform zu protestieren.
Auch Mitarbeiter der Gas- und Elektrizitätsversorger beabsichtigten am Mittwoch zu streiken. Damit könnte der Ausstand der größte in Frankreich seit mehr als einem Jahrzehnt werden. Die Dauer ist noch unklar.
Präsident Nicolas Sarkozy hatte ein Nachgeben in der Krise kategorisch ausgeschlossen. "Nichts wird mich davon abbringen", sagte er bei einem Besuch des Europäischen Parlaments in Straßburg.
Ein Kernpunkt seiner Politik ist eine Rentenreform im staatlichen Sektor, wo die Beschäftigten deutlich früher in den Ruhestand gehen können als in anderen Bereichen der Wirtschaft. Dieses Privileg will Sarkozy abschaffen, weil seiner Darstellung zufolge sonst die Pensionen bald nicht mehr zu bezahlen sind.
Die Eisenbahner hingegen argumentieren, dass das niedrige Rentenalter eine Entschädigung für die ihrer Meinung nach geringe Bezahlung und die belastenden Arbeitszeiten sei.
(dpa/Reuters/gal/cag)
Die französischen Gewerkschaften verteidigen mit ihren Streiks historische Sonderrechte bei den Renten. So können Lokführer schon mit 50, Operntänzerinnen mit 40 und Senatoren mit 53 Jahren volle Rente beziehen. Der Staat subventioniert die Rentenprivilegien mit jährlich fünf Milliarden Euro. Davon entfallen 2,8 Milliarden auf frühere Eisenbahner. Die Privilegien betreffen nur 500.000 von 26 Millionen Beschäftigten. Kernpunkte der Rentenreform betreffen Staatsdiener, insbesondere eine Anhebung der Beitragszahlungen von 37,5 auf die üblichen 40 Jahre.
Ich hoffe, die französische Reierung bleibt standhaft. Die Vergünstigungen bestimmter Berfusgruppen resultieren aus Zeiten, in dennen die Lebenserwartung ca. 10 Jahre geringer war als heute und in denen die Staatskassen voll waren. Diese Voraussetzungen sind heute nicht mehr gegeben. Darüber hinaus bleibt es mir als in Frankreich lebender und arbeitender Steuerzahler und Sozailabgabenbelasteter unerklärlich, warum ich durch meine hier entrichteten Steuern für die o.a. Vergünstigten aufkommen soll. Diese Meinung teilt mit mir Mehrheit der französischen Bevölkerung. Im übrigen widersprichen diese Vergünstigungen den fundamentalen Werten der französischen Republik, d.h. égalité - fratérnité - solidarité.