Weil die Regierung Ernst machen will mit Reformen, steckt Frankreich im Streikchaos. Präsident Sarkozy kann nun zum Helden werden - vielleicht.
Man kann sie gar nicht alle aufzählen: Am Dienstag haben in Frankreich nicht mehr nur Eisenbahner und Busfahrer gestreikt, sondern auch Lehrer, Postbeamte, Angestellte von France Télécom, die Studenten wie seit zwei Wochen sowieso, aber auch Fluglotsen, Krankenpfleger und Zeitungsausträger. Letztere wollen es vorerst bei einem Tag belassen.
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Genauso wie die Staatsanwälte und Richter, die in der kommenden Woche den Aufstand proben. Den einen geht es um ihre Renten, den anderen um mehr Lohn und den Erhalt von Stellen, den Justizangestellten darum, dass nicht wie geplant viele kleine Gerichte auf dem Land geschlossen werden.
"Es liegt ein Hauch von Revolution in der Luft", titelte eine Regionalzeitung, die trotz des Druckerstreiks erschienen ist. Das war eher witzig gemeint und auf Hugo Chavez bezogen.
Venezuelas populistischer Präsident speiste am Dienstag mit Nicolas Sarkozy zu Mittag. Wenigstens Chavez hatte seinem französischen Kollegen etwas Erfreuliches mitzuteilen: Er wisse, dass die seit Jahren verschleppte franko-kolumbianische Geisel Ingrid Betancourt noch am Leben sei.
Lunch mit Chavez
Davon abgesehen ist es ein eher betrüblicher Tag für Sarkozy. Die Protestwelle gegen seine Sozialreformen hat einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Während er mit Chavez aß, versammelten sich in Paris, Marseille und anderen Städten Zehntausende Menschen zu Protestmärschen. Barrikaden brannten, jede zweite Schule stand leer, das öffentliche Leben lag im ganzen Land weitgehend lahm.
Schon am Morgen stauten sich wie seit einer Woche über Kilometer hinweg die Autos auf den Zufahrtsstraßen der großen Städte. "Um diese Uhrzeit hätte ich schon bei zwei Kunden sein müssen", sagte ein Lkw-Fahrer durch sein heruntergekurbeltes Fenster in Paris.
"Bei dem Verkehr brauche ich aber noch anderthalb Stunden, um bei dem ersten anzukommen". Unter der Erde, in den Metrostationen der Stadt, drängten sich die Menschen wie Sardinen an den Bahnsteigen.
Auch dort herrschte abermals so gut wie Stillstand, nur etwa jede fünfte Metro fuhr. Doch die Waggons waren so voll, dass kaum mehr jemand in sie hineinpasste.
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kann man unserem Nachbarn nicht absprechen.
Das scheint in Frankreich zum Alltag zu gehoeren, wie Baguette und ein Glas Rotwein.
Bleibt die Frage wer sich den Rotwein noch in Zukunft leisten kann.
Die Zukunft wird bestimmt werden von Unternehmern die den Mut haben etwas auf die Beine zustellen und Arbeitsplaetze schaffen. Und das wird nur geschehen wenn es interessant ist ein Risiko einzugehen, weil die Rahmenbedingungen passen.
5*8 h die Woche arbeiten ist zu viel verlangt?
Bei Lebenserwartungen nahe der 80 ist 50% Arbeitsleben masslos?
Lokfahren heute ist beinahe wie Videospielen.
Bei Arbeitsgruppen (harte koerperliche Arbeit,...), die eine kuerzere Lebenserwartung aufweisen kann ja ein Bonus/Malussystem gelten, so dass die Rentenzeit vs. Einzahlung gleich bleibt.
Ansonsten:
Hallo! Aufwachen!
Schlemmerland war mal.
Der Wohlstand wird umverteilt und wir bestimmen was bei uns bleibt.
Ohne Sozialreformen wird es kurzfristig etwas mehr sein und danach deutlich weniger. Aber Weitsicht ist ja nicht so menschlich.
Obdachlos sind nicht nur Staatsdiener, sondern auch Privatbeschaeftigte, also sollten ALLE franzosen Streiken. Den streikenden der Eisenbahnen geht es nicht primaer um mehr Lohn, sondern um das Renteneintrittsalter. Wenn das angepasst wird, dann sagt die Theorie ja dass Steuern sinken koennen (was Sarkozy ja auch vorhat), somit bleibt netto mehr vom Brutto.
Desweiteren kann man in Paris ganz gut von Marne-la-Vallee (da ist es billiger) nach Paris pendeln... Moment: geht nicht, es wird ja gestreikt
braucht der normale Franzose, wie in diesem Bericht zu lesen ist. Deutsche brauchen 45 Jahre dafür. Italiener haben sich gerade vom Renteneintrittsalter 58 auf 61 bringen lassen, also auch immerhin 6 Jahre weniger als der deutsche Michel.
Dabei behaupten immer wieder Politiker wie Industriefunktionäre die Deutschen hätten die meisten Feiertage. Wenn wir im Schnitt sechs Jahre länger arbeiten dürfen, muss man feststellen, dass wir noch nicht genug Feiertage haben.
Wann also gehen wir auf die Straße?
der franzoesische praesindent hat sich gerade seinen lohn um 142% erhoeht. fuer seine subjekte hingegen kommt nicht einmal eine symbolische erhoehung in frage.
der durchschnittliche BRUTTOlohn liegt in frankreich bei 1500 euro. eine 30 m3 wohnung in paris gibt's um laecherliche 1000 euro pro monat zu mieten, wenn, ja wenn: man den vierfachen lohn mit lohnzettel belegen kann. tatsaechlich sind viele pariser beamte obdachlos.
das einzige, das in dieser situation verwundert ist, dass sich nicht mehr leute wehren.
"Von mir aus können wir lieber einen ganzen Monat streiken und kein Gehalt bekommen, als dass wir insgesamt mehrere Jahre länger arbeiten und dafür weniger Rente beziehen."
Tja, einige arbeiten auch mehr als 25 Jahre...
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