Franchisenehmer von Burger King Imbissbetreiber Yi-Ko droht das Aus

Die Münchner Burger-King-Filiale im Tal bleibt geschlossen: Dieser Mitarbeiter erfährt nur durch einen Aushang, dass er heute nicht arbeitet.

(Foto: Catherina Hess)

Die Whopper gehen zur Neige, zahlreiche Burger-King-Filialen des Betreibers Yi-Ko sind bereits geschlossen. Interne Papiere und E-Mails legen nahe, dass der größte deutsche Franchisenehmer der Fastfood-Kette vor dem Aus steht.

Von Katja Riedel und Melanie Staudinger

Der Mann hat sich einen viel besuchten Platz gesucht. Mit seiner Geige fiedelt er am Samstagabend dort, wo immer wieder Partygänger an verschlossenen Türen rütteln. Hier, in der Burger-King-Filiale des größten deutschen Franchisenehmers Yi-Ko an der Münchner Sonnenstraße, gibt es keine Whopper mehr. Hier wie in den benachbarten Filialen ist zugesperrt. Und ob die Türen jemals noch mal öffnen werden, ist fraglich - zumindest so lange Yi-Ko hier der Chef ist.

Denn in der Geschäftsführung konzentriert man sich an diesem Wochenende nach SZ-Informationen auf das möglicherweise Unvermeidliche: den Gang zum Insolvenzgericht. Interner Schriftverkehr, welcher der SZ vorliegt, dokumentiert, dass man sich der Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit bewusst ist.

Interimsgeschäftsführer Dieter Stummel sagte, dass man sich noch im Bereich verschiedener Szenarien bewege, man müsse sich jedoch vorsorglich auf alle Möglichkeiten vorbereiten. Unvermeidlich würde der Gang zum Insolvenzgericht, wenn es nicht gelänge, geschlossene Filialen möglichst schnell wieder zu öffnen. Schließlich liefen die Kosten weiter, ohne dass man Einnahmen habe. "Eine Insolvenzanmeldung wäre dann unvermeidbar", sagte er.

Zumal Yi-Ko nach der Berichterstattung des Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff über schlechte hygienische Bedingungen und ungerechte Arbeitsbedingungen ohnehin schon unter Umsatzrückgängen von bis zu 40 Prozent zu leiden hatte. Das Geschäft habe sich zuletzt allerdings erholt. Der Verlauf der vergangenen Tage habe die Umsätze nun wieder einbrechen lassen.

Am Wochenende standen Kunden vor vielen verschlossenen Türen

Wie einer internen E-Mail zu entnehmen ist, gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die Insolvenz drohe, wenn es nicht gelinge, den von Burger King verhängten Lieferstopp für Waren aufzuheben. Authentisch ist auch ein Schreiben von Mitgesellschafter Ergün Yildiz, in dem es um Bemühungen geht, eine drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden, die Lage sei ernst. Hoffnungslos ist die Yi-Ko-Spitze aber noch nicht: Man sei derzeit noch in Gesprächen mit Burger King und versuche, sich gegen die einstweilige Verfügung und fristlose Kündigung der Verträge juristisch zu wehren, sagte Geschäftsführer Stummel am Wochenende.