Chrysler hat Insolvenz angemeldet. Was das für die Autobesitzer in Deutschland bedeutet - die wichtigsten Fragen und Antworten.
Der US-Autobauer Chrysler will Insolvenz anmelden - Auto-Besitzer müssen sich zunächst aber keine Sorgen machen, sagt Rechtsexperte Volker Lempp vom Auto Club Europa (ACE). Allerdings könne es zu Problemen mit der Herstellergarantie kommen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
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Müssen Chrysler-Besitzer jetzt aktiv werden?
Nein, jedenfalls nicht, solange das Auto wie gewohnt funktioniert. Doch auch bei Problemen mit dem Fahrzeug ändert sich erst mal nichts: Weiterhin ist der Händler, bei dem das Auto gekauft wurde, erster Ansprechpartner, wie Lempp erklärt.
Gilt die gesetzliche Gewährleistungspflicht weiter?
Ja, denn die Gewährleistungsrecht liegt beim Chrysler-Händler, nicht beim Hersteller. Mit dem Händler haben die Autobesitzer ihren Kaufvertrag abgeschlossen, in dem die gesetzlich geregelte Gewährleistungspflicht oder Sachmängelhaftung von zwei Jahren festgelegt ist. An diesem Anspruch ändert sich auch bei einer Hersteller-Insolvenz nicht. "Schwierig würde es allenfalls, wenn der Händler kein Chrysler-Material mehr bekommt würde. Oder wenn auch der Händler dicht machen muss", sagt Lempp.
Was ist mit der Hersteller-Garantie?
Hier wird es schwierig: "Wenn sich kein Investor findet und Chrysler aufhört zu existieren, würde auch die Hersteller-Garantie wegfallen", sagt ACE-Experte Lempp. Die Hersteller-Garantie gewähren Hersteller auf freiwilliger Basis oft für mehrere Jahre und knüpfen sie an bestimmte Bedingungen, etwa regelmäßige Inspektionen. "Ohne Rechtsnachfolger verschwinden auch diese Rechte", erklärt Lempp. Dieses Szenario sei aber unwahrscheinlich.
Wird es weiter Ersatzteile geben?
Aller Voraussicht nach ja, weil Chrysler wohl weiter produzieren will. Zudem haben die Händler eine Ersatzteilbeschaffungspflicht, wie Lempp betont: "Das bedeutet ganz einfach, dass der Händler sehen muss, wo er die Teile herkriegt." Diese Pflicht sei allerdings nirgendwo geregelt, sie werde lediglich in die Kaufverträge hinein interpretiert. Doch selbst, wenn Chrysler seine Unternehmenstätigkeit komplett einstellen würde, wäre es möglich, dass die Lizenzen für Ersatzteile an andere Firmen verkauft würden. Schließlich sind Ersatzteile ein lukratives Geschäft.
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(sueddeutsche.de/AP/Matthias Armborst/tob)
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