Ein Kommentar von Caspar Busse

Plötzlich verspricht Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann den von der Schließung des Immobilienfonds betroffenen Anlegern "schnelle und unbürokratische Hilfe". Doch es bleiben weiterhin Fragen offen.

Es war Josef Ackermann persönlich, der die Kehrtwende verkündete. Den von der Schließung des Immobilienfonds der Deutschen Bank betroffenen Anlegern versprach der mächtige Vorstandssprecher plötzlich "schnelle und unbürokratische Hilfe".

Hat schon wieder Ärger: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. (© Foto: dpa)

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Bisher hatte die größte Bank Deutschlands einen solchen Schritt vehement abgelehnt - zum Entsetzen auch der eigenen Branche. Der massive öffentliche Druck, die Empörung am Finanzplatz Frankfurt, die vielen Beschwerden von besorgten Kunden und möglicherweise auch eine Intervention der Bonner Bankenaufsicht haben offenbar zu einem Umdenken beigetragen.

Eingeständnis

Dass Ackermann jetzt formal einlenkt, ist das Eingeständnis, dass die Schließung des Fonds ein Fehler war. Offenbar haben die Finanzakrobaten der Bank, die sich längst in den abgehobenen Sphären der Hochfinanz bewegen, die öffentliche Reaktion unterschätzt.

Der Imageschaden, nicht nur für die Bank, auch für den Finanzplatz Deutschland insgesamt, ist bereits da. Es droht auch ein massiver Einbruch im Geschäft, sollten sich vermögende Privatanleger massenweise von der Bank abwenden.

Mehr als ein hohles Versprechen ist die Ankündigung vom Donnerstag trotzdem nicht. Offen ist nach wie vor, wer eine Entschädigung in welcher Höhe und auf welche Art erhalten soll; die Anleger werden auf den Februar vertröstet.

Mehr Fragen als Antworten

Die Kunden hängen noch immer in der Luft. Wird die Bank den gesamten Schaden ersetzen? Zudem sollen nur diejenigen entschädigt werden, die kürzer als zwei Jahre engagiert sind. Was ist mit den anderen Anlegern? So wirft die Ankündigung mehr Fragen als Antworten auf. Josef Ackermann ist noch lange nicht aus dem Schneider.

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(SZ vom 16.12.05)