Folgen der Volksabstimmung Finanzmärkte - Unsicherheit wird chronisch

Anfang Dezember sollen die Griechen über das Rettungspaket der EU abstimmen; an den Weltbörsen wird bis zu diesem entscheidenden Tag zu jeder Sekunde darüber befunden, wie die Griechen wohl abstimmen könnten. Die Finanzmärkte handeln zukünftige Ereignisse. Die Pleite Griechenlands und der Austritt des Landes aus der Euro-Zone gilt unter Investoren wieder als mögliches Schreckensszenario.

(Foto: SZ-Graphiken: Burgarth; Quellen: Thomson Datastream, EZB, Reuters)

Es stehen deshalb turbulente Wochen bevor, denn Unsicherheit belastet die Finanzmärkte; diese Belastung drückt sich in erratischen Kurssprüngen aus. Mal geht es hoch, dann gleich wieder abwärts. Der Handelstag am Mittwoch hat das eindrücklich bestätigt. Der deutsche Aktienindex Dax fiel am Vormittag auf 5800 Zähler, um sich dann am Nachmittag auf 5900 Punkte zu erholen - in die Gewinnzone. Eine Meldung, der Euro-Rettungsfonds EFSF verschiebe Anleiheplatzierungen für Irland-Hilfen wegen der aktuellen Marktbedingungen, hatten den Markt am Mittag einmal mehr verunsichert.

"Die politische Verunsicherung ist so groß, dass ungeahnte Gerüchte wie Unkraut empor treiben", sagte Robert Halver, Marktstratege der Baader Bank. Die meisten Investoren gehen davon aus, dass die jüngste Kursrally beendet ist. Der Dax hatte in den vergangenen vier Wochen deutliche Kursgewinne verbucht; der Index kletterte von 5200 auf 6300 Punkte. Nun kaufen Anleger wieder verstärkt Bundesanleihen.