Von Silvia Liebrich

Die unangenehmen Auswirkungen des heißen Sommers und der hohen Rohstoffkosten werden die Verbraucher voraussichtlich bald zu spüren bekommen: Die Ernährungsindustrie hält Preissteigerungen für unvermeidlich.

Verbraucher müssen sich in den nächsten Wochen darauf einstellen, dass Lebensmittel teurer werden. Davor warnte am Freitag der Branchenverband der Ernährungsindustrie. Vor allem die Preise für Schweinefleisch, Obst und Gemüse dürften anziehen. Schuld daran seien Ernteausfälle und hohe Rohstoffkosten, hieß es.

Trotz erheblicher Preiserhöhungen in den letzten Monaten ist bei Schlachtschweinen mit weiterhin steigenden Preisen zu rechnen. (© Foto: ddp)

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Eine der Hauptursachen für den erwarteten Preisanstieg ist nach Ansicht der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) die lange Hitzeperiode im Juni und Juli. Sie hat gravierende Ernteausfälle nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa zur Folge.

Höhere Nachfrage nach Schweinefleisch

Bemerkbar mache sich auch die während der Fußball-WM und der Grillsaison stark gestiegene Nachfrage nach Schweinefleisch. Hinzu kämen die stark gestiegenen Energiekosten. "Diese Faktoren haben zu Engpässen und explosionsartigen Preissteigerungen bei den Rohwaren geführt", ergänzte BVE-Geschäftsführerin Sabine Eichner Lisboa.

Einen möglichen Zusammenhang mit der Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 schloss sie ausdrücklich aus. Die meisten Lebensmittel werden nur mit dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent belegt und sind daher von der Steuererhöhung nicht betroffen.

Aufschläge bei Schweinefleisch, Obst und Gemüse

Auch die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle ZMP rechnet zumindest teilweise mit Preiserhöhungen, etwa bei Schlachtschweinen. Hier legten die Preise in den letzten Monaten teilweise um mehr als 20 Prozent zu. "Die Erzeugerpreise sind derzeit auf dem höchsten Niveau seit fünf Jahren", sagte ZMP-Experte Ditmar Weiß. Hier sei sicherlich mit weiteren Steigerungen zu rechnen.

Erhebliche Aufschläge stellte der Branchenverband BVE auch bei Obst und Gemüse fest. Bei einzelnen Sorten, etwa bei Beerenfrüchten, betrug das Plus in den vergangenen Wochen bis zu 90 Prozent. Teurer werden dürften daher in nächster Zeit auch Fertigprodukte wie Marmelade. Bei frischer Ware müssen Verbraucher allerdings auch mit den üblichen saisonalen und regionalen Schwankungen rechnen.

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