Die Bahn kommt nicht vor der Bundestagswahl an die Börse. Minister Tiefensee begründet die Entscheidung mit der Finanzkrise - die Union ist entrüstet.
Die Bundesregierung hat den Börsengang der Bahn für diese Legislaturperiode abgesagt. "Wir haben heute morgen über die Lage am Finanzmarkt diskutiert", sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Diese lasse nicht darauf schließen, "dass wir den Erlös erreichen, den wir dringend brauchen". Damit sei auch die Affäre um die Bonus-Zahlungen an den Bahnvorstand im Falle eines Börsenganges vom Tisch. "Das betrachte ich als meinen Erfolg", sagte Tiefensee.
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(© Foto: dpa)
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Die Entscheidung sei am Morgen in einer Runde der SPD-Minister gefallen, hieß es in Regierungskreisen. Offenbar wird der Beschluss aber von den beteiligten Ministern unterschiedlich interpretiert. Während Tiefensee darin eine klare Absage des Börsenganges sieht, will sich Bundesfinanzminister Peer Steinbrück ein Hintertürchen offenlassen. Für den "äußerst unwahrscheinlichen Fall", dass sich die Lage an den Finanzmärkten dramatisch verbessere, könne die Bahn auch noch vor Ende der Legislaturperiode veräußert werden, hieß es im Finanzministerium. Den entsprechenden Einnahme-Posten im Haushalt tilgte Steinbrück jedoch. Die Bahn wollte sich zu dem Vorgang zunächst nicht äußern.
Bei der Union sorgte die Ankündigung für helle Aufregung. "Wir lehnen das radikal ab", sagte der CDU-Politiker Georg Brunnhuber, der auch im Aufsichtsrat der Bahn sitzt. "Für uns kommt es nicht in Frage, den Börsengang so en passant fallen zu lassen." Auch sei die Entscheidung völlig übereilt; noch lasse sich die Entwicklung an den Märkten gar nicht absehen.
Der Chef des Bahn-Aufsichtsrats, Werner Müller, hat sich aber offenbar mit der Entscheidung der SPD-Minister schon abgefunden. Er bedauerte die Entscheidung der Bundesregierung zwar, äußerte aber Verständnis. Nach der Bundestagswahl werde sich das Thema neu stellen, sagte Müller. Ursprünglich war die Privatisierung für den 27. Oktober dieses Jahres geplant gewesen. Wegen der internationalen Finanzmarktkrise hatte die Bahn das Vorhaben allerdings Anfang Oktober abgesagt. Tiefensee kommt die Absage nun besonders gelegen.
Am Mittwoch musste der Minister dem Verkehrsausschuss des Bundestages die Abläufe rund um die Bonuszahlungen schildern. Eine solche Sonderprämie sei bei einem staatlichen Unternehmen wie der Bahn nicht akzeptabel, sagte Tiefensee vor dem Ausschuss. Die Opposition hatte zuletzt vehement den Rücktritt Tiefensees gefordert. Doch statt des Ministers opferten die Kabinettskollegen offenbar lieber den Börsengang.
Die Zahlungen, eine Art Belohnung für den Börsengang, waren bereits im Juni vom vierköpfigen Personalausschuss des Bahn-Aufsichtsrates beschlossen worden. Dem Ausschuss gehörte Verkehrs-Staatssekretär Matthias von Randow an, der aber seinen Chef erst Mitte September informierte. Von Randow verlor deshalb vorige Woche seinen Job. Tiefensee war in die Kritik geraten, weil er erst am 20. Oktober bei Aufsichtsrats-Chef Müller gegen die Regelung intervenierte. Auch gab es Gerüchte, Tiefensee habe viel früher von den Boni erfahren, aber zunächst geschwiegen. Dies ließ sich im Ausschuss aber nicht verifizieren. "Da steht Aussage gegen Aussage", sagte ein Teilnehmer.
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(SZ vom 06.11.2008/jkr)
Schon Vater und Großvater waren in der lokalen CDU aktiv, er macht während des Studiums in Mannheim und Stuttgart da weiter. Notheis arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Landesministers Erwin Vetter (CDU) und schafft es sogar bis zum Chef der Jungen Union in Baden-Württemberg. Einer seiner Vorgänger: Ministerpräsident Günther Oettinger. Angebote, professionell in die Politik einzusteigen, schlägt er aus. "Ohne richtigen Beruf im Hintergrund müssen Sie sich irgendwann verbiegen. Das wollte ich nicht." Seine Kontakte nutzt er aber weiter; Basis ist die Mitgliedschaft im CDU-Landesvorstand.
Die Nähe zur CDU hat ihm in den Diskussionen um den Börsengang wegen seines exzellenten Zugangs zu den Entscheidungsträgern der Partei zwar viel Argwohn eingebracht. Zumindest mit seinem eigentlichen Auftraggeber, Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, verbindet ihn aber etwas viel Krisenfesteres. Mehdorn ist bekennender Frankreichliebhaber. Und Notheis fährt mehrfach im Jahr ins Bordeaux, um von dort die besten Rotweine mit nach Deutschland zu bringen.
Aus der FTD vom 26.08.2008
© 2008 Financial Times Deutschland, © Illustration: Martin Joppen www.ftd.de/koepfe/whoiswho/:Kopf_des_Tages_Dirk_Notheis_lenkt_die_Bahn_an_die_B%F6rse/405493.html?mode=print
zu leisten sind......
bzw. bereits geleistet wurden ... von einem alten Spezi und CDU-Freund von Volker Kauder, führender Banker bei Morgan Stanley
www.stern.de/politik/deutschland/:CDU-Wahlkampfhilfe-Privat-Banker/551983.html
ist lernresistend und hat offensichtlich nur die Parteispenden im Auge, die von den glücklichen Käufern, nach der Verschleuderung von Volksvermögen an sie, zu leisten sind.
Die Bevölkerung ist dabei der Verlierer!
Was regt Ihr Euch alle so auf, diesem Ouotenossi in der Regierung wird nichts passieren,
der steht so sicher, wie das Amen in der Kirche. Egal wieviel Bockmist der noch macht.
ich sag's ja schon immer jedes Volk hat die Regierung, die es verdient basta........