Folgen der EEG-Reform Bundesregierung verfehlt Solarziel

  • Die Bundesregierung wird in diesem Jahr ihre Ziele beim Ausbau der Solarenergie verfehlen.
  • Vertreter der Solarbanche sind alarmiert: Für die ohnehin angeschlagene Branche ist es ein harter Rückschlag.
Von Markus Balser, Berlin

Der Krisengipfel zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zog sich bis in die Nacht. Am Ende stand vor einem guten halben Jahr im Kanzleramt ein Kompromiss, bei dem es scheinbar nur Gewinner gab: Kanzlerin Angela Merkel lobte ein hohes Maß an Einigkeit bei der Reform der deutschen Ökostromförderung, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel war "sehr zufrieden", Länderchefs wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig sprachen von einem guten Tag für die Energiewende.

Bundesregierung verfehlt Ziele bei Solarenergie

Doch nun wird klar: Gut läuft es noch lange nicht. Denn beim Ausbau der Solarenergie wird die Bundesregierung in diesem Jahr nach SZ-Informationen ihre Ziele verfehlen und deutlich unter dem Zubauplan von 2,5 Gigawatt bei Photovoltaik-Anlagen bleiben. Das ergibt sich nach Angaben des Solar-Branchenverbandes BSW aus noch unveröffentlichten Zahlen der Bundesnetzagentur. Bis Ende November wurden demnach Solarstromanlagen mit 1,7 Gigawatt Leistung installiert. In den verbleibenden zwei Monaten könnten noch 0,3 hinzukommen. Damit würden Module in einer Größenordnung von 2,0 GW auf deutsche Dächer und Felder gebaut - 40 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

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Herber Rückschlag für Solarbranche

Für die ohnehin angeschlagene Solarbranche in Deutschland bedeutet das einen herben Rückschlag. Branchenvertreter sind alarmiert. "Ausgerechnet jetzt, wo Photovoltaik preisgünstig geworden ist, wird sie ausgebremst", warnt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW. 2014 werden die politischen Ausbauziele für die Solarenergie klar verfehlt."

Opposition kritisiert EEG-Novelle

Auch die Opposition kritisiert die Folgen der EEG-Novelle mit Einschnitten bei der Solarförderung. "Nun erhält die Bundesregierung die Quittung für ihre schlechte Novelle", sagt Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Zwar kann der Zubau bei Windanlagen an Land, der über den Plänen der Regierung liegt, in diesem Jahr die Solardefizite ausgleichen. Doch in Berlin fürchten Politiker bereits einen breiteren Einbruch beim Ausbau Erneuerbarer Energien. "Das verfehlte Ausbauziel bei der Fotovoltaik ist erst der Anfang", sagt Verlinden. "Mit der Umstellung auf Ausschreibungen bereitet die Bundesregierung den nächsten Rückschlag für die Energiewende vor. Damit würde der Ökostrom-Ausbau insgesamt zusammenbrechen."

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