Fluglinien Emirates bestellt für 99 Milliarden Dollar

Emirates bestellt 150 Exemplare des geplanten Boeing-Jets 777X. Schon dieser Auftrag soll ein Volumen von 76 Milliarden Dollar haben. Die Fluggesellschaft gibt aber noch mehr Geld aus - für das Großflugzeug A380.

Boeing - das stand zuletzt vor allem für Debakel. Vor allem wegen des Dreamliners: Das Flugzeug, das mit seinem niedrigen Kerosinverbrauch die Fluggesellschaften begeistern sollte, bereitete aufgrund der vielfältigen Probleme nur Sorgen. Mehrere Monate lang durften die Maschinen nicht einmal mehr starten und erst vor wenigen Tagen musste ein Flugzeug wieder unplanmässig landen.

Doch nun triumphiert Boeing wie selten zuvor. Der Flugzeughersteller heimst auf der Luftfahrtshow in Dubai Aufträge für das neue Modell 777X ein, das auf der 777 basiert, die 1995 auf den Markt kam.

Emirates Airline will 150 Exemplare von der 777X kaufen, die spritsparender als das Vorgängermodell sein soll und Platz für 350 bis 400 Fluggäste bietet. 35 Flugzeuge sind vom Typ 777-8X, die restlichen 115 von der längeren Verion 777-9X mit den 400 Sitzen. Zusätzlich hat die Fluglinie eine Option auf den Kauf von 50 weiteren Maschinen dieses Typs.

Schon dieser Auftrag hat ein Volumen von 76 Milliarden Dollar. Doch Emirates kauft auch bei Airbus, und zwar ausgerechnet den A380, den in diesem Jahr noch keiner haben wollte. 50 Stück davon im Wert von 23 Milliarden Dollar sollen in den Mittleren Osten gehen. Emirates kauft also Flugzeuge im Volumen von fast 100 Milliarden Dollar - zusammengerechnet soll dies vom Volumen her der größte Auftrag in der zivllen Luftfahrtgeschichte sein.

"Resonanz auf die 777X war erstaunlich"

Auch die Lufthansa hat bereits den Kauf von 34 Langstreckenflugzeugen der neuen Boeing zugesagt. Damit haben die Amerikaner mittlerweile 259 Orders für den 777X im Wert von 100 Milliarden Dollar nach Listenpreisen. "Die Resonanz auf die 777X war erstaunlich", sagte Boeing-Verwaltungsratschef James McNerney.

Das Projekt befeuert allerdings Amerikas Dauerstreit mit Europa über Luftfahrt-Subventionen. Airbus protestiert gegen Hilfszusagen des US-Bundesstaates Washington für das Boeing-Flugzeug. Der Bundesstaat stellt dem Unternehmen 8,7 Milliarden Dollar an Steuererleichterungen und anderen Anreizen in Aussicht. Aus Sicht von Airbus ist dies ein Verstoß gegen Auflagen der Welthandelsorganisation (WTO). "Boeing missachtet erneut die WTO, internationale Verträge und fährt fort mit seinen Handlungen, die den Internationalen Handel verzerren", kritisierte eine Airbus-Sprecherin laut Wirtschaftswoche. Dem Magazin zufolge sieht die Regierung Wahingtons in den Hilfen allerdings kein Problem, solange noch kein abschließendes Urteil der WTO in dem schon seit Jahren währenden Streit über bisherige Flugzeugsubventionen vorliege.

Weil das so ist, müht sich Airbus offenbar auch auf anderen Wegen. Ein hochrangiger Branchenvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Airbus kämpft mit aller Macht dafür, die Bedeutung der 777X gering zu halten."