Flughafen Berlin Brandenburg Platzeck lässt BER-Erweiterung prüfen

Nicht nur nicht fertig, sondern auch zu klein? Eine Luftverkehrsprognose soll deshalb zeigen, ob für den Berliner Pannenflughafen eine Erweiterung notwendig ist.

(Foto: dpa)

Er ist ein Ärgernis. Aber ist der neue Berliner Airport auch zu klein? Der neue Aufsichtsratschef Platzeck ergreift die Initiative und will untersuchen, ob mehr Gepäckbänder nötig sind. Das größte Problem der Baustelle liegt aber immer noch anderswo.

Der neue Flughafen Berlin Brandenburg ist noch lange nicht eröffnet, doch wächst auch unter den Verantwortlichen die Befürchtung, der neue Airport könnte zu klein geraten.

Eine aktuelle Luftverkehrsprognose soll deshalb zeigen, ob schon jetzt eine Erweiterung notwendig ist. Das kündigte der neue Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), an. Platzeck hatte den Posten am Mittwoch von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) übernommen, der nach vielen Pannen als Aufsichtsratschef zurückgetreten war.

Gleichzeitig betonte Platzeck vor dem Hauptausschuss des Landtages: "Es gibt keine Notwendigkeit einer dritten Start- und Landebahn." Allerdings könnten zusätzliche Gepäckbänder unter den neu gebauten Pavillons eingerichtet werden.

Derzeit ist der Airport am Südrand Berlins für 27 Millionen Passagiere ausgelegt - die beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld Alt mussten aber zuletzt bereits 25 Millionen Reisende bewältigen.

"Es reicht eben nur nicht die Zeit"

Laut Platzeck ist auch denkbar, das Terminal mit Zusatzgebäuden auszubauen. Das Kernproblem ist nach Darstellung von Flughafen-Technikchef und kommissarischem Geschäftsführer Horst Amann die technische Ausstattung des Airports - vor allem die Steuerungsanlage für den Brandschutz. Alle Probleme seien jedoch lösbar. "Es reicht eben nur nicht die Zeit."

Die Gesamtkosten des Projektes liegen gegenwärtig bei 4,3 Milliarden Euro, werden aber durch die neuerliche Verschiebung des Eröffnungstermins voraussichtlich weiter steigen. Bisher sehe die "Liquiditätsplanung" der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg für 2013 eine Eigenkapitalzahlung der drei Gesellschafter - die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund - in Höhe von 895 Millionen Euro vor, wie Finanzchef Uwe Hörmann erläuterte. Sie basiere allerdings noch auf der geplanten Eröffnung am 27. Oktober dieses Jahres, die inzwischen abgeblasen wurde.

Kein Grund für eine fristlose Kündigung

Die Flughafengesellschafft erhält aktuell nur noch so viel Geld, wie für ihren unmittelbaren Betrieb notwendig ist. Das Unternehmen sei in der Lage, alle Rechnungen zu bezahlen, unterstrich Finanzchef Hörmann und ergänzte: "Es ist Risikovorsorge getroffen worden."

Nach der Abberufung des bisherigen Sprechers der Geschäftsführung, Rainer Schwarz, werde mit diesem über eine Vertragsauflösung gesprochen. Damit sei auch eine haftungsrechtliche Prüfung verbunden, kündigte Platzeck an. Keiner der Gesellschafter habe jedoch die Grundlage für eine fristlose Kündigung gesehen.

Zur Suche nach einem Nachfolger für Schwarz werde er sich auch weiterhin nicht öffentlich äußern. "Wir werden uns da nicht unter Zeitdruck setzen lassen." Schwarz war vergangenen Mittwoch entlassen worden. Brandenburgs Regierungschef stellte in Aussicht, dass zur Beratung des Aufsichtsrates dauerhaft Sachverstand von außen mit herangezogen werden könnte, äußerte sich jedoch nicht konkreter. Die nächste Aufsichtsratssitzung ist laut Platzeck für den 13. Februar geplant.

Nach der viermaligen Verschiebung des Eröffnungstermins für den Flughafen BER wollte vorläufig niemand ein neues Datum nennen. Dafür müsse erst einmal eine genehmigungsfähige Umplanung vorliegen, was voraussichtlich nicht vor dem Sommer der Fall sei, sagte Platzeck. Amann unterstrich noch einmal, dass keine Bauten abgerissen werden müssten.