Fluggesellschaften Lufthansa darf Air-Berlin-Tochter LGW übernehmen

Lufthansa-Maschinen am Frankfurter Flughafen.

(Foto: REUTERS)
  • Die Lufthansa darf die Air-Berlin-Tochter LGW übernehmen. Die EU-Kommission genehmigte den Plan unter Auflagen.
  • Unter anderem muss Deutschlands größte Fluglinie auf Start- und Landerechte am Düsseldorfer Flughafen verzichten.

Die Lufthansa darf die insolvente Air-Berlin-Tochter LG Walter (LGW) übernehmen. Die EU-Kommission stimmte dem Plan am Donnerstag unter Auflagen zu. "Lufthansa hat verbesserte Verpflichtungszusagen eingereicht, die sicherstellen, dass die Auswirkungen des LGW-Erwerbs auf den Wettbewerb begrenzt sind", sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Nach Angaben von Air Berlin wollte die Lufthansa etwa 18 Millionen Euro für LGW zahlen.

Die Regional-Fluglinie war seit 2007 als Dienstleister für Air Berlin tätig und wurde von dem inzwischen insolventen Muttergesellschaft erst im Frühjahr für einen symbolischen Betrag gekauft. Bis zur Pleite betrieb LGW etwa 30 Maschinen und beschäftigte 870 Mitarbeiter.

Lufthansa ist seit der Air-Berlin-Pleite auf vielen innerdeutschen Strecken alleine unterwegs

Als Bedingung für die Übernahme muss die Lufthansa unter anderem auf Start- und Landerechte am Flughafen Düsseldorf verzichten. Dadurch soll verhindert werden, dass die Marktposition von Deutschlands größter Fluggesellschaft zu stark wird. Die Lufthansa ist seit der Air-Berlin-Pleite auf vielen innerdeutschen Strecken alleine unterwegs, die Nachfrage ist seitdem höher, die Tickets werden teurer.

Ursprünglich wollte die Lufthansa mehr als 80 Flugzeuge von Air Berlin übernehmen und damit seine Billigflugtochter Eurowings stärken. Der Plan scheiterte jedoch an den den Aufsichtsbehörden. Nachdem die EU-Kommission starke Bedenken an einer Übernahme der Air-Berlin-Tochter Niki äußerte, zog die Lufthansa ihr Angebot für die österreichische Airline zurück. Niki musste daraufhin Insolvenz anmelden. Derzeit läuft die Suche nach einem Käufer. Ex-Rennfahrer Niki Lauda, der die Fluglinie einst gründete, hat nach Angaben einer Sprecherin bereits ein Angebot abgegeben. Die wohl ebenfalls interessierte Fluggesellschaft Ryanair hat hingegen auf ein Gebot verzichtet.

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