Weil Lebensmittelhändler immer häufiger mit den Vorzügen eines traditionellen Fachgeschäfts werben, fürchten Fleischerläden um ihre Existenz.
Fleischermeister Jörg Schlösser betreibt einen Verkaufsstand auf dem Carlsplatz in Düsseldorf, und mitunter geht es bei ihm zu wie bei mancher Behörde: Aufgrund des großen Andrangs müssen die Kunden zunächst eine Nummer zu ziehen. Wünsche dürfen sie erst äußern, wenn das Verkaufspersonal die entsprechenden Ziffern aufruft.
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Der Deutsche Fleischer-Verband wirft vielen Lebensmittelhändlern Etikettenschwindel vor. (© Foto: dpa)
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Von einem Zulauf wie bei Schlösser können die meisten anderen Fleischerfachgeschäfte in Deutschland nur träumen.
Im Wettstreit mit Discountern, Supermärkten und anderen Lebensmittelhändlern geraten sie immer weiter ins Hintertreffen. Im vergangenen Jahr machten von den bundesweit knapp 17.000 selbständigen Meisterbetrieben 377 ihren Laden dicht.
Und Manfred Rycken, der Präsident des Deutschen Fleischer-Verbandes, fürchtet, dass 2008 ähnlich viele Geschäftsinhaber aufgeben werden. "Fleischerfachgeschäfte genießen bei den Verbrauchern zwar großes Vertrauen. Aber viele Kunden achten stark auf den Preis und kaufen häufig dann doch im Lebensmittelhandel", beobachtet er. Das hat möglicherweise damit zu tun, dass Supermarktbetreiber wie Rewe und Edeka oder auch SB-Warenhausunternehmen wie Real zunehmend Marken schaffen, die dem Verbraucher suggerieren, sie kauften Produkte einer traditionellen Fleischerei.
Etikettenschwindel und Desinformation
Ein Beispiel ist die Metro-Tochter Real, die vor einigen Jahren durch den Verkauf von umetikettiertem Fleisch in die Schlagzeilen geriet. Seit einigen Monaten bewirbt sie ihren Fleisch- und Wurstverkauf sehr erfolgreich mit "Der Meistermetzger". Oder Rewe: Der zweitgrößte deutsche Lebensmittelhändler hat kürzlich seine Eigenmarke "W. Brandenburg" in "Wilhelm Brandenburg" umbenannt, um den "handwerklich-traditionellen Charakter der Marke weiter zu stärken."
Rycken dagegen ist sicher: "Ganz gleich, wie gut oder schlecht die Produkte sind, die Real, Rewe oder andere Händler anpreisen, sie sind ganz gewiss nicht handwerklich oder traditionell hergestellt." Das sei "Etikettenschwindel und eine Desinformation des Verbrauchers", klagt er.
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
nennt man den Untergang dieses Handwerks.
Bei den Banken und bald bei Autobauern gibt's keine Marktbereinigung, egal wieviele Autos überprodiúziert werden und wieviele Kredite uneinholbar sind und wieviele Billionen erfunden wurden.
Der Handwerkskammerpräsident ist wie der Bauernpräsident Vertreter unbekannter Mächte und schweigt - und die sterbenden Betriebe zahlen die Mitgliedsbeiträge.